Bahnfahrt Italien-München mit E-Rolli

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Hallo zusammen!
Ich sitze im Elektro-Rolli und möchte in nächster Zeit mit einer größeren Gruppe von Südtirol (Italien) nach München fahren.
Dabei haben wir uns überlegt, ob die Mögichkeit für mich besteht, diese Reise mit dem Zug anzutreten. Da ich noch nie mit einem Zug unterwegs war, habe ich keine Ahnung ob das möglich ist. Ich weiß, dass die italienischen Züge (zumindest die Regionalzüge) dafür ungeeignet sind. Sind die deutschen Züge besser ausgestattet? Wie gesagt, ich sitze im Elektro-Rolli, es kann also nicht einfach alles "reingehoben" werden...
Kennt ihr eine Möglichkeit für mich? oder habt ihr Erfahrungen bezüglich länderübergreifende Zugfahrten? Was könnt ihr mir raten?
Danke für eure Informationen!
liebe grüße
rolliface

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  • MyHandicap User
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    Hallo rolliface,

    auch wenn die Züge auf den ersten Blick nicht so aus sehen, sie sind in den allermeisten Fällen gut für uns Rollifahrer geeignet. Bei den Zügen, die nicht niederflurig sind, kann der Schaffner an einer bestimmten Türe die Mittelstange entfernen und uns mit unserem Rollstuhl mittels Hubrampe auf das Türniveau bringen. Wir müssen dann nur noch in den Zug rollen. Eine Rollitoilette gibt es im Zug übrigens auch.

    Wenn Du mit dem Zug nach München fahren möchtest, mußt Du Deine Fahrt bei der für Italien zuständigen Mobilitätszentrale anmelden. Außerdem ist es wichtig zu wissen, daß in Deutschland nicht alle Bahnhöfe für Rollifahrer geeignet sind und auch nicht alle Bahnhöfe einen Mobilitätsservice (Ein- und Ausstiegshilfe) anbieten.

    Bahnhofsuche in Deutschland
    http://www.bahnhof.de/site/bahnhoefe/de/start.html

    Mobilitätshilfe in Deutschland
    http://www.bahn.de/p/view/service/barrierefrei/uebersicht.shtml

    Wenn Du die entsprechenden Seiten in Italien durch suchst, wirst Du dort bestimmt ähnliche Angebote finden.

    Liebe Grüße
    Karin
  • MyHandicap User
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    Danke für die Info Karin!
    liebe Grüße
    rolliface
  • MyHandicap User
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    Hallo rolliface,

    was die Deutsche Bahn betrifft, hat Karin Dir schon alle notwendigen Informationen gegeben.

    Was die italienische Bahn betrifft, haben wir hier bei MyHandicap leider keine Kontakte bzw. Erfahrungen.

    Gern werde ich aber mal unsere Fachexpertin bei der Bahn anfragen, ob sie vielleicht entsprechend vernetzt ist 😉
  • MyHandicap User
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    Justin_MyHandicap hat geschrieben:
    Hallo rolliface,

    was die Deutsche Bahn betrifft, hat Karin Dir schon alle notwendigen Informationen gegeben.

    Was die italienische Bahn betrifft, haben wir hier bei MyHandicap leider keine Kontakte bzw. Erfahrungen.

    Gern werde ich aber mal unsere Fachexpertin bei der Bahn anfragen, ob sie vielleicht entsprechend vernetzt ist 😉


    Hallo Justin,

    wenn die Mobilitätszentrale das hin kriegt wäre das wirklich schön. Doch ich bin da skeptisch. Vor kurzen konnte die Mobilitätszenrale für mich noch nicht einmal heraus finden ob der Bahnhof in Venlo barrierefrei ist. Und das, obwohl man hier in der Gegend mit den Niederländern so enge Kontakte pflegt, das es sogar grenzübergreifende Verkehrsverbundtarife gibt.

    Schöne Grüße
    Karin
  • Blitz
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    Hallo Justin
    in bezug auf Italien kann ich dir auch keine Infos geben. Aber wenn du in der Schweiz umsteigen muss. Das möglichst früh bei der Bahn melden mit angeaben vom Bahnhof und mit welchem Zug du kommst und wie du weiterfärst. Und lass dir viel zeit zum umsteigen. Ich hab noch nie mitbekommen das der Cisalpino von Italien Pünklich in Visp war immer recht viel verspätung.
    Hier grad noch die seite http://www.sbb.ch/bahnhof-services/reisende-mit-handicap.html von der Schweiz wo sicher noch mehr infos findest wie du am besten mit deinem E-Rolli duch die Schweiz kommst wenn du so nach München fährst. Praktische erfahrungen im Bezug auf den Rollstuhl kann ich dir leider nicht geben da ich selber nicht im Rollstuhl sitze.
    Hab grad den Link von der Italenischen seite gefunde versteh zwar nichts was da steht aber ich hoffe mal das es das ist was du gebrauch kannst allso hier mal den Link: http://www.trenitalia.com/cms/v/index.jsp?vgnextoid=5c0e0cec13ada110VgnVCM1000003f16f90aRCRD
    Und hier noch die Bahn Seite von Österreich: http://www.oebb.at/de/Reiseplanung/Barrierefreies_Reisen/index.jsp
    Ich hoffe das ich dir ein wenig helfen konnte mit dem wo ich selber meine Infos holle wenn ich irgendwo hin mit der Bahn möchte nur das ich selber mehr halt die Fahrplan Infos mir von den Seiten holle.
    Duch das dass ich mit meiner Schwester vor kurzem in Italien war weiss ich das es in Italien sehr wichtig ist das Ticket (Billette, Fahrschein) vor der abfahrt zu entwerten.
    Wenn du noch fragen hast stell sieh nur vileicht kann ich sie dir beantworten, ich fahre sehr viel mit der Bahn.
    Lg Blitz
  • MyHandicap User
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    Guten Morgen,

    erstmal vielen Dank an die Community für die aktive Hilfe und die Rückmeldungen! 😀

    Auch von Ellen Engel, Leiterin der Mobilitätszentrale bei der Deutschen Bahn, habe ich postwendend eine Nachricht erhalten:

    (...)
    Gerne anliegend einige
    Hintergrundinformationen zum Sachverhalt.

    Die KollegInnen der Mobilitätsservice-Zentrale sind grundsätzlich die
    richtigen Ansprechpartner für das geschilderte Anliegen, auch bei
    grenzüberschreitenden Reisen. Es gibt einheitliche Prozesse zur Vormeldung
    von Hilfeleistungen, Fahrscheine können gebucht und
    Reisende in ihrer Reiseplanung auch grenzüberschreitend unterstützt werden.
    Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die MSZ
    bisher nur über die Ausstattung von Bahnhöfen innerhalb Deutschlands
    umfassend informieren kann. Informationen zur Ausstattung
    der Bahnhöfe in den Nachbarländern liegen den KollegInnen der MSZ leider
    nicht vor und müssen direkt bei den jeweiligen ausländischen Bahnen erfragt
    werden.

    Anliegend die Kontaktdaten zu Ihrer Information:

    Mobilitätsservice-Zentrale der Deutschen Bahn

    Telefonnummer: 0180 5 512 512*
    Faxnummer: 0180 5 159 357*
    eMail: mszdeutschebahn[dot]com
    Internet: www.bahn.de/barrierefrei und www.bahnhof.de

    * 14ct/Min.aus dem Festnetz, Tarife bei Mobilfunk max. 42 ct/Min.

    Die DB strebt auch eine verstärkte Kooperation mit anderen europäischen
    Eisenbahnen an, um europaweit technische Qualitätsstandards festzulegen und
    umzusetzen, und hiermit das grenzüberschreitende Reisen für alle
    mobilitätseingeschränkten Menschen zu vereinfachen.
    Ein internationaler Reisevoranmeldebogen bei länderübergreifenden Reisen
    mobilitätseingeschränkter Reisender mit gewünschten Hilfeleistungen beim
    Ein-, Um- und Aussteigen zur optimalen Service-Koordination zwischen den
    Europäischen Bahnen wurde
    gemeinsam entwickelt und abgestimmt.

    Zusätzlich wurde ein Buchungsverfahren entwickelt, das europaweit von allen
    Eisenbahngesellschaften eingesetzt werden kann, um internationale
    Bahnreisen mobilitätseingeschränkter Menschen mit einheitlicher Qualität
    vorzumelden. Es handelt sich hierbei um eine Datenbank, die lediglich eine
    „interne Arbeitshilfe“ zwischen den beteiligten Europäischen Bahnen
    darstellt, durch die die Zuverlässigkeit
    der Durchführung benötigter Hilfen entlang der gesamten Reisekette deutlich
    erhöht wird. Die Einführung erfolgte im 4. Quartal 2010
    und wurde durch den internationalen Eisenbahnverband UIC in Paris
    unterstützt. Aktuell wird innerhalb einer Arbeitsgruppe, bestehend
    aus VertreterInnen der mit dieser Datenbank arbeitenden Europäischen
    Bahnen, über eine zu definierende Qualitätssicherung diskutiert,
    die das Reisen im Ausland bzw. die für bei den jeweiligen Bahnen
    angemeldeten Ein-, Um- und Austiegshilfen in ihrer Durchführung
    sicher stellen soll.

    Im Rahmen des UIC-Projektes „PASSAGE“ (Passenger Accessibilty Solutions
    Support and Action Group for Europe) arbeiten Vertretern
    der Europäischen Bahnen im konstruktiven Dialog mit dem European Disability
    Forum (EDF) zusammen, um vor dem Hintergrund der
    TSI PRM und der EU-Fahrgastrechteverordnung die Serviceleistungen für
    mobilitätseingeschränkte Reisende zu optimieren und – wo
    immer möglich – eine einheitliche Basis bei den Europäischen Bahnen zu
    schaffen.

    Ich hoffe, diese Informationen sind hilfreich. (...)


    Auch ich hoffe, diese Informationen helfen Dir weiter, rolliface, und wünsche Dir eine gute Reise! 😀

    Wenn Dein Anliegen nun geklärt ist, sei bitte so lieb und setze die Bewertung oberhalb des Threads auf 100%. 😀
    So hilfst Du uns, eine bessere Übersicht zu behalten, wo noch Unterstützung benötigt wird.

    Bei weiteren Fragen wende Dich gern jederzeit wieder an mich oder meine Kollegen oder die Community! Wir alle hier freuen uns, wenn wir helfen dürfen 😀
  • MyHandicap User
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    Hallo Justin,

    die Länder übergreifende Unterstützung beim Reisen mit der Bahn funktioniert schon lange sehr gut. Doch was mich stört ist das man von Deutschland aus keine gezielten Informationen über die Beschaffenheit von Zügen und Bahnhöfen bekommt. Im Denken der Mobilitätszentalen gibt es keine Rollifahrer die selbständig Zug fahren und selbsständig ein und aus steigen können. Fährt man mit einem niederflurigen Zug, der überhaupt keine Barrieren hat, kennt aber nicht den Zielbahnhof weil dieser im Ausland liegt, muß man sich auf der ganzen Strecke vom Mobilitätsservice begleiten und betreuen lassen. Das ist eine Verschwendung von Menschen und Recourcen.

    Innderhalb Deutschlands ist das ähnlich. Habe ich auf meiner Fahrt nur Züge und Bahnsteige die so gut aufeinander abgestimmt sind, daß auch für ungeübte Rollifahrer keine Hilfe notwendig ist, aber der Zielbahnhof keine Aufzüge hat, muß ich mich auf der ganzen Fahrt und bei jedem Umsteigen vom Mobilitätsservice betütteln lassen.

    Ich bin sehr viel in NRW mit dem Zug unterwegs. Hilfe von der Deutschen Bahn benötige ich nur wenn ich nach Münster fahre. Aber eben nur in Münster und nicht in Düsseldorf oder in Essen und in Bochum auch nicht. Als ich vor einiger Zeit nach Venlo (NL) fahren wollte, wollte ich eigentlich nur wissen ob der Bahnhof in Venlo mitlerweile Aufzüge hat. Doch weil man mir das nicht sagen konnte mußte ich mir in Düsseldorf und in Venlo beim Ein- und Aussteigen helfen lassen. Doch der Zug (Regiobahn) der nach Venlo fährt und beide Bahnhöfe sind so barrierefrei, daß sogar rolliface mit ihrem Elektrorolli die Fahrt gänzlich ohne Hilfe mache könnte. Ich habe damals lange mit der Deutschen Bahn telefoniert. Bezüglich meiner Ein- und Ausstiegshilfe konnte man mit Venlo kommunizieren, aber ob der Bahnhof Venlo barrierefrei ist, konnte man angeblich nicht heraus finden. Rollifahrer die ohne Hilfe reisen und in barrierefreien Zügen ganz alleine ein- und aussteigen können, gibt es in der Vorstellung der Mobilitätszentrale nicht. Das finde ich sehr traurig. Die Zugbegleiter sind da fortschrittlicher.

    Es wäre wirklich schön wenn die Deutsche Bahn endlich einmal anerkennt, daß es auch Rollifahrer gibt die nur am Bahnsteig Hilfe brauchen wenn es dort keine Aufzüge gibt und sonst nicht. Wenn man nur Hilfe benötigt weil ein Bahnhof keine Aufzüge hat und trotzdem bei jedem Zugwechsel von zwei Helfern begleitet und betreut werden muß, weil der Mobilitätsservice sich nicht auf die ausschließliche Unterstützung am Zielbahnhof reduzieren kann, ist das nicht nur eine Verschwendung von Menschen und Recourcen, es ist auch eine Diskriminierung.

    Ich wünsche mir eine Datenbank wie auf der Seite http://www.bahnhof.de für ganz Europa. Man kann sich dort über die Barrierefreiheit aller Bahnhöfe selber informieren. Außerdem wäre es schön wenn man nur die Hilfe bekommt die man auch beantragt hat. Das bedeutet, daß man auch dann von meinem Schaffner im Zug Hilfe durch die eingebaute Rampe bekommen kann, wenn man an einem Bahnhof einsteigt, der keinen Mobilitätsservice an bietet. (Mobiservice ist dann auch nicht nötig) Partielle Hilfe erwarte ich auch dann, wenn sie nur beim Betreten oder Verlassen eines Bahnsteigs nötig ist. (Begleitung zum Zug und Hilfe beim Ein- und Aussteigen ist dann überflüssig). Zusätzlich wäre es hilfreich im Internet erkennen zu können ob ein Aufzug außer Betrieb ist oder nicht. Wenn so etwas für die 3-S-Zentralen oder die Servicepoints sichtbar ist, kann man das auch für Fahrgäste sichtbar machen. Normalreisende werden schließlich auch über Verspätungen oder Zugausfälle im Internet informiert und müssen hierfür nicht erst mit der 3-S-Zentrale in Kontakt treten.

    Vieleicht kannst Du diesen Text an Deinen Kontakt der Deutschen Bahn weiter leiten.

    Gruß Karin
  • MyHandicap User
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    Danke, danke für eure Hilfe und Infos!
    liebe Grüße
    rolliface
  • MyHandicap User
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    Hallo rolliface,

    wir freuen uns, wenn wir helfen konnten. Vielen Dank für die Rückmeldung und die Bewertung des Threads (letzteres erleichtert uns die Arbeit).

    Karin, gerne leite ich Deine Anregungen weiter und informiere Dich dann per PN über eine Rückmeldung 😀
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