Wie wehre ich mich als schwerbehinderter gegen mobbende Mieter

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Ich bin seit Jahren zu 60 % schwerbehindert (Fibromyalgie, Angststörung) und hatte vor ca. 4 Monaten einen sc hweren Herzinfarkt. Wir bewohnen unsere Wohnung seit mehr als 20 Jahren. Vor ca. 4 Jahren bezog ein ältere Ehepaar die Wohnung über uns. von Anfang an stritten sie sich mit sämtlichen Mietern des Hauses. Ganz besonders hatten sie sich auf uns eingeschossen. Nachdem wir wegen diverser Vorkomnisse den Vermieter eingeschaltete und die Mieter eine Abmahnung erhalten hatten, war seit ca. Ende Oktober einigermaßen Ruhe. Jetzt geht es wieder los: Die Mieterin putzte gerade die Treppe, als ich auf den Speicher wollte. Sie versperrte mir demontrativ den Weg und ich mußte ich ganz schmal machen um an ihr vorbeizukommen. Dabei beührte ich sie leicht am Arm. Sie schrie sofort los: DAs hat ein Nachspiel, sie haben meinen kaputten Arm verletzt. Sie beschimpfte mich dann noch weiter aufs Übelste als alte Hexe, ich würde das Haus vergiften und vieles Mehr. Ich ging gar nicht darauf ein und habe es einfach ignoriert. Eine 1/4 Stunde später traf die Polizei bei mir ein. Man habe sie wegen Körperverletzung gerufen!!! Die Polizei hat natürlich keine Anzeige aufgenommen. Aber ich habe große Angst, daß das jetzt so weiter geht und ich ständig wegen Nichtigkeit die Polizei auf den Hals gehetzt bekommen. Ich bin gesundheitlich überhaupt nicht mehr in der Lage, das alles zu verkraften.Ich traue mich nicht mehr aus der Wohnung, weil ich ganz einfach Angst vor diesen Leuten habe. Wer kann mir helfen, da in der Regel bei den Aktionen keine Zeugen anwesend sind????ß

Danke für jede hilfreiche anwort.

Eva

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  • MyHandicap User
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    Hallo Eva,

    was ist besser 24 Stunden in großer angst in der Wohnung zu sitzen oder sich dem Kampf stellen.

    Da deine Gesundheit aber angeschlagen ist wäre ein Rückzug nicht besser ? Hast du die Kraft gegen diese Frau zu siegen. Du bist länger in diesem Haus und hast die längeren Rechte.

    Diese Frau wird auch bestimmt noch merken wo ihre Grenzen sind und spüren was sie dir angetan hat. Jeder von uns kennt leider solche Menschen 😢 bei mir war es eine Vorarbeiterin die mir das Leben zur Hölle machte. Aber auch diese Frau hat mitlerweile gemerkt das keine Bäume in den Himmel wachsen, und ihre Arbeit verloren.

    Hast du mal nach einer anderen Wohnung geschaut, manchmal ist ein Neuanfang der bessere weg.

    Es ist Deine Entscheidung, ich wünsche dir ein schönes Osterfest und die Kraft die richtige Entscheidung zu treffen.

    Gruß

    Gastone 😃
  • MyHandicap User
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    Hallo Gastone, danke für Deine warmen Worte und auch Dir schöne Ostern. Nein, ein Umzug kommt leider nicht in Frage. Schon aus finanziellen Gründen nicht. Und "weglaufen" möchte ich eigentlich auch nicht. Irgendwie muß doch solchen Menschen beizukommen sein, oder? auf jeden Fall habe ich schon herausbekommen, daß ich beim nächsten "Alarm", also wenn die wieder die Polizei für eine Nichtigkeit ruft, diese gar nicht in die Wohnung lassen muss. Ich werde es dann mal darauf ankommen lassen. Was will sie denn dann machen?

    Gruss Eva
  • MyHandicap User
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    Hallo Eva,

    solche Zeitgenossen wie deine Nachbarn findest du leider überall.

    Lasse dich nicht provozieren und gehe ihr aus dem weg. Dann sehen auch die anderen Bewohner aus dem Haus mit wenn sie es zu tun haben.

    Und weglaufen mußt du auch nicht!

    Sei stark!!!!

    Gruß

    Gastone 😃
  • swisswuff1
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    jaydee hat geschrieben:Die Polizei hat natürlich keine Anzeige aufgenommen. Aber ich habe große Angst, daß das jetzt so weiter geht und ich ständig wegen Nichtigkeit die Polizei auf den Hals gehetzt bekommen. Ich bin gesundheitlich überhaupt nicht mehr in der Lage, das alles zu verkraften.Ich traue mich nicht mehr aus der Wohnung, weil ich ganz einfach Angst vor diesen Leuten habe. Wer kann mir helfen, da in der Regel bei den Aktionen keine Zeugen anwesend sind????ß

    Danke für jede hilfreiche anwort.

    Eva


    Es ist Alltagserfahrung, dass der oeffentliche Bereich umkaempft ist. Bereits vor der eigenen Tuere kann es losgehen und es ist ebenso Alltagserfahrung, dass da irgendwelche Leute mit seltsamen Manieren und Ideen sich dauernd versuchen, durchzusetzen. Dass das nicht hinzunehmen ist, ist ja wohl klar.

    Entscheidend ist, ein mentales Bild dieser anderen Personen zu erhalten. Sie einschaetzen zu lernen. Offenbar sind sie Dir gegenueber feindselig unterwegs und ich sage Dir, niemanden willst Du so gut kennen wie Deine Feinde. Du musst nicht alles ueber sie wissen - aber uebungsrelevante Details solltest Du kennen. Betrachten sie Dich als Mitmensch, solltest Du sie zwingend auch als Mitmensch betrachten. Betrachten sie Dich als Kakerlake, ist es ethisch vertretbar wenn Du dasselbe auch mit ihnen tust. Es ist unfein, aber ethisch vertretbar.

    Ich sehe normalerweise nett harmlos behindert etwas schusselig und freundlich aus. Da leisten sich andere schon mal was. Geht die Frechheit fuer meinen Geschmack weit ueber das Mass des tolerierbaren hinaus, dann dreht sich die Situation etwa so, wie wenn man aus der Hoelle die Option "Tornado fett" bestellt. Und dann bin ich weder nett, noch harmlos, sehe auf einmal mit breiten 183 cm Groesse anders aus und auch aus diesen Situationen darf ich Dir versichern - die Angst bei anderen, das riecht man extrem gut denn sobald ich das rieche hoere ich auf mit einschuechtern. Hast Du nun also eine Angststoerung - das kriegen Deine kranken Nachbarn mit, deswegen nehmen sie Dich ins Visier, ich garantier Dirs, sowas merkt man extrem leicht wenn man drauf achtet und das Gespuer dafuer hat. Aber statt besonders vorsichtig zu sein sind sie mir Dir boese.

    Nichts ist derart krass effektiv, als wenn wie ich man als naiv behindert und schusselig freundlich etwas verwirrt aussehender Herr (fehl)eingeschaetzt wird, und dann innert Schrecksekunden das sich Frechheiten herausnehmende Gegenueber mit 80 Dezibel anbruellt (das tat ich nur einmal, als auf einem Parkplatz mich ein Mann wegen der Behinderung saubloed anmachte und vor seiner Freundin zeigen wollte wie man Behinderte fertig macht - der fasste von mir eine derartig krasse Schallmauer an harten boesen fiesen unter der Guertellinie gezielten Aggressivitaeten, waehrend ich langsam groesser breiter boeser auf ihn zu lief, dass er nach zwei drei Gacksern bleich klein das Weite suchte. Ich habe auch schon leise nett freundlich Dinge gesagt bei denen man sofort fast in den naechsten Kuebel brechen muss und so mein Revier verteidigt. Ich habe auch Arbeitskollegen mit Durchsetzungsproblemen - nicht jeder ist gross und hat eine tiefe Stimme - schon mit Erfolg gecoacht und was man nicht in Einschuechterung optisch mitbringt sollte man anders wettmachen wenn es um territoriale Fragen geht. Es ist in anderen Worten an Dir, technisch sauber zu lernen, wie man solche Personen in den Senkel stellt. Sowas kann man ueben, trainieren, lernen.

    Platz in allen moeglichen Situationen wird einem immer wieder versperrt. Ich sage laut hoerbar "Entschuldigung" und wenn die Leute aussehen, als ob sie mich wahrnehmen und nur aus Faulheit oder Frechheit stehen bleiben, werde ich bis kurz vor dem direkten Kontakt hingehen, wenn sie nicht Platz machen obwohl sie es koennten, werde ich sagen "Sorry ich gehe jetzt hier durch" und sie anfassen und sanft aber zunehmend sehr kraeftig beiseite schieben. Ich bin auch eher kraeftig und dann ist da der Moment wo Tuchfuehlung stattfindet und wo Platz gemacht wird, wenn noetig durch mich selber. Ohne Ausnahme wurde da bisher leer geschluckt und was gestammelt und Platz gemacht. Freundlich ruhig aber EXTREM bestimmt sein Ding drehen ist einfach wichtig.

    Drittens dokumentiere ich Dinge die weiter gehen oder zu weit gehen. Fuer Nachbarstreite oder aehnliches wuerde ich mir irgendeinen portablen Videorekorder kaufen und das Ding fuer den Gang durchs Haus anziehen oder jemand anderes aus Sicherheitsabstand filmen lassen. Fotos sind auch was wert. Wenigstens aber Tonaufnahmen. Was immer man hat um die Gesamtsituation spaeter erklaeren zu koennen.

    Sehr wichtig finde ich auch den Schulterschluss mit allen anderen Nachbarn. Wenn alle am gleichen Strick ziehen haben es die, die da Aerger machen, keinen Boden. Und da lohnt sich schon die andern mal zu Kaffee und Kuchen einzuladen und alles andere aber auch das anzusprechen.

    Polizisten wissen, dass bei Nachbarschaftsproblemen eine Partei moeglicherweise "das soziale Problem ist". Dass sie die letzte Anzeige gar nicht entgegennahmen deutet drauf hin dass die auch sehen was los ist. Geh auf den lokalen Polizeiposten und schildere Deine Aengste und Befuerchtungen, bitte um Beratung und um konkrete Tips wie der Konflikt zu beheben sei. Polizei ist sehr oft fuer eigentlich soziale Belange Ansprechpartner und geben gerne solche Auskuenfte, nach meiner Erfahrung jedenfalls.

    Ich habe so eine Person in der Gegend hier. Sie bedrohte einmal meine Ex-Frau. Ich habe damals bereits geistesgegenwaertig davon Fotos gemacht, die bestens / perfekt dokumentierte Situation u.a. mit der Polizei besprochen, daraufhin - sie rieten mir das Problem sozial und nicht auf dem Rechtsweg anzugehen - einen Brief an alle Nachbarn geschrieben in dem stand was passierte, und dass wenn JEMAND sich traut derartiges nochmal zu tun dass es dann extrem Aerger geben wird, und dass diese Person ab sofort als Aergermacher erkannt und lokal auf der Polizei vorgemerkt ist - und darauf haben mir die einen gratuliert, andere haben mir eine Weinflasche reingelegt, und ueber alles senkte sich Ruhe, die bereits bei anderen Nachbarn als Aergermacherin aufgefallene Person war ab diesem Moment nicht mehr beobachtet dabei, wie sie Aerger machte. Es schien also genuetzt zu haben.

  • MyHandicap User
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    Hallo jaydee,

    nun, das ist wahrlich keine schöne Situation.

    Einige Hinweise von swisswuff sind in diesem Zusammenhang sicherlich sehr hilfreich.

    Wie Du ja auch schon festgestellt hast, ist die Polizei auf Deiner Seite. Ich würde also empfehlen, die Beamten in die Wohnung zu lassen und die Situation in Ruhe zu besprechen. Kommunikation ist der Schlüssel zu vielen schwierigen Situationen.

    In diesem Sinne auch nicht erst bei der nächsten Eskalation, sondern, wie swisswuff schen beschrieben hat, vorab das Gespräch suchen.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Lösung der Situation.

    Wenn wir Dich noch irgendwie unterstützen können, lass es uns gern jederzeit wissen 😉 Wir alle hier freuen uns, wenn wir helfen dürfen 😀
  • MyHandicap User
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    Hallo Justin, vielen Dank für Deine Antwort. Ein Gespräch mit diesem ehepaar ist leider nicht möglich. Wir haben es schon so oft versucht, leider kommen entweder nur unflätige Kraftausdrücke oder man weist alle Schuld von sich. Es ist ganz furchtbar.
    Ich glaube, ich werde vorsichtshalber eine Anwältin einschalten. Gott sei Dank habe ich alle Vorfälle sorgfältig protokolliert, habe für die meisten Vorfälle auch Zeugen. Auch der Vermieter hat von einigen Vorfällen Kenntnis bekommen. Ich will endlich wieder in Ruhe und Frieden hier leben. Aber nochmals ganz herzlichen Dank.
    Gruss Eva
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