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Hallo

Hallo,

ich möchte mich hier gerne Vorstellen. Ich bin 31 Jahre alt und werde im September, nach zwei Jahren Unterbrechung, das letzte Jahr meiner Erzieherausbildung beginnen.

Leider wurde vor acht Jahren bei mir Borderline diagnostiziert. Immer wieder habe ich mit Depressionen zu kämpfen und körperlicher Schwäche.

Jetzt fragen sich bestimmt einige ob das überhaupt der Richige Beruf für mich ist......
Ich musste meine erste Ausbildung als Wirtschafterin leider abbrechen, auch wegen psychischer Beschwerden, dann habe ich 4 Jahre vor mich hin gejobt. Immer wieder bekam ich zuspruch wie gut ich doch mit Kindern umgehe und von den Kindern bekam ich auch eine gute resonanz´......

Die Arbeit als Erzieherin ist wirklich mein Traum und ich mache die Ausbildung für mich selbst, denn das ist was ich kann und will. Was ich danach mache weiss ich noch nicht, ich weiß nur, das ich keine Vollzeitstelle annehmen kann.

Ich habe mich bisher in den drei Jahren der Ausbildung trotz Problemen gut geschlagen, doch immer wieder fiel es mir schwer acht Stunden zu arbeiten.
Ich habe einfach angst das ich das letzte JAhr nicht schaffe.

Antworten

  • Hallo Marionette

    Erstmal ganz herzlich willkommen in unserem Forum! Schön, dass du zu uns gefunden hast.

    Menschen mit einer Beeinträchtigung müssen sich von Aussenstehenden oft sagen lassen "Das kann du nicht". Bei vielen habe ich beobachtet, dass sie es dann erst recht versuchen und häufig beweisen, dass sie eben sehr wohl können! Ich bin gehörlos und bin trotzdem Übersetzerin geworden. Ich wollte allen beweisen, dass ich es kann(dass ich es tatsächlich geschafft hab, hat mich dann zwar selbst überrascht 😉).

    Dadurch, dass du Borderline hast, kennst dich mit schwierigen Situationen aus und hast Strategien entwicklet. Das ist doch gerade in diesem Beruf eine Stärke! Du hast es so weit geschafft, da ist das letzte Jahr nur noch ein kleines Stückchen, das schneller vorbeigeht als du jetzt denkst. Halte dir deinen Traum vor Augen.

    Vielleicht hilft dir auch eine ganz klare Struktur wie "von dann bis dann lerne ich das, von dann bis dann mache ich Pause" etc. Du kennst deine Grenzen inzwischen, so kannst du dich gut auf den Stress und die Belastung vorbeireiten.

    Du darfst dir auch jederzeit Luft machen hier im Forum, wenn es dir zu viel wird. Dampf ablassen braucht es auch, damit man nachher wieder weitermachen kann.

    Bei Fragen etc. sind wir, die User und das MyHandicap-Team, gerne zur Stelle.

    Liebe Grüsse



  • @ Maggie_MyHandicap:

    Vielen Dank für deine Antwort, gleich fühl ich mich hier aufgehoben. 😀
    Auch ich musste miterleben, das meine Freunde nicht an mich geglaubt haben. Aber ich habe ihnen und mir auch das Gegenteil bewiesen, das haben wir gemeinsam 😃
    Leider zweifle ich trotzdem immer wieder und ich finde auch immer wieder mehr Bestätigung darin das ich es nich schaffe, als das ich es schaffen kann.

    Ich habe ein Praktikum zwischendurch gemacht, die Mitarbeiter waren alle sehr lieb zu mir und trotzdem war ich immer wieder mit vielen Dingen überfordert. Dazu muss ich sagen ich hab auch nur 5 Stunden und 3 Tage die Woche gearbeitet und kein Druck hinter mir gehabt.....jetzt frag ich mich natürlich, wie soll ich das schaffen wenn ich 8 Stunden arbeiten und zusätzlich auch noch für die Schule Aufgaben machen muss.

    Aber das mit den Strukturen is gar keine schlechte Idee, vielleicht muss ich da auch mal radikal sein und nich ständig allen alles Recht machen wollen. Leider merke ich erst wenn es zu spät ist das ich mit vielen Dingen überfordert bin. Aber ich werde es versuchen.
  • Liebe Marionette

    Ich möchte dir ganz viel Mut zusprechen, dass du es schaffst deine Ausbildung zu beenden. Viele Mensche mit Behinderungen und Krankhieten haben bewissen, dass man es schaffen kann, wenn man es wirklich möchte.

    Ich nehme an, dass du dich wegen deiner Erkrankung in Behandlung befindest.
    Die Ausbildungs- und Arbeitswelt bringt auch gesunde Menschen an ihre Grenzen, das ist leider so. Aber es kommen auch viele Tage wo wieder alles gut klappt.

    Maggi hat dir schon viele gute Tips gegeben.
    Halte durch du kannst das schaffen und stolz auf dich sein!

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

  • Ich habe in diesem Bereich der Psychiatrischen Aufälligkeiten auch ein wenig Erfahrung.
    <- ich selbst bin Bipolar/Manisch-Depressiv

    Ich kann dir nur sagen, daß du zwar eine Diagnose hast, die das über dich aussagt, jedoch ist es ja keine "Krankheit", welche nach 5 Monaten weg ist, oder ein modisches, "Burnout"-Sydrom(auch nur ein schönerer/anderer Name für eine Depressionsart...).

    Du hast diese bestimmte Persönlichkeitstruktur. Doch das war es dann, was daran Krankhaft und was Toll oder ganz normal ist, daß sit so unterschiedlich wie die Menschen dort draußen.

    Angelina Jolie ist ja auch Borderliner -> Und hat ihr Leben im Griff.

    --

    Es kann gut sein, daß dir das alles Bewußt ist, nur ich war mal, bei meinem Fall, in Bipolaren-Selbsthilfe-Gruppen und alles was die Menschen da am Reden waren war. Wie total krank man doch sei und wie schlimm das alles sei und ist, dabei wurde nicht einmal gesagt, dass sehr viel Potential auch in solchen Menschen steckt und das vieles weit aus gesünder ist als bei anderen.




  • Hallo Marionette,

    erstmal Herzlichen Glückwunsch, dass Sie einen beruflichen Weg für sich gefunden haben und ihn so gut durchgehalten haben. Respekt!

    Bei Ihnen ist Borderline diagnostiziert worden. Ich kenne Ihre genaue Situation und Symptomatik nicht. Dennoch denke ich, dass Ihre Angst, das letzte Ausbildungsjahr nicht zu schaffen, völlig normal – und gesund ist. Borderline stellt Sie sicher vor so manche Herausforderung im Alltag; Sie müssen andere Klippen umschiffen, als es vielleicht ein „Gesunder“ muss. Das wichtigste bei jeder Erkrankung, ob nun chronisch oder nicht, ist jedoch, sie zu akzeptieren, ja zu ihr und zu sich zu sagen. Nicht gegen, sondern mit ihr zu „kämpfen“. Borderline steht nicht auf einem hohen Podest und hat von da aus mehr Macht über Sie und Ihr Leben als Sie selbst. Und es bietet daher auch keinen Platz, sich hinter ihr zu verstecken. Warum auch? Sie klingen entschlossen, motiviert und offenbar haben Sie Möglichkeiten gefunden, sich „trotz Problemen gut“ zu schlagen.

    Ihre Angst schätze ich daher als eine völlig normale Reaktion ein.
    Malen Sie ein Bild – vielleicht wirklich mit Stiften auf einem Blatt Papier oder aber visuell, indem Sie einfach die Augen schließen. Und lassen Sie sich als Erzieherin erscheinen. Malen Sie das Bild in allen Details aus, lassen Sie sich Zeit: Wie sehen Sie aus? Was genau tun Sie? Wie sieht Ihre Umgebung aus? Wie fühlen Sie sich in diesem Bild? Usw. Sie können das Ergebnis auch als eine Art Brief an sich selbst aufschreiben. So ein Bild kann in zweifelnden Momenten als Motivation und Mutmacher dienen.

    Suchen Sie sich bewusst Ausgleich nach den 8 Stunden Arbeit. Tanken Sie aktiv Kraft für den nächsten Tag. Ich weiß nicht, welcher „Entspannungstyp“ Sie sind. Vielleicht brauchen Sie das Gefühl, sich auszupowern, dann empfiehlt sich eine Ausdauersportart wie Walken, Jogging, Fahrradfahren oder Schwimmen. Vielleicht können Sie aber auch besser über Muße entspannen. Nehmen Sie sich eine kleine, tägliche Auszeit, indem Sie einen ruhigen Spaziergang an der frischen Luft machen.

    Machen Sie jeden Abend eine kleine Bestandsaufnahme, oder auch die „Ultimative Marionette-Lobpudelei“: Was haben Sie an dem Tag alles geschafft? Es dürfen nur positive Dinge auf die Liste. In der ersten Woche sollten es täglich mindestens drei Dinge sein, die Sie auf Ihre Liste schreiben. Aber ab der zweiten Woche fallen Ihnen bestimmt immer mehr Dinge ein – trauen Sie sich!

    Ich wünsche Ihnen alles Gute!
    Almut Müller
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