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Am Ende...

Wo soll ich bloß anfangen? Vielleicht mit den Fakten. Ich bin Roberto, bin 20 Jahre alt, Muskelatrophiker, wohne bei meiner Familie in Offenbach, bin schwul und studiere derzeit Wirtschaftsrecht in Frankfurt.

Ach, ich weiß einfach nicht... Mittlerweile bin ich des Lebens einfach leid geworden und habe auch schon öfter über Suizid nachgedacht. Zur derzeitigen Lage: Primär kümmert sich meine mittlerweile 70 Jahre alte Oma aus Rumänien um mein Wohlbefinden. Meine Mutter macht nur noch ab und an Essen und versorgt mich finanziell, da sie mit ihrer neuen Arbeitsstelle, meinem kleinen Bruder (1,75 Jahre) und dem Tyrann von Ehemann vollkommen ausgelastet ist. Dieser Mann hat uns schon alle öfter mit Gewalttaten bedroht, ist sehr rechts veranlagt und hat selbst mir nur Kummer bereitet, weshalb ich bereits im präpubertären Alter mit Scheu anderen begegnete, was heute in fehlenden Freundschaften resultiert. Alleine meinen derzeitigen Assistenten, den ich seit seinem Zivildienst vor 8 Jahren kennenlernte und mich zum Studium begleitet, kann ich noch als Freund bezeichnen, auch wenn er meinen Problemandeutungen am liebsten ausweicht.

Am liebsten würde ich ja ausziehen, mein eigenes Leben leben, nach Freundschaft, Liebe und Glück suchen, aber so hilflos, wie ich bin, werde ich ewig vor virtuellen Welten in Videospielen von Freiheit träumen, was noch durch Kommentaren durch die Familie bestärkt wird.

Ich weiß nicht, ob dies die richtige Stelle ist, um nach Rat zu fragen, aber ich bin mit meinen Nerven am Ende und kann meine Probleme nicht mehr weiter in mich hineinfressen...

Antworten

  • Hallo Roberto

    Zuerst mal willkommen im Forum. Ich verstehe sehr gut, was du durchmachst in vielerlei Hinsicht. Vor zwei Jahren war ich in einer ähnlichen Situation. Den ersten und wichtigsten Ratschlag, den ich dir geben möchte ist folgender: Depression ist eine schleichende Krankheit. Wenn du nichts dagegen tust, wirst du immer mehr in eine Abwärtsspirale geraten. Sprich heute noch mit einer professionellen Beratungsstelle darüber. Es gibt immer Hilfe und es gibt auch immer Lösungen.

    Ich hab dir noch folgende Adressen rausgesucht. Ruf am besten noch heute Abend an. Also erstens gibt es im Raum Offenbach eine kirchliche (katholische/ökumenische Seelsorge).

    Hier ist der Link dazu:
    http://www.bistummainz.de/pfarreien/dekanat-dreieich/Notfallseelsorge/Kontakt.html

    Wenn du mit Kirche überhaupt nichts anfangen kannst, wende dich bitte gleich an folgende bundesweite Telefonseelsorge:
    Bundesweit

    TelefonSeelsorge in Deutschland
    +49 (0)800 111 0 111 (gebührenfrei)
    +49 (0)800 111 0 222 (gebührenfrei)

    Wenn du lieber mit einer lokalen Stellen sprechen möchtest, solltest du diese in der folgenden Liste finden. Das ist auch eine spezialisierte Website für Hilfeangebote bei Depressionen:

    http://www.depressionen-depression.net/notfaelle/notfallnummern.htm

    Sag uns bitte Bescheid, was du unternimmst. Nochmals: Deine Situation scheint momentan etwas auswegslos, doch mit etwas Geduld und der richtigen Betreuung wird sich auch bei dir zu gegebener Zeit ein Fenster aufmachen.

    Liebe Grüsse

    Michel



  • Hallo Roberto,

    zunächst einmal herzlich willkommen in der Community! Schön, dass Du MyHandicap gefunden hast 😀

    Meine Kollegen und auch Mitglieder aus der Community haben mich auf Dein Anliegen hingewiesen. Deshalb übernehme ich ab hier 😉
    Vorab aber herzlichen Dank an den Kollegen für den schnellen Hinweis zu Gesprächspartnern, wenn es dir wirklich gerade ganz schlecht geht.

    Ich denke aber, dass ich es richtig verstanden habe, wenn Du zwar davon sprichst, dass Du schon mal an Suizid gedacht hast, eigentlich jedoch eher nach einer Lösung suchst, damit Du dein Leben anders gestalten kannst.

    Soviel sei schon mal gesagt: Das geht auf jeden Fall 😀

    Ich selbst lebe mit einer sehr weit fortgeschrittenen Muskelatrophie. Ich habe meine eigene Wohnung und bin berufstätig. Damit mir dieses selbstbestimmte Leben möglich ist, habe ich rund um die Uhr Assistenten bei mir. Insgesamt arbeiten hier derzeit fünf Assistenten. Abwechselnd, im Schichtdienst.

    Finanziert wird dies durch Leistungen der Pflegekasse, des Integrationsamtes, dem örtlichen und dem überörtlichen Sozialhilfeträger (Hilfe zur Pflege, Leistungen zur Teilhabe). Abwickelt werden diese Leistungen als trägerübergreifendes Persönliches Budget, mit dem ich meine Assistenz selbstbestimmt einkaufen kann.

    Ich möchte an dieser Stelle noch nicht tiefer in die Materie einsteigen. Denn zum jetzigen Zeitpunkt geht es mir erstmal nur darum, dass Du siehst, es ist vieles möglich 😉

    Gern bin ich Dir aber dabei behilflich 😀 Wende dich jederzeit einfach wieder direkt an mich.

    Du kannst mich gerne auch als Botschafter anfordern. Dann kann ich Dich auch persönlich vor Ort unterstützen 😀

    Auf bald und Kopf hoch! 😀
  • Hallo, das hört sich wirklich nicht gut an. Ich habe eine körperbehinderte Tochter in deinem Alter.
    Du schreibst von dem Assistenten. Kannst du nicht daheim ausziehen und diesen Assisten sozusagen mitnehmen? Die Studentenwerke bieten ja auch behindertengerechte Wohnungen an und BaföG wirst du ja sicher auch bekommen. Du könntest auch einen Mietkostenzuschuss beantragen sowie Eingliederungshilfe. Damit müßtest du finanziell gut über die Runden kommen.
    Gib dich bloss nicht auf, denn es gibt genügend Hilfe und Menschen, die dir helfen können.
    Wende dich doch an das Studentenwerk deiner Uni, die haben ja dafür Extraberater. Und beim Sozialamt hilft mir dir auch wegen der Eingliederungshilfe, die dir auf jedenfall zusteht.

    LG Helga

  • Lieber Roberto,

    was Du unbedingt und so schnell wie möglich tun solltest,
    ist dass Du den Mann Deiner Mutter anzeigst!!!

    Es gibt leider Frauen, die sich sehr viel von Männern
    bieten lassen, wenn Deine Mutter zu schwach ist,
    sich von ihm zu trennen, muss Du unmbedingt selbst dafür
    sorgen, dass er aus Deiner Familie polizeilich entfernt
    wird, wenn das nicht geschieht, wird er euch irgendwann
    Schlimmes antun, oder tut es bereits und Du kriegst das
    nicht mit. Sprich unbedingt mit Deinem Assistenten darüber,
    dass er Dich zur Polizei begleiten soll und lass Dich
    dort beraten, was Du tun kannst bevor es zu spät ist.

    Elen

    Anbei einen Link, der Dir vielleicht nützt:

    http://www.kreis-offenbach.de/index.phtml?mNavID=1856.7&sNavID=1856.403&La=1

  • Hallo

    weisst du das klingt alles so überwältigend. aber wenn man nicht anfängt es anzupacken dann kommt man nie irgendwo hin. die tollsten geschichten sind die von menschen, die augenscheinlich keine chance hatten und es dann allen gezeigt haben! Zeige es deiner familie, zeige ihnen, dass du etwas kannst und erreichen kannst! zieh aus!
    grab life!!

    Ich weiss dass du das kannst. Mach einfach einen schritt nach dem anderen. mach dir eine liste und geh einen punkt nach dem anderen durch. vielleicht wird das geld knapp, vielleicht findest du erst nichts zu wohnen, vielleicht kündigt dein assistent, vielleicht droht dir der mann deiner mutter. face that, und suche eine lösung für das akute problem und dann geh weiter zum nächsten Punkt.

    ich glaube an dich.
    haagen
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