Deutsche Bahn diskriminiert Menschen mit Behinderung!

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Immer wieder erlebe ich, daß das Personal der Deutschen Bahn Aufzüge an Bahnsteigen einfach ab schaltet, obwohl diese nicht kaputt sind.

Gestern war ich Schmusi besuchen. Auf der Heimreise bekam ich am Bahnhof keinen Zugang zu den Bahnsteigen, weil man alle Aufzüge abgeschaltet hatte. Schmusi und ihr Mann mußten mich mit dem Auto zum nächst größerern Bahnhof bringen. Als ich glücklich im Zug saß, erkundigte sich Schmusi warum alle Aufzüge an diesem einen Bahnhof abgeschaltet waren. Der Mann am Service Point sagte, daß dies so gemacht werde, damit keiner in den Aufzügen vandaliert. Damit in den Aufzügen nichts kaputt gemacht wird, muß jeder Bedürftige seinen Wunsch Aufzug zu fahren vorher anmelden. Wer das nicht weiß oder nicht tut, muß Treppen laufen. Doch was ist mit den Menschen, die gar nicht laufen können?


Ich muß sagen ich war sprachlos. In diesem Kleinstadtbahnhof gab es keinerlei Hinweise darauf, daß man sich für die Benutzung der Aufzüge vorab nmelden muß. Aber selbst wenn dies so wäre, könnte kein Gehbehinderter, Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen mehr spontan irgend wo hin reisen dürfen. Wenn ich eine Freundin besuche oder spontan einen Ausflug machen möchte, möchte ich nicht von festen Zeiten eines "Schließers" abhängig sein.

Vorschnell abgeschaltete Aufzüge oder Behindertentoiletten habe ich bei der Deutschen Bahn schon öfter erlebt. Ausreichend ist ein winziger Defekt oder einfach nur eine kleine Unregelmäßigkeit, wie z.B. daß der Aufzug beim Halten eine 1cm kleine Stufe einbaut oder die Elektronik einer Toilettentüre aus fällt und diese von Hand geöffnet werden muß.

Darf man Menschen mit Behinderung derart bevormunden und über ihren Kopf hinweg bestimmen, daß sie auf ihre Mobilität und die Benutzung behindertengerechter Toiletten verzichten müssen, wenn sie trotz kleiner Mängel funktionstüchtig sind oder vieleicht Vanalismus droht? Normale Toiletten werden nie wegen solcher Kleinigkeiten abgeschlossen und Zugangstreppen bleiben auch trotz Vanalismus offen.

Gruß Karin
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Antworten

  • Ich verstehe nicht warum der Euro Schlüssel Schließzylinder nicht standartmäßig in den Aufzügen eingebaut wird?

    Ich würde mich an deiner stelle bei der Bahn beschweren, bzw., die Bild drauf ansetzen.

    Von den Behinderten Toiletten im Zug kann ich auch ein Lied singen, sind meist abgesperrt und wenn die offen sind mag man nicht draufgehen.

  • KarinM hat geschrieben:
    (....) Darf man Menschen mit Behinderung derart bevormunden und über ihren Kopf hinweg bestimmen, daß sie auf ihre Mobilität und die Benutzung behindertengerechter Toiletten verzichten müssen, wenn sie trotz kleiner Mängel funktionstüchtig sind oder vieleicht Vanalismus droht? Normale Toiletten werden nie wegen solcher Kleinigkeiten abgeschlossen und Zugangstreppen bleiben auch trotz Vanalismus offen.

    Liebe Karin,

    du hast völlig recht, das ganze ist wirklich ein skandal! 👿

    Wenn du keine hilfe gehabt hättest, wärest du da ja gar nicht weggekommen. Es ist wirklich unglaublich (kann mich richtig aufregen!!!!!).
    Du solltest tatsächlich überlegen, ob du das nicht an die medien weiter geben solltest, wie mit behinderten umgegangen wird.

    lg

    Ilse
  • Ich kann den anderen nur zustimmen. Geh an die Öffentlchkeit damit. Stell dir mal vor, andere müßten immer fragen, ob sie irgendwohin dürfen. Das würde niemanden gefallen.

    LG, Fluse
  • Ich denke an ein Euroschloß wird nicht gedacht, weil viele sich nicht vorstellen können, daß es nicht nur für Toilettentüren gemacht wurde. Und die die vom Euroschloß wissen, wollen es nicht haben, weil sie uns nicht zutrauen, daß wir eigenverantwortlich handeln können ohne uns zu schaden. 🙁

    Habe das Eutoschloß bei anderen Aufzügen schon mehrfach vorgeschlagen. Stoße aber immer auf taube Ohren. Zum Beispiel bei einem Café der Diakonie neben meinem Haus. Um als Rollifahrer das Café zu erreichen, muß man von der Straße aus laut rufen oder jemanden hinein schicken, damit einer der Mitarbeiter kommt und mit dem Aufzugschlüssel den Aufzug bedient. Sehr oft schon habe ich und andere Rollifahrer erlebt, daß man uns vergessen hatte oder das Warten über eine halbe Stunde dauerte. Der Euroschlüssel wäre eine Lösung. Doch dann würde man ja die Macht über die Aufzugbenutzung verlieren. 🙁

    Ich habe auf jeden Fall vor etwas zu unternehmen. Aber ich möchte das nicht ohne Schmusi tun. Das ist in diesem Jar schon der 3. Bahnhof, wo nachweislich ein oder mehere Aufzüge oder Zugtoiletten abgeschaltet waren. Wenn ich mit der 3-S Zentrale telefonierte oder mit dem Schaffner sprach, stellte sich heraus das die Aufzüge oder Zugtoiletten durchaus benutzbar waren. 😀

    Gruß Karin
  • Hallo Karin
    Super das ihr euch wehrt bei der Bahn . Was mich total sauer macht ist die Sache mit dem Diakonie -Cafe . Haben die wirklich vergessen das dass aus dem Grichischen Kommt und Dienen ( nicht verdienen) heisst
  • Ein Skandal ???????????????
    Ja !!!!!!!!!!!

    Bei der DB-Ag gibt es haufen weise solche
    Skandale und Diskriminierungen von Menschen mit
    Behinderungen und besonderen Bedürfnissen ( Mütter mit Kinderwagenetc.)
    Auch ich würde dir raten das Publik zu machen denn
    soetwas ist Diskriminierend und Menschenverachtend !!!!!!

    Solch ein Unternehmen will dann einen Tiefbahnhof in Stuttgart
    betreiben ich lach mich jetzt schon Krumm.

    Nun hat es es Karin getroffen die doch sonst immer
    ein so großer Bahnbefürworter ist. Es gab schon einige
    Berichte über Missstände in diesem Unternehmen und Karin
    du hast die DB-AG über den Klee gelobt. Nun siehst du selbst
    auch mal wie genial gut dieses Unternehmen ist *fg


  • Nein Rollylady,

    ich habe nie Abgestritten das es solche Probleme gibt. Aber ich habe mich dafür eingesetzt sich in Geduld und Toleranz zu üben, wenn nicht alle Ziele barreirefrei sind. Die Deutsche Bahn kann nicht mit den Fingern Schnippen und alles sofort flächendeckend modernisieren.

    Auch hier war es so, daß der Bahnhof in Schmusi's Heimatstadt nicht barrierefrei ist. Ich mußte eine Haltestelle früher aus steigen und dort abgeholt werden. Ich finde das nicht schlimm. Doch das dieser barrierefreie Bahnhof trotzdem nicht rollitauglich war, das ist schlimm. Es ist sogar ein Skandal. Aber das noch nicht jeder Bahnhof Aufgzüge hat und noch nicht alle Bahnhöfe barrierefrei sind, ist kein Skandal. Die Deutsche Bahn gibt sich bei der Modernisierung sehr viel Mühe. Da kann ich wirklich die Deutsche Bahn loben, denn sie modernisiert jedes Jahr zahlreiche Bahnhöfe.


    Damit man diese renovierten Bahnhöfe findet und sich ein Route zurecht lege kann, die einem die Benutzung des ÖPNV einfahrer macht, muß man sich im Voraus gut informieren und man muß wissen wo. Mir macht es nichts aus auf der Homepage der Deutschen Bahn und anderer Verkehrsbetriebe im Vorfeld nach Barrierefreiheit zu suchen. Man kann sich jeden Bahnhof, jede Haltestelle zeigen lassen. Wo also ist das Problem?

    Die Homepage der Deutschen Bahn zeigt einem nicht nur ob der Bahnhof Aufzüge, Rampen oder Treppen hat, sie zeigt uns auch wie hoch die Bahnsteige sind und wie groß die Lücke zwischen Zug und Bahnsteigkannte ist. Wenn ich ein Ziel an visiere, daß keinen barrierefreien Bahnhof hat, dann schaue ich mir den Zugverlauf an (Klick auf die Zugnummer) und suche mir einen anderen Bahnhof vor oder hinter meinem Ziel. Fast immer fahren dort Busse, mit denen ich dann doch meinen Zielort erreichen kann.

    Ich weiß das ist umständlich, aber mir macht das nichts aus. Vor zehn Jahren noch sah die Mobilität auf Schienen in Deutschland noch ganz anders aus. Für das, was die Deutsche Bahn bisher modernisiert hat, lobe ich sie, denn andere Länder um uns herum sind noch längst nicht so fortschrittlich. Das was ich hier kritisiere ist nicht die fehlende Modernisierung, sondern das man uns diese erschaffende Modernisierung vorenthält. Das ist Diskriminierung und ist ein absolutes No-Go.

    Gruß Karin
  • Karin du sagst es
    Die Schweizerische Bundesbahn ist in diesem Punkt noch in der Steinzeit. Vor allem im Nahverkehr gibt es noch sehr viel zu tun . Unser Dorf steht als grosse Ausnahme haben wir doch den Flux Preis für Kundenfreundlichen Verkehrsknotenpunkt erhalten .
  • Hallo, 😃

    danke dir Karin für deinen Eintrag, denn schlimm finde ich das auch.

    Als wir am Sonntag extra nach Herford gefahren sind, war das im Grunde kein Problem, weil ist nur kurz von uns entfernt, denn Bad Salzuflen's Bahnhof ist nicht barrierefrei.
    Finde ich als Kurstadt schon traurig. 🥺

    Allerdings Hf hat Aufzüge zu den Bahnsteigen, als kleiner Bahnhof, und die waren dann abgeschaltet.
    Die Info allgemein hat gefehlt, denn jeder der in Hf aussteigt, denkt, da komme ich vom Bahnsteig. 👿

    Was ich noch schlimmer finde ich die Hilflosigkeit dabei, wenn man dann auf dem Bahnsteig steht!

    Wer sagt mir als Rollifahrer, das ich da nicht hinunterkomme???????
    Der Schaffner bestimmt nicht.
    Das gilt generell für alle barrierefreien Bahnhöfe, und von daher finde ich es nur gerecht, etwas dagegen zu tun.

    Vor einigen Jahren wollte ich nach Detmold per Zug fahren. Dann habe ich mich in Detmold erkundigt wie ich denn in Lage/Lippe umsteige, und da muß ich festellen, das ich gar nicht vom Bahnsteig hinunterkomme. 👿

    Aus diesem Grund fahre ich per Bus, der glücklicherweise dahin fährt. Meinen Neurologen musste ich allerdings wechseln, weil die Fahrt so lang dauert, also nicht zu empfehlen.

    Grüsse von Marianne
  • Ich stimme dir zu, Karin.

    Auch für mich geht es nicht darum, dass alles barrierefrei sein muss. Aber da, wo man schon Barrierefreiheit erreicht hat, sollte man diese nicht künstlich einschränken.

    Langfristig finde ich es sehr wichtig, dass bei Planungen und Entwicklungen Barrierefreiheit berücksichtigt wird. Ich merke immer wieder, dass es für Leute, die keine Einschränkungen haben, auch kein Thema ist, ob sie Stufen überwinden müssen oder nicht. Denen werfe ich aber nicht vor, dass sie bei Planungen nicht sofort daran denken. Ärgerlich werde ich, wenn ich merke, dass Rollifahrer aus Bequemlichkeit gar nicht gefragt werden werden oder aus Bequemlichkeit Dinge nicht zur Verfügungn gestellt werden. Das finde ich dann diskriminierend.

    LG, Fluse
  • Eigentlich verwundert mich bei der deutschen bahn nichts mehr. Obwohl die Schweizerische Bundesbahn auch ziemlich hinterherhinkt, war ich recht erstaunt, dass es in Deutschland immer noch recht viele Bahnhöfe gibt, die für Behinderte unüberwindbar sind. Zum Beispiel fiel mir in Hamburg auf, dass viele Orte als Rollstuhlfahrer nicht erreichbar sind. Es bedarf noch viel Einsatz, damit diese Barrieren weniger werden und schliesslich ganz verschwinden...
  • Hallo Oceana,

    ihr Schweizer habt zwar später mit dem Umbau von Bahnhöfen und Zügen angefangen, dafür ist unser Land größer. Bei so vielen Bahnhöfen wird es mindestens zwei Jahrzehnte dauern, bis man ohne große Planung von A nach B kommt. Es liegt nicht nur am guten Willen, sondern auch am nicht immer barrierefreien Denken beim Umsetzten und Planen. Deshalb hat auch vor zwei Jahren der Verkehrsverbund VRR in Nordrheinwestfahlen der Deutschen Bahn Verträge gekündigt und lieber mit privaten Anbietern Verträge gemacht, weil deren Züge einfach barrierefreier und kompfortabler sind. Die Niederflurzüge der Eurobahn zum Beispiel, können an niveauausgeglichenen Bahnsteigen ohne Hilfe befahren werden und haben pro Wagen zwei Rollitoiletten. Andere Toiletten gibt es nicht mehr. Im Innenern sind sie so großzügig gestaltet, daß ich mit meinem Rolli bequem durch den ganzen Wagen rollen kann und bequeme Sitzplätze gibt es für Rollifahrer auch. Bei den Doppelstockzügen der Deutschen Bahn kommt man nur mit Hilfe hinein und hinaus. Egal wie hoch der Bahnsteig ist. Im Innern muß man sich das Abteil mit Fahrrädern teilen und bequeme Sessel gibt es auch nicht. Nur Klappsitze. Die Regionalzüge der Deutschen Bahn haben ein Gepackwagenflair. Uns Rollifahrern gibt man das Gefühl, daß wir nicht gleichberechtigte Fahrgäste sind, wärend die Privatbahnen einem das Gefühl vermitteln, das Rollifahrer wirklich willkommen sind und gleichberechtigte Fahrgäste sind.

    Jetzt versucht die Deutsche Bahn auf zu holen, denn sie merkt das sie unbequeme Konkurenz bekommen hat. Seit dem werden wie wild Bahnöfe umgebaut. Jedes Jahr gibt es mehr DB-Bahnhöfe die barrierefrei sind. Aber nach welcher Logik die Deutsche Bahn dabei vor geht ist mir ein Rätsel. Die Kur und Bäder Stadt Bad Salzuflen hat keinen barrierefreien Bahnhof. Aber die Kleinstadt Herford hat einen bekommen und Gütersloh ist gerade im Umbau. Die Stadt Neuss, die auf der anderen Rheinseite Düsseldorfs liegt, ist nur an den S-Bahn Steigen barrierefrei. Grevenbroich, kein kleiner Vorrort von Neuss, wurde schon vor zehn Jahren umgebaut, doch die Züge die dort hin fahren sind alles andere als barrierefrei. Da es dort kein Personal gibt um die Hubrampe zu bedienen, bringt mir der barreirefreie Bahnhof überhaupt nichts. Ich könnte von Düsseldorf bis Grevenbroich mit einem Regionalzug durchfahren, muß aber mit der S-Bahn nach Neuss fahren damit ich den Bahnsteig verlassen kann un dann mit dem Bus nach Grevenbroich zu fahren, was viel länger dauert.

    Aber ich nehme das gerne hin. Ich bin ich froh, daß Deutschland schon so viele Bahnhöfe modernisiert hat und das kaum noch alte Züge fahren. Mir macht es nichts aus Umwege in Kauf zu nehmen und meine Reisen umfangreich voraus zu planen. Man kann nicht erwarten das Strukturen, die es seit über zweihundert Jahren gibt, mit einem Fingerschnipp verbessert werden können. Außerdem fahre ich mit meinem Schwerbehindertenausweis umsonst, wenn ich mir einmal im Jahr diese Wertmarke kaufe. Ich übe mich gerne in Geduld, wenn ich sehe, daß der Fortschritt ernst genommen wird. 😉

    Gruß Karin
  • Oceana hat geschrieben:
    Eigentlich verwundert mich bei der deutschen bahn nichts mehr. Obwohl die Schweizerische Bundesbahn auch ziemlich hinterherhinkt, war ich recht erstaunt, dass es in Deutschland immer noch recht viele Bahnhöfe gibt, die für Behinderte unüberwindbar sind. Zum Beispiel fiel mir in Hamburg auf, dass viele Orte als Rollstuhlfahrer nicht erreichbar sind. Es bedarf noch viel Einsatz, damit diese Barrieren weniger werden und schliesslich ganz verschwinden...

    Mich verwundert bei der db auch so gut wie gar nichts mehr, auch bez. hamburg (der s.g. "stadt zu welt") hast du wirklich recht! 😺

    Freiwillig, "rolle" ich in HH in keine db und auch nicht in U- und S-bahnen. Jedenfalls nicht, wenn es auf andere weise geht, d.h. mich jemand mit dem pkw fährt.


    lg

    Ilse

  • Abgesehen mal von den von Rolli-Fahrern nicht zugänglichen Bahnsteigen an vielen Bahnhöfen, abgesperrten Behindertentoiletten in den Zügen u.a.m., fahre ich nicht mehr mit der DB, soweit es sich verhindern lässt. Auch ich könnte sie für 60 EUR jährlich kostenlos nutzen.
    Aber will ich diese nicht kalkulierbaren Verspätungen, Klimanlagen und Heizungen, die auszufallen drohen, oft viel zu vollen Züge (besonders unangenehm für Behinderte) inkauf nehmen? 😳

    Das tue ich mir nicht an. Nein, ich fahre generell NICHT mit der Deutschen Bundesbahn! 👿

    Beste Grüße

    lorivo
  • Die Bahn und kein Ende !!!! 👿

    Warum wundert es mich nicht das die DB-AG
    wieder mal voll ins Schwarze getroffen hat .

    Artikel bei Bizeps online

    http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=12176
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