Bewerbung um Ausbildungsplatz

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Hallo,

mein erstes Posting hier, als Mutter für meinen Sohn, der nächstes Jahr die Realschule verläßt und daher jetzt auf Ausbildungsplatzsuche ist.

Wir haben nun den Lebenslauf soweit fertig, aber das Anschreiben ist noch so ne Sache. Mein Sohn hat einen SBA von 80% und die Buchstaben BGH (Asperger Autist). Nun habe ich von einer anderen Mutter den Tipp bekommen, ins Bewerbungsanschreiben den Satz rein zu formulieren, daß die Anstellung aufgrund der Behinderung vom Arbeitsamt mit 50% unterstützt wird.
Der Satz der anderen Mutter lautet:
Seit meinem xx. Lebensjahr weiß ich, dass ich das Asperger Syndrom habe, weshalb die Ausbildung mit mindestens 50% des 3. Lehrjahrgehaltes von der Arbeitsagentur finanziell unterstützt wird. Mehr darüber teile ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch mit.

Sollte bzw. kann man diesen Satz so schreiben oder empfiehlt es sich anders zu formulieren ??
Über Tipps und Anregung zur Formulierung bin ich sehr dankbar.


Antworten

  • Hi

    Einerseits: Grundsätzlich ist die Behinderung deines Sohnes keine Stärke und ausser stärken gehört nichts in eine Beewerbung, ich würds also weglassen, nicht, weil er sich schämen müsste, sondern einfach, weil es dort nicts verloren hat. ich schreib ja auch nicht in meine behinderung: "ich bin schlecht im rechnen" oder "ich kann teamarbeit nicht ausstehen."

    Andererseits: Aber dass sie ja grundsätzlich bei der einstellung deines sohnes sparen würden, da er utnerstützt wird, ist wieder eine stärke und macht ihn attraktiv für den arbeitsgeber.

    schwierig. Ich würde mich für "Auf Grund meiner Asperergererkrankung wird meine Ausbildung mit mindestens 50% des 3. Lehrjahrgehaltes von der Arbeitsagentur finanziell unterstützt wird. Mehr darüber teile ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch mit." (Es interessiert niemanden, wie lange er schon weiss, dass er Asperger hat und eine bewerbungs sollte kurz und prägnat sein).
  • Vielen Dank für den geänderten Absatz, ein Problem hab ich noch, Asperger ist nix, wodran man erkrankt, das ist eine angeborene Behinderung. Deshalb ist der Ausweis auch ab Geburt, bzw. man kann es nicht "heilen" sondern nur therapieren.
    Deshalb gefällt mir das Wort Aspergererkrankung in dem Satz noch nicht so wirklich.

    ... meines Asperger Syndroms .... klingt doch dann auch ok oder ??
  • Ja, sorry, das ist natürlich besser!

    Viel Glück!
  • Hallo az2011,

    Herzlich Willkommen hier im Forum. Ich wäre sehr vorsichtig mit Aussagen wie, das 3. Lehrjahr wird mit mindestens 50% vom Arbeitsamt unterstützt. Ich würde mich vorher erst mal erkundigen, ob das überhaupt noch akutell ist. Die Mutter die Dir das geschrieben hat, kann ja auch in einem ganz anderen Bundesland leben, wo es andere Gesetze geben kann, aber nicht muß. NIcht das Dein Sohn nicht eingestellt bzw. nur eingestellt wird, er bekommt dann einen Zuschuß und hinterher stellt sich heraus, das dieser nicht mehr bezahlt wird, aus welchen Gründen auch immer. Gerade in der heutigen Zeit, seit vorsichtig mit solchen Aussagen, es wird leider immer und überall gespart, und wo fängt man leider an? Na klar, bei den schwachen und behinderten Leuten... 😡 😡 😡 😡
  • oh mann 😢

    das ja gar nicht so leicht und einfach und sicher wächst dann noch die frustration wenn absagen kommen.

    hab nochmal umgedacht, wie wäre das:

    Abschliessend möchte ich darüber informieren, dass ich an dem xxx Syndrom leide, weshalb die Ausbildung seitens Arbeitsagentur stark finanziell unterstützt wird, aber meine Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Mehr darüber teile ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch mit.

    eventuell ohne das wort "stark" ??
  • Hallo az2011,

    ich würde das Wort stark auch eher weglassen, vielleicht nur schreiben, dass das Arbeitsamt ihn finanziell unterstützen wird (vorrausgesetzt es stimmt halt auch, wie delphisanne63 bereits sagte, man muss vorsichtig sein.

    Pulverkuss


  • Also ich würde davon garnicht erwähnen, auch nicht die Behinderung, man kann sowas später in einem Bewerbungsgespräch immer noch kurz erwähnen. Und 2tens wurde früher nur das erste Jahr mit 50% bezuschusst und dann immer weiter verringert bis 3 Jahre. Aber ob das Heute noch gibt, k.A.
  • mmhhh naja verschweigen bringt meiner Meinung nach auch nicht unbedingt Vorteile, und könnte u.U. sogar eher sehr nachteilig sein, siehe hier
    http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/behindertem-gekuendigt-prozess-wird-fortgesetzt-1.1328746

    Ich denke, offene Karten gleich von Anfang an. Da wir die Bewerbungen so oder so persönlich abgeben wollen, und dort auch mündlich drauf hinweisen werden, ist dieser Satz eher eine "Erinnerung" für dann, wenn das Auswahlverfahren stattfindet in den Unternehmen.
    Stell Dir doch mal vor, 50 Bewerbungen, ohne diesen Hinweis, man entscheidet sich, und lehnt quasi aus Unwissenheit den Behinderten ab, mmhhhh
    Vielleicht hab ich auch noch eine zu naive Vorstellung vom derzeitigen Arbeitsmarkt, finde aber wirklich offene Karten immer besser.
  • Mein Tipp wäre noch, dass du die Behinderung deines Sohnes im Lebenslauf angibst (so mache ich es auch).

    Mit offenen Karten sollte man schon spielen (meiner Meinung nach).
    Manchmal in der Bewerbung manchmal auch erst beim Vorstellungsgesprach, das muss man abwiegen was nun am besten ist.

    Mich beispielsweise schränkt meine Sehbehinderung offentsichtlich ein, also schreibe ich es gleich in den Lebenslauf damit sie bescheid wissen.

    So habe ich es von mehreren gehört... also AOK Bewerbungstraining, Agentur für Arbeit,wobei die anfangs auch immer erst einmal mit dieser simplen Frage überfordert waren. ^^°


    Anfangs habe ich es erst verschwiegen oder beim Vorstellungsgespräch erst erwähnt, gemerkt haben sie es bei mir trotzdem immer, und es erst auf Aufforderung zu sagen, kam dann nie gut an.

    Pulverkuss


  • Danke Pulverkuss

    der Lebenslauf hat im Bereich Hobby/Interessen einige Einträge, die auf die Spezialgebiete hindeuten, die Asperger Autisten haben.
    Ich hoffe ja immer noch, daß bei der persönlichen Übergabe der Berbungsmappe wenigstens 10min. Zeit für kurzes Gespräch möglich ist, in der Zeit man einfach kurz und knapp das Handikapp ansprechen kann.

    Schaun mer mal, wir werden bald die ersten abgeben und bin echt gespannt wie es so weitergeht, vor allem wann es zu einer entgültigen Unterschrift kommt.
  • Liebe az2011

    Ich habe deine Frage an unsere Fachexperten weitergeleitet. Sicher bekommst du bald eine Antwort.

    Liebe Grüsse
  • surfer
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    Hallo Leute,

    Verschweigen bringt z.B. bei mir als Spasti mit 2 Stützen nichts.
    Ideal wäre wenn man so ein Merkblatt vom Arbeitsamt hätte, das die Förderung bestätigt und kopiert beigelegt werden könnte.
    Ich habe damals keins gekriegt, aber ich weiß ja nicht wie es jetzt ist.

    LG

    Surfer
  • Hallo,

    stimmt, wenn man was beilegen könnte ....

    hab mal gesucht und hier http://www.arbeitsagentur.de/nn_26392/Navigation/zentral/Buerger/Hilfen/Rehabilitation/Rehabilitation-Nav.html

    oder http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A015-Oeffentlichkeitsarbeit/Publikation/pdf/DA-Teilhabe-am-Arbeitsleben-19-426-SGB-III.pdf

    aber ich denke gerade wenn es ein "staatliches" Unternehmen ist, müßten die wissen was das Arbeitsamt da unterstützt.

    Habe noch ein paar Bekannte gefragt, der Satz sieht mittlerweile geändert so aus:
    Abschliessend möchte ich Sie darüber informieren, dass ich an dem Asperger Syndrom leide, wodurch meine Leistungsfähigkeit aber nicht beeinträchtigt wird. Die Ausbildung wird seitens der Arbeitsagentur finanziell unterstützt . Mehr darüber teile ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch mit.