rollstuhlkurs für anfänger?

Optionen
Hi

Gestern hatte ich ein intessantes Gespräch mit einem jungen User von Mayhandicap, er wurde vor einem Jahr Paraplegiker und sitzt total frustriert zuHause weil er nicht weiss wie mit einem Rollstuhl umgehen, er komme nicht mal über kleine Schwellen und wisse nicht recht wie er eine Türe gescheit aufmachen können, das hat mich schon sehr verwundert. ich weiss, dass zum beispiel im schweizer Paraplegikerzentrum neu betroffenene genau solche sachen intensiv lernen mit Physiohterpeuten und so gut wie möglich auf den ALltag vorbereitet werden, wird das in Deutschland etwa nicht gemacht? Ich mein, man kann doch keinen einfach in einen Rollstuhl setzen und dann nach Hause schicken?!
«1

Antworten

  • Hallo,

    also mein mann sitzt seid juni 2010 nach einem arbeitsunfall im rolli und ist auch para.

    er lag 6 monate in der unfallklinik duisburg und ich muss sagen er wurde auch nicht richtig darauf vorbereitet.

    er kann sich bis heute nicht alleine an und ausziehen. morgends kommt der pflegedienst der ihn duscht usw.abends bringe ich ihn ins bett mit einem rutschbrett.

    umsetzten klappt auch nicht obwohl er es mit dem richtigen beibringen könnte (ist th10)

    das einzigste was ihn in den letzten 6 wochen gezeigt wurde war das kippeln .

    in der klinik hatten die auch immer ein personalmangel sodass sie ihn manchmal nicht in den rolli geholfen haben weil sie keine zeit hatten.. genauso wie mit der physio..und wenn dann wurd der lifter genommen 🙁

    eigentlich sollte man nach einem solangen aufenthalt das können.. bzw sollte man das von einem querschnittszentrum denken das sie das den patienten beibringen damit er wenn er entlassen wird sein leben so gut wie weiter leben kann.

    lg angela
  • Hallo,

    ich habe eine inkomplette Tetraparese und bin dadurch auf einen Rollstuhl angewiesen, wenn ich ausserhalb meiner vier Wände unterwegs sein möchte. Diesen hat mir mein Hausarzt verschrieben in Absprache mit meinen Fachärzten.
    Auch ich habe keinen Kurs oder ähnliches bekommen. Kommt eine Schwelle oder der Bürgersteig oder ist eine Kante im Pflaster bin ich aufgeschmissen.
    Also habe ich zwar nun meinen Rollstuhl um selbständiger zu sein bin es aber nicht weil ich nicht damit umgehen kann. Nun habe ich noch ein Zuggerät bewilligt bekommen wenn das angekoppelt ist sind die vorderen kleinen Räder in der Luft und es ist einfacher zu fahren.
    Ebenso habe ich eine neue Physiotherapeutin die mit mir Rollitraining machen wird sobald das Wetter besser wird.
    Ich denke das es auch bei uns einen Unterschied gibt ob du z.B. durch einen Unfall einen Querschnitt hast und direkt in einer Rehaklinikversorgt wirst und dort auch lange genug bist das dort ein Training statt findet, oder ob du ambulant versorgt wirst.

    Schönen Gruß Sonnenscheinhsk.
  • Hallo Zusammen!

    Es ist traurig zu lesen das hier Querschnittgelähmte in einer Reha waren und das Personal nicht genügend Zeit hatte, dem Betroffenen ausreichend Alltagsselbständigkeit bei zu bringen. So etwas schänkt nicht nur die Lebensqualität enorm ein, es kostet auch dem Gesundheitssysthem viel Geld und den Angehörigen sehr viel Kraft. 🙁

    Das Ausmaß der Selbständigkeit hängt zwar in erster Linie vom Grad der Bewegungseinschränkungen bzw. der Lähmungshöhe ab, aber mit dem richtigen Rollstuhl, der optimal auf die Bedürfnisse eingestellt wurde und viel Training, sollte so ziemlich jeder lernen können sich selbständig an und aus ziehen und um zu setzten setzten und Türen hinter sich zu zu machen.

    So etwas zu erlernen dauert je nach Lähmungshöhe, nach Körpergewicht, Alter und Sportlichkeit, mehere Wochen oder Monate. Doch so lange man nicht weiß was man alles erlernen kann, weiß man auch nicht welche Ziele für einen persönlich erreichbar sind. Ich hatte das Glück früher beruflich rollstuhlpflichtigen Kindern und Jugendlichen diese Alltagskompetenz bei zu bringen und brachte mir all dieses Dinge selber bei. Doch im Alltag erlebe ich ziemlich oft, daß die meisten Rollifahrer gar nicht wissen wieviel Selbständigkeit in ihnen drin steckt und deshalb gar nicht erst versuchen etwas selber zu machen, daß sie eigentlich selber könnten. Oft ist es auch so, daß Reha Kliniken auch nicht wissen wieviel Selbständigkeit bei Rollifahrern überhaupt möglich ist und bringen den Betroffenen bei, von anderen abhängig zu sein. Ein frustrierender Teufelskreis entsteht.

    Möglichst viel selber machen und sich so wenig wie möglich helfen lassen, hilft bei der Selbtändigkeit der täglichen Verrichtungen vorwärts zu kommen. Auch wenn es am Anfang so wirkt, als würde man es niemals alleine schaffen, kann man nur selbständig und unabhängig werden, wenn sich durch beißt und es immer und immer wieder versucht. Irgend wann klappt es dann doch alleine und das, was zu Beginn richtig anstrendend war, fällt mit der Zeit immer leichter.

    Ich brauchte etwa zwei Monate bis mir Steigungen und Kopfsteinpflaster nichts mehr ausmachten und meine Selbständig so ausgereift war, daß ich die Schiebegriffe meines Rollstuhls entfernen ließ. Die meisten Rollifahrer jedoch benötigen ssehr viel länger. Vor allem dann, wenn eine Lähmung nur einen Teil der Muskulatur mitarbeiten läßt und die Muskulatur die übrig geblieben ist, bisher recht wenig genutzt wurde, braucht es viel Zeit und Geduld um sie zu trainieren. Trotzdem ist so gut wie alles möglich. Vorrausgesetzt man sitzt in einem Rollstuhl der dies alles zu läßt und man wird niemals müde immer wieder zu üben, zu üben und noch mal zu üben. Erlernen kann man diese Alltagskompetenz in speziellen Reha Kliniken oder ambulant bei einem Mobilitätstraining. Informationen darüber geben die Krankenkasse und der DRS.

    Schönen Gruß
    Karin
  • Ja genau! Karin hat dazu ja schon vieles Hilfereiche erzählt! Ich selbst bin seit 6 Jahren auch Rollifahrerin. Ich habe damals einfach denjenigen im Sani-Haus gefrasgt, der mir meinen Rolli angepasst hat, wo ich denn das Rollifahren lernen kann. Derjenige hat mich an das nahegelegene Unfallkrankenhaus verwiesen, mir die Telefonnummer gegeben und den dortigen Ansprechpartner. ich rief dort also an und fragte, ob die auch für externe Rollifahrer ein Alltagstraining anbieten, was bejaht wurde. Dann fragte ich nach, was genaus auf die Verordnung geschrieben werden muss, damit die KK das auch bezahlt und habe dann einen Termin für das erste Training vereinbart. Insgesamt habe ich ein Vierteljahr dort trainiert und alles lernen können, was man mit einem Rolli so anstellen kann: Treppenrunterfahren, Rolltreppen fahren, Kippeln, wieder in den Rolli kommen, wenn man raus gepurzelt ist, Bordsteine rauf und runter kacheln, auf unterschiedlichen Untergründen zurecht kommen.... einhändig Ballwerfend auf den Hinterrädern balancieren usw. es war toll! Erst danach war der Rolli ein echtes Mobilitätsmittel für mich. Von der KK wurde das Alltagstraining genauso wie KG bezahlt und angesehen. 😛
  • sonnenscheinhsk hat geschrieben:



    Ich denke das es auch bei uns einen Unterschied gibt ob du z.B. durch einen Unfall einen Querschnitt hast und direkt in einer Rehaklinikversorgt wirst und dort auch lange genug bist das dort ein Training statt findet, oder ob du ambulant versorgt wirst.

    Schönen Gruß Sonnenscheinhsk.


    also mein mann hatte einen arbeitsunfall und wurde direkt in die unfallklinik geflogen .. die reha ist da mit angeschlossen und er lag 6 monate da. gelernt hat er nichts.

    gruß angela
  • Hallo Klikla,hat Dein Mann schon eine Pflegestufe.Da habe ich ja Schwein gehabt nach 6Manaten konnte ich das meiste.Muss aber mal sagen das ich sehr viel selber rausgefummelt hab denn jeder ist anders.Anziehen hat mir keiner gezeigt,habe ich zuerst immer im Bett gemacht,das habe ich auch noch daheim so gemacht,seit einigen Jahren ziehe ich mich aber im Rolli an,üben üben üben Muskeln müssen sich auch erst aufbauen.LG Erich
  • Klikla hat geschrieben:
    also mein mann hatte einen arbeitsunfall und wurde direkt in die unfallklinik geflogen .. die reha ist da mit angeschlossen und er lag 6 monate da. gelernt hat er nichts.

    gruß angela


    Hallo Angela,

    für mich hört sich das an, als wenn Dein Mann in einer neurologischen Klinik bzw. neurologischen Reha war, die nicht auf Querschnittlähmungen spezialisiert ist. Deshalb war das Personal auch völlig überfordert, einen Querschnittpatienten für einen möglichst selbständigen und unabhängigen (Berufs)Alltag fit zu machen. Kann es sein das diese Klinik überwiegend neurologische Patienten betreut, die einen Schlaganfall oder andere Hirnvereltzungen bzw. -Erkrankungen hatten? Dieser Patientenkreis ist oft älter und/oder schwerer Bewegungseingeschränkt als die meisten Querschnittpatienten. Das Ziel solcher Patienten ist es häufig, für die Pflege Zuhause fit gemacht zu werden. Aber nicht für ein möglichst unabhängiges und selbständiges Rollifahrerleben, daß auch eine Berufstätigkeit erlaubt. Ohne auf die Bedürfnisse und die Fähigkeiten eines Querschnittpatienten geschult zu sein, kann das Personal gar nicht zufriedenstellend arbeiten. 🙁

    Dein Mann kann jeder Zeit einen neuen Reha-Antrag stellen. Doch sollte er vorher genau wissen in welche Rehaklinik er möchte und sich genügend Zeit mit nehmen.

    Frage:
    Hat Dein Mann überhaupt einen Aktivrollstuhl bekommen? Ein Leichtgewichtrollstuhl läßt nicht so viel Selbständigkeit zu wie ein Aktivrollstuhl. Das Öffen und Schließen von Türen ist mit einem Leihtgewichtrollstuhl viel schwieriger. Alles andere auch.

    Gruß Karin
  • Gott das ist ja haarsträubend!! Ich muss ehrlich sagen, ich dachte eigenlich, dass dieser User mich verarscht, aber offenbar ist das in Deutschland nicht ungewöhnlich? Das ist ja schon ganz krass, ein Rollstuhl soll doch die Mobilität zurückgeben die man durch die Lähmung verloren hat!
    Gruss, Phil
  • Ich konnte es auch erst nicht glauben bis ich den ersten rumeiern sah,vor allem in was für einem Teil das war eher eine Behinderung statt als das es geholfen hätte.Dann ist hier eine junge Frau da ist der Rolli bald 10 cm zu briet ist aus dem Pool ist könnt Euch ja vorstellen was da für einer drin saß.Ich bin immer wieder erstaunt das die meiten total alleine gelassen werden anstatt vorzubereiten auf das nächste Leben das schwer genug ist.LG Erich
  • Hallo Philip,

    der User kann sich gerne an meine Kollegen oder mich wenden. Wir helfen ihm dann gerne bei der Suche nach einem geeigneten Kurs und Klärung der Kostenübernahme 😀
  • Magic hat geschrieben:
    Ich konnte es auch erst nicht glauben bis ich den ersten rumeiern sah,vor allem in was für einem Teil das war eher eine Behinderung statt als das es geholfen hätte.Dann ist hier eine junge Frau da ist der Rolli bald 10 cm zu briet ist aus dem Pool ist könnt Euch ja vorstellen was da für einer drin saß.Ich bin immer wieder erstaunt das die meiten total alleine gelassen werden anstatt vorzubereiten auf das nächste Leben das schwer genug ist.LG Erich


    @Erich,

    das liegt daran das unser Gesundheitssysthem total chaotisch ist und wir Patienten keinen Ansprechpartner haben der uns da hindurch führt. Nicht nur die Menschen die in unserem Gesundheitssysthem arbeiten orientieren sich an den falschen Parametern, auch wir Betroffenen müssen lernen für unsere gesunheitlichen Bedürfnisse den richtigen Ansprechpartner zu finden und nicht den, der uns am nächsten ist. Nur wenn unser Gesundheitssysthem uns und seine Mitarbeiter an der richtigen Stelle darüber imformiert, daß Sanitätshaus nicht gleich Sanitätshaus, Rollstuhl nicht gleich Rollstuhl und Rehaklinik nicht gleich Rehaklinik ist und das wir eine Koordinierungsstelle benötigen die uns da hindurch dirigiert, werden diese Mißstände endlich auf hören.

    Gruß Karin
  • Hallo Karin, Erich und alle anderen Rollifahrer, vielleicht wäre es mal ganz gut, wenn ihr die Unterschiede der einzelnen Rollstühle aufzählt. Also was ein Leichtgewichtsrolli ist, ein Aktivrolli etc...Das könnte für Rollineulinge Klikla doch ganz interessant sein, um zu sehen, ob ihr Mann überhaupt den richtigen Rollstuhl hat. Ist jetzt nur eine spontane Idee von mir, ich selbst benötige ja keinen Rolli, bin Fußgängerin, aber wäre ich damals (1977) nicht operiert worden, wäre ich wohl auch im Rolli gelandet, habe beidseitige HD, so war damals die Aussage.
  • Justin_MyHandicap hat geschrieben:
    Hallo Philip,

    der User kann sich gerne an meine Kollegen oder mich wenden. Wir helfen ihm dann gerne bei der Suche nach einem geeigneten Kurs und Klärung der Kostenübernahme 😀


    Also ich bräuchte wohl auch ziemlich dringend so einen Kurs...kann zwar jetzt ankippen, aber so wirklich "sicher" und "gut" bin ich definitiv nicht unterwegs!

    Dankeschön schonmal
  • delphisanne63 hat geschrieben:
    Hallo Karin, Erich und alle anderen Rollifahrer, vielleicht wäre es mal ganz gut, wenn ihr die Unterschiede der einzelnen Rollstühle aufzählt. Also was ein Leichtgewichtsrolli ist, ein Aktivrolli etc...Das könnte für Rollineulinge Klikla doch ganz interessant sein, um zu sehen, ob ihr Mann überhaupt den richtigen Rollstuhl hat. Ist jetzt nur eine spontane Idee von mir, ich selbst benötige ja keinen Rolli, bin Fußgängerin, aber wäre ich damals (1977) nicht operiert worden, wäre ich wohl auch im Rolli gelandet, habe beidseitige HD, so war damals die Aussage.


    Hallo Sanne,

    das habe ich vor. 😉 Doch ohne zu wissen ob die Schwierigkeiten von Klikla's Mann am falschen Rolli liegen oder wie der Rolli von Klikla's Mann aus sieht, möchte ich hier keine Rollstuhlberatung machen. Es ist besser auf Klikla's Feedback zu warten um genau das vor zu schlagen, was er wirlich braucht, dami ter auch eine Chance hat, seinem Ziel näher zu kommen.

    Lieben Gruß
    Karin
  • guten morgen,

    ich schreibe nur mal kurz welchen rolli mein mann hat..(muss die kiddys zur schule machen) melde mich aber später nochmal.

    mein mann hat den speedy 4 all man sagte uns das ist ein aktivrollstuhl.
    ich habe auch das gefühl das er nicht passt da seine beine stark auseinander gehen.aber das sanhaus von der berufsgenossenschaft meinte das liegt an seiner hüfte.

    zum thema reha. er lag hier..http://www.bgu-duisburg.de/

    es soll ein querschnittszentrum sein 🙁

    bis später angela
Diese Diskussion wurde geschlossen.