Unzumutbare Modernisierung meiner Wohnung. Was nun?

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Guten Abend,

heute kam ein Schreiben meines Vermieters (Genossenschaft), mit umfassenden Modernisierungsplänen. Vor Mietbeginn wurde bereits darauf hingewiesen, dass Modernisierungsarbeiten innerhalb des Frühjahres 2012 anstehen. Jedoch wurden mir keine genauen Informationen gegeben in welchem Umfang diese stattfinden sollten. Es war direkt nur von der Außenfassade, sowie der Modernisierung des Bads die Rede.

Jetzt sieht die ganze Sache etwas anders aus. 😕
Das komplette Bad wird neu gemacht, dazu wird der Vorflur zum Bad komplett entfernt. Es werden Waschmaschinenanschlüsse gesetzt, die vorher im Keller waren. Es werden neue, >kleinere< Fenster eingebaut, die Lücken werden zugemauert. Der "Hauptflur" wird zu Gunsten des Bads sowie der Küche schmaler. Die komplette Elektronik wird erneuert. Die Außenfassade wird neu gedämmt. Der Balkon wird komplett weggerissen und ein neuer angebaut. Es werden Luftabzüge von der Küche sowie vom Bad eingebaut, sowie die Telefonkabel neu verlegt.

Das ganze Spektakel soll von Ende April bis Oktober andauern.

Aufgrund der Tatsache, dass ich einen Immundefekt (CGD(Schwerbehindert; Grad: 60%, zusätzlich Merkzeichen: G) habe und somit sehr anfällig für Krankheiten bin, ist das Vorhaben der Genossenschaft für mich nicht Tragbar. Ich könnte innerhalb dieser Zeit meine Wohnung nicht benutzen, da die Staubentwicklung und der restliche Schmutz zu groß wären.

Ich lebe mit meiner Lebensgefährtin, sowie Ihren drei Kindern zusammen. Seit ca. 2 Monaten haben wir gemeinsam den Entschluss gefasst im August nach Leipzig (derzeit leben wir in der Nähe von Pforzheim) umzuziehen, da dort die Kinderbetreuung optimaler gestaltet ist, sowie dort die Familie meiner Lebensgefährtin lebt.

Nun ist halt die Frage, wie wir weiter verfahren sollen.
Kurzzeitig eine andere Wohnung in Pforzheim anzumieten ist halt finanziell nicht drin. Davon abgesehen, dass ich das physisch nicht durchstehen würde. Jetzt schon nach Leipzig umzuziehen ist demnach auch nicht machbar.

Welche rechtliche Handhabe habe ich jetzt? Was kann ich von der Genossenschaft verlangen? Gibt es seitens des Amts Möglichkeiten zur Übernahme der Umzugskosten nach Leipzig?

Ich wäre für jegliche Informationen dankbar.

Gruß
Jan

Antworten

  • Hallo Jan,

    solche Baumaßnahmen von Wohnungsgenossenschaften kenne ich aus Dresden und Pirna.

    auch wenn Sie rechtlich dagegen vorgehen und Ihre Wohnung ev. von den Baumaßnahmen ausgeschlossen werden würde, hätten Sie doch den ganzen Staub und Dreck aus dem Treppenhaus vor und auch staubmäßig in der Wohnung, vom Baulärm ganz zu schweigen.
    Versuchen Sie es im Guten mit der Wohnungsgenossenschaft. In der Regel wollen die Ihre Mieter nicht verlieren und bieten eine Ausweichwohnung an.

    Gruß Nikolaus
  • Hallo Jan,

    zunächst einmal herzlich willkommen in der Community! Schön, dass Du MyHandicap gefunden hast 😀

    Ich schließe mich meinem Vorredner an. Geh freundlich auf die Genossenschaft zu und schildere ihnen offen und verständlich Deine Situation. Sicher findet man gemeinsam eine Lösung 😉

    Was die Umzugskosten betrifft, so habe ich nicht ganz verstanden, weshalb hier ein Dritter für die Kosten Deines Umzuges aufkommen soll. Beziehst Du Hartz IV oder andere Sozialleistungen?

    Ich freue mich darauf, Dir in dieser Angelegenheit noch weiterhelfen zu dürfen, sobald Du mir weitere Infos gegeben hast 😀
  • Hallo Justin,

    entschuldige bitte, dass ich erst jetzt Antworte.

    Wir beziehen SGBII.
    Die Genossenschaft ist offensichtlich an keiner Einigung Interessiert und verweist auf den Mietvertrag und auf die Ankündigung. Aber wie gesagt: Die Ankündigung steht in keiner Relation zu dem tatsächlichen Modernisierungsplan.
  • Hallo Jan,

    überhaupt kein Problem, dass Du erst jetzt wieder antwortest 😉

    Dass die Genossenschaft sich derart quer stellt, ist natürlich sehr schade.

    Nun, ich bin kein Anwalt, aber wenn ich mir das SGB II so ansehe, bestehen durchaus Chancen der Kostenübernahme durch die Leistungsträger. Ich würde hier an Eurer Stelle vor allem mit den verbesserten Bedingungen für die Kinder und Deiner Gesundheit argumentieren.

    Allerdings müsstet Ihr dann wohl jetzt schon umziehen. Denn zwei Umzüge in einem Jahr zahlen die garantiert nicht.

    Ich wünsche Euch viel Erfolg!

    Bei weiteren Fragen wende Dich gern jederzeit wieder an mich! 😀
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