Fahrdienst zur Teilhabe am Leben

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Servus alle miteinander,

Da dies mein erster Beitrag in diesem Forum ist möchte ich mich erst einmal kurz vorstellen. Ich bin der Wallo, Sitze seit 20 Jahren durch einen Badeunfall im Rollstuhl und komme aus dem schönen Frankenland. Besitze ein umgebautes Auto (kein Selbstfahrer), beziehe Erwerbsminderungsrente und habe einen kleinen Minijob.

Folgender Sachverhalt:
Durch regelmäßigen Kampf steht mir die Eingliederungshilfe, um am Leben teilhaben zu können, zu! Früher gab's frei Kilometer und beantragt werden konnte es in der Gemeinde. Jetzt seit zwei Jahren läuft alles über den Bezirk Oberfranken. Bekam dann am Anfang monatlich 40 € zur freien Verfügung, ohne Nachweis erbringen zu müssen. Sagten, es steht mir nur diese Alternative zu, da ich ein eigenes Auto habe. Jetzt war mir aber der Betrag zu wenig und so fragte ich nach einer weiteren Alternative. Nach Einsendungen meine Unterlagen (Versicherung, Kfz Kosten,) und Überprüfung von Bezirk erhalte ich nun einen Sockelbetrag von monatlich 200 €. Jetzt aber mit Nachweis, siehe Anlage.

Meine Fragen:
hat damit schon jemand Erfahrung? Kam mein Vater oder Bruder nicht entlohnt werden? Was für einen Stundenlohn kann ich für den Fahrer ansetzen? Muss man schreiben, was man tut? Datenschutz? Kann ich da Pauschale ansetzen?

Vielen Dank schon einmal im Voraus und bis dahin, schöne Grüße!

Wallo

Antworten

  • MyHandicap User
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    Servus Wallo,

    zunächst einmal herzlich willkommen in der Community! Schön, dass Du MyHandicap gefunden hast 😀

    Eine interessante Variante der Eingliederungshilfe, die mir in dieser Form auch neu ist. Finde ich aber eine gute Lösung 😀
    Vielleicht haben andere User der Community ja schon Erfahrungen und teilen sie hier mit uns.

    Zu Deinen weiteren Fragen:
    Bei allen sozialrechtlichen Dingen wird immer davon ausgegangen, dass Familienmitglieder einem kranken oder behinderten Menschen aus purem Familiensinn und mehr oder weniger kostenlos (vgl. Pflegegeld und Pflegesachleistungen im Pflegefall) helfen. Insofern würde der Bezirk einer Entlohnung Deines Vaters oder Bruders wohl nicht zustimmen.

    Hierauf deutet auch das Kästchen auf dem Vordruck über das Verwandtschaftsverhältnis hin.

    Da Du ja nicht selbst fahren kannst, ist es aber meiner Auffassung nach durchaus legitim, wenn Du einen Fahrer anstellst. Bspw. über einen Minijob im Privathaushalt.

    Bei privaten Fahrten musst Du selbstverständlich keine näheren Angaben machen.

    Alle Unterlagen bei Behörden unterliegen dem Datenschutz.

    Ich freue mich, dass ich Dir helfen durfte und hoffe meine Antwort war hilfreich für Dich!

    Bei weiteren Fragen wende Dich gern jederzeit wieder an mich oder meine Kollegen oder die Community!

    Wenn Dein Anliegen geklärt ist, sei bitte so lieb und setze die Bewertung oberhalb des Threads auf 100%. 😀
    So hilfst Du uns, eine bessere Übersicht zu behalten, wo noch Unterstützung benötigt wird.
  • MyHandicap User
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    Servus Justin,

    schon mal vielen Dank für die prompte Antwort!

    Jetzt fehlt mir nur noch der Punkt, Entschädigung/Fahrpreis.
    Was könnte ich denn da für einen Stundenlohn angeben?

    Die machen das einem nicht einfach...

    Mit sonnigen Grüßen
    Wallo
  • surfer
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    Hallo wallo,

    Bisher kannte ich auch nur die Taxigelder über die Bezirke, allerdings nur, wenn man gar kein Auto hat.
    Ich habe allerdings in der Ausgabe vom Münchner Merkur April 2010 gesehen, daß es für Behinderte auch für Privatfahten eine steuerfreie Pauschale vom 4500 EU jährlich gibt. Die haben da so eine kleine Rubrik, wo Anwälte jede Woche die Rechtsfrage der Woche klären.
    Bestimmt haben die ein Archiv.

    LG

    Surfer
  • MyHandicap User
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    Servus wallo,

    sehr gerne 😀 Wir alle hier freuen uns, wenn wir helfen dürfen 😀

    Nun, es hängt natürlich ganz davon ab, für welches Gehalt Du einen Fahrer findest. Bei einer bekannten Fastfood-Kette arbeiten die Leute, glaube ich, derzeit für um die 5,- Euro brutto die Stunde.

    Ich denke, die Kostenträger sollten daher bei einem Stundenlohn von 8,- Euro / Stunde keine Einwände habe. Denk auch an die Lohnnebenkosten, die Du als Arbeitgeber (auch bei Minijob im Privathaushalt) hast.

    Ich freue mich, dass ich Dir helfen durfte und hoffe meine Antwort war hilfreich für Dich!

    Bei weiteren Fragen wende Dich gern jederzeit wieder an mich oder meine Kollegen oder die Community!
  • MyHandicap User
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    Hallo wallo,

    ich hoffe, es geht Dir gut und möchte heute einmal nachfragen, wie sich Deine Angelegenheit weiterentwickelt hat.

    Wenn Du uns und die Community an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt, hilfst Du anderen Menschen, die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind.

    Bei weiteren Fragen wende Dich gern jederzeit wieder an mich oder meine Kollegen oder die Community! Wir alle hier freuen uns, wenn wir helfen dürfen 😀

    Wenn Dein Anliegen geklärt ist, sei bitte so lieb und setze die Bewertung oberhalb des Threads auf 100%. 😀
    So hilfst Du uns, eine bessere Übersicht zu behalten, wo noch Unterstützung benötigt wird.
  • Servus,

    Um das Thema jetzt endlich zu 100 % abschließen zu können, kommen hier nun meine Erfahrungen in den letzten Monaten...

    Zum Ablauf:
    Antrag auf Eingliederung in die Gesellschaft beim jeweiligen Bezirk (bei mir Oberfranken, Bayreuth) beantragen, ausfüllen und auf Genehmigung hoffen.
    Bei Genehmigung gibt's dann pünktlich zum 1. Jedes Monats 200 € auf euer Konto, zur freien Verfügung!
    Um jeden Monat 200 € zu bekommen muss folgendes beachtet werden:
    - jeweils zum 10. Des darauf folgenden Monats, muss das, schon oben angehängte (siehe erster Beitrag!) Formular komplett ausgefüllt zurück an den Bezirk.
    - keine Verwandtschaft (offiziell) als Fahrer - Datum, Zweck werden grob ausgefüllt
    - folgendes wichtig: Fahrstrecke, Kilometer und Fahrpreis hängen zusammen! Man darf für Privatfahrten dem Fahrer nicht mehr als 0,50 € pro Kilometer zahlen!
    Also muss zum Schluss das Formular eine Gesamtstrecke von über 400 km aufweisen!!! Nur dann gibt's die 200 € wieder im nächsten Monat.
    - Adresse und Unterschrift von eurem Fahrer, wenn immer gleicher Fahrer dann genügt die Adresse einmal!

    Ich hoffe das kam jetzt einigermaßen verständlich rüber, bei Fragen stehe ich gerne weiter zur Verfügung.
    Ihr seht das ist schon jedes Mal ein Akt, aber was man nicht alles noch zusätzlich macht...

    Schöne Grüße,
    Christian
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