Wovor haben Arbeitgeber Angst

wenn es darum geht einen Behinderten einzustellen.

Erst neulich habe ich es wieder in meinem Freundeskreis erleben müssen, das man sie trotz guter Ausbildung abgelehnt hat.

Sie hat sich in einem Reisebüro beworben, hat Reisebüroverkehrskauffrau gelernt, kennt sich mit den gepflogenheiten aus, was will man mehr.

Sicherlich muss der Arbeitgeber sich auf die Behinderung einstellen, was ist so schlimm daran frag ich Euch, oder all die Arbeitgeber die IHR hier seit.

Wenn das so ist wird sich meine Meinung nicht ändern, die da wäre das die Arbeitgeber eh liebr die Strafe zahlen als Menschen mit Handycap einzustellen.


Ich habe einen Vorschlag zu machen, alle die 3-5 Menschen mit Handycap einstellen, bekommen eine Belohnung das können auch steuerliche Vorteile sein.

Okay nicht jeder Betrieb kann 5 Behinderte Menschen einstellen, bei kleineren Betrieben da reicht 1.

Und die keine einstellen erhalten Wirtschaftliche Sanktionen auf der ganzen Linie. Na wie findet Ihr diese Idee.

Und dann sprechen alle immer von Integration und Inklusion, ich bin der Meinung wenn das so weitergeht dann bewegen wir uns 5 Schritte zurück.

Lesley
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Antworten

  • Das ist wirklich eine gute Frage!!

    Ich denke, die bezahlen lieber die Auflagen, wenn sie keine einstellen wollen, die tun den ja noch nicht weh, wie es den Anschein hat.

    Kann momentan nur über meine Erfahrungen schreiben, entweder zu alt oder man entspricht nicht den äußerlichen Maßen und bevor man sich uns "an's Bein bindet" nimmt man lieber einen der gesund ist und dazu noch top aussieht.
    Ist leider so!!!!
    Selbst mußte ich miterleben, das meine ganzen Abschlüsse und Erfahrungen egal waren.Da ich Prothesenträger bin und damals schlecht versorgt wurde habe ich mehr so ein seitliches Wegkippen so als ob man was mit der Hüfte hat. Na ja jedenfalls ziehe ich keine Miniröcke oder Hackenschuhe an und da entgleiten oft die Gesichtszüge und was war das Resultat: blond, Minirock, knapp über 20 war der Gewinner.

    Liebe Grüße
    Marry

  • Die Arbeitgeber haben einfach Angst davor, das wir Behinderte wegen Krankheit zu viel an Fehlzeiten haben, also ausfallen. Nur leider stimmt das ja nicht immer. Ich habe z.B. eine beidseitige HD (Hüftdysplasie) falle deshalb aber nicht oder nur selten aus, höchstens wegen Erkältungen, Magen-Darm-Infektion etc...Klar gibts Krankheiten oder Behinderungen wo man öfters ausfällt, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. OK, ich arbeite selbst in einer Behörde in Hamburg. Ich habe in der freien Wirtschaft keine Chance, dafür hatte ich schon zuviele Vorstellungsgespräche und Bewerbungen geschrieben.

    DIe Idee mit den Erleichterungen oder Strafen, wenn man Behinderte einstellt, find ich nicht schlecht. Ich möchte mal wissen, was jetzt mit der Aufgleichszahlungen der Firmen gemacht wird. Ich habe leider keine Ahnung wie hoch diese jetzt ist, früher waren das mal 150 DM.

    Vielleicht hat der AG auch Angst, wegen dem Kündigungsschutz? Oder das ein Behinderter nicht so viel leistet? Wer kann schon in die Köpfe der AG reinschauen? Ich leider nicht...
  • Ich denke auch, daß es die Angst vor dem ist was man nicht kennt. Lesly überleg doch mal, wie wir in der Gesellschaft wahr genommen werden. Arbeitgeber folgen diesem Klischee. In deren Augen sind alle Behinderten unselbständig, von anderen Abhängig und ein Klotz am Bein. Das nicht jeder der ein Handicap hat anderen zu Last fällt oder ständig krank ist, weiß kaum einer. Man drückt sich immer davor, uns so zu nehmen wie wir sind. Nämlich ganz normale Menschen.

    Gruß Karin
  • Hallo,

    ich glaube, das Problem liegt im Kündigungsschutz für Schwerbehinderte.

    Wenn man als Arbeitgeber ein Vorstellungsgespräch mit einem Bewerber führt, kann man diesem ja nur vor dem Kopf gucken und nicht in den Kopf hinein.

    Sollte sich herausstellen, dass der Arbeitnehmer nicht das ist, was man sich für die Stelle oder den Betrieb vorstellt - und dafür reicht die Probezeit meißtens nicht aus - kann man einen nicht behinderten AN viel schneller loswerden, als einen behinderten AN.

    Für einen kleinen Betrieb können hohe Ausfallzeiten oder lasche Arbeitsmoral usw. den Tod bedeuten.

    In meinem Büro arbeiten viele Schwerbehinderte. Abgesehen von den baulichen Gegebenheiten ist mein AG also durchaus "Schwerbehindertenfreundlich". Wenn man das so sagen kann.

    Ich weiß noch wie entgeistert mich die Personalchefin angeguckt hat, weil ich wegen meiner Gehbehinderung keinen Schwerbehindertausweis habe. 😆

    Ich durft aber "trotzdem" bleiben. (War Spaß, der Behindertausweis war keine Einstellungsvorraussetzung und war anderesrum gesehen nie ein Ausschlusskriterium)

    LG Xandria
  • Hallo zum Kündigungsschutz kommen noch die Auflagen,es heist zwar kann übernommen werden aber eben kann,das ist ein riesen rumgezicke von den Ämtern und wenn die auf den Kosten sitzen bleiben ist das mehr als die Strafe.
  • Karin

    Ich denke auch, daß es die Angst vor dem ist was man nicht kennt. Lesly überleg doch mal, wie wir in der Gesellschaft wahr genommen werden. Arbeitgeber folgen diesem Klischee. In deren Augen sind alle Behinderten unselbständig, von anderen Abhängig und ein Klotz am Bein. Das nicht jeder der ein Handicap hat anderen zu Last fällt oder ständig krank ist, weiß kaum einer. Man drückt sich immer davor, uns so zu nehmen wie wir sind. Nämlich ganz normale Menschen.

    Gruß Karin


    Ja Karin da gebe ich Dir recht, die Arbeitgeber stellen lieber einen Gesunden Mitarbeiter ein, dazu noch jung und sexy, ich der Meinung wir können auch jung und sexy wirken😃 und ein Behinderter ist nicht weniger krank als ein gesunder.

    Und wir können auch Leistung bringen, zwar braucht man öfters mal kleinere Pausen aber das fine ich okay, wie bei mir.

    Auch gibt es Menschen da sieht man die Behinderung nicht an z.B. bei Epileptikern, oder wie bei Marry und andere Behinderungsarten

    Meine Psychologin erzählte mir das sie ein Patienten mit hat Epilepsie der Geschäftsführfer ist und auf dem Bau arbeitet, es geht doch also.

    Xandria73

    Für einen kleinen Betrieb können hohe Ausfallzeiten oder lasche Arbeitsmoral usw. den Tod bedeuten.


    Aber erstmal ein Vorstellungsgespräch bekommen und dann wenn man Glück hat eine Bewährungsprobe, meistens ist sind das ja 3 Monate oder 6 wenn ich mich nicht täusche.

    Da kann sich ja der AN und AG schon kennenlernen, kann sich von seinen Leistungen überzeugen. Und wenn das halt nicht ist muss mann weitersehen.

    Super Chefin Xandria73 die Du da hast, das gibt es nur sehr selten.
  • Lesley hat geschrieben:
    Und wir können auch Leistung bringen, zwar braucht man öfters mal kleinere Pausen aber das fine ich okay, wie bei mir.

    Meine Psychologin erzählte mir das sie ein Patienten mit hat Epilepsie der Geschäftsführfer ist und auf dem Bau arbeitet, es geht doch also.


    Liebe Lesley,

    mir ging das in meinem Beruf auch so, daß ich ab und zu mal 5 Minuten auftanken mußte. Weißt Du was ich meinen Kolleginnen sagte, die mich fratgen "Karin was machst Du denn da?" Hihi, ich antwortete "ich mache gerade eine Raucherpause". Darauf wußte keiner eine Antwort und meine "Raucherpause" wurde akzeptiert. 😀 😀

    Übrigens, ich kenne einen Querschnittgelähmten Bänker, der Geschäftsführer einer großen Bank ist. Deine Psychologin hat Recht, es geht, aber nur wenn man auf die richtigen Leute trifft. Vieleicht sollten wir wirklich mal dafür kämpfen, daß im Fernsehen gezeigt wird wie groß die Alltagsselbständigkeit von Rollifahrern sein kann. Es wird immer nur gezeigt was Rollifahrern schwer fällt, daß Rollifahren und der Umgang mit der eigenen Behinderung Übung braucht und die Abhängigkeit von Dritten nicht für jeden zu trifft, weiß kaum einer. Manchmal frage ich mich, wieso einem in der Reha oder wärend eines Mobilitätstrainig so viel beigebracht wird, wenn die Gesellschaft gar nicht will das wir das alles können. Da werden Potentiale gefördert, die nie zur Anwendung kommen, weil keiner weiß das es diese Potentiale gibt. Das kann nur mit Hilfe der Medien geändert werden.

    Gruß Karin
  • Hallo,

    woher wollt ihr denn so genau wissen, wie die anderen uns wahrnehmen?

    Ich glaub schon dass die Gesellschaft weiß, dass auch bei behinderten Menschen nicht alle über einen Kamm zu scheren sind.

    Ich habe übrigens 5 Chefs, von denen wohl keiner solche Vorurteile gegenüber Behinderte hat. Allerdings glaub ich kaum, dass bei uns ein Rollifahrer anfangen könnten, dafür ist das Haus einfach nicht ausgerichtet.

    Ob die anderen mich als hilflos wahrnehmen liegt doch in erster Linie an mir selbst.

    Es gibt auch viele nicht behinderte Menschen, die so viele "gesundheitliche Probleme" haben, die komischerweise meistens erst nach der Probezeit auftreten, blos die kann man viel schneller loswerden als einen Behinderten.

    LG Xandria
  • Xandria73 hat geschrieben:
    Hallo,

    woher wollt ihr denn so genau wissen, wie die anderen uns wahrnehmen?Ich glaub schon dass die Gesellschaft weiß, dass auch bei behinderten Menschen nicht alle über einen Kamm zu scheren sind.

    Ich habe übrigens 5 Chefs, von denen wohl keiner solche Vorurteile gegenüber Behinderte hat. Allerdings glaub ich kaum, dass bei uns ein Rollifahrer anfangen könnten, dafür ist das Haus einfach nicht ausgerichtet.

    Ob die anderen mich als hilflos wahrnehmen liegt doch in erster Linie an mir selbst.

    Es gibt auch viele nicht behinderte Menschen, die so viele "gesundheitliche Probleme" haben, die komischerweise meistens erst nach der Probezeit auftreten, blos die kann man viel schneller loswerden als einen Behinderten.

    LG Xandria


    Xandria,

    wenn man im Rollstuhl sitzt behandeln die Menschen einen nicht mehr so wie früher. Obwohl man sehr souverän auf tritt, die gleiche Alltagskompetenz hat wie früher und auch die Alltagsaktivitäten sich nicht verändert haben, behandeln einen die Leute denen man begegnet wie einen Behinderten der nichts mehr kann. Auch dann, wenn gerade alles total in Ordnung ist greifen die Menschen in das was man tut ein oder man erhält erst gar keinen Zugang zu den Aktivitäten, die gesunde Menschen machen, weil irgend ein besserwisserischer Fussi meint, daß können Rollifahrer nicht. Weil das täglich unzählige male geschieht, weiß man, daß die Menschen einen anders wahr nehmen als man ist.

    Ich war gerade mit Kelly am Rhein spazieren. Das mache ich seit 16 Jahren ziemlich oft. Dort am Rhein begegnen mir jedes mal mehere Rollifahrer. Alle werden geschoben oder fahren einen e-Rolli. Der einzige der seinen Rolli selber fährt bin ich. Aber ich weiß genau, daß es auch andere Rollifahrer gibt, die mit ihrem Rolli genauso weite Wege fahren wie Fußgänger laufen können.

    Das man in der Öffentlichkeit so viele Rollifahrer sieht die geschoben werden, liegt nicht nur daran das diese vieleicht behinderungsbedingt nicht selbständig fahren können. Ich habe hier in meinem Umfeld mehere junge RollifahrerInnen, die bis auf ihre Beine, ziemlich fit und gesund sind. Doch weil sie den Klischees entsprechend beraten und geschult wurden und gar nicht auf die Idee kamen ihr Leben könnte anders sein, haben sie nie gelernt was Rollifahrer alles können und führen ein Leben in Abhängigkeit. Leider haben einige davon sich so daran gewöhnt, daß sie verlernt haben sich an zu strengen und für sich selber zu sorgen, obwohl sie dies könnten.

    In den Ländern, in denen Menschen mit Behinderung zusammen mit gesunden Menschen aufwachsen, begegnet man mir immer auf Augenhöhe. Dort behandelt man mich, wenn ich souverän auftrete, wie einen normalen Menschen und nicht wie einen "Behinderten" der nichts mehr kann. Wenn ich die Leute sehen das das was ich tue mir keine Probleme macht, behandlet man mich dort nicht wie jemand der hilfsbedürftig ist. Hier in Deutschland habe ich das noch nicht erlebt. Hier gelte ich als hilfsbedürftig nur weil ich im Rollstuhl sitze. Die Leute sagen mir das sogar ins Gesicht, obwohl sie mich dabei beobachten, wie viel Selbständigkeit ich habe. Und wenn ich einmal eine aufdringliche helfende Hand ablehne und "Nein Danke" sage, weil das was ich gerade absolut keinen Helfer braucht, sind diese Helfer beleidigt und sagen "diese Rollifahrerin ist doof, denn sie nimmt keine Hilfe an".

    Es ist nicht immer leicht freundlich zu bleiben, wenn einem auf Schritt und Tritt die Selbständigkeit genommen wird. Dinge die für die Menschen denen ich in meinem Alltag begegne früher selbstverständlich waren, kann ich nicht mehr tun, ohne das sie sich einmischen. Xandria, Du hast mich kennen gelernt. Ich wirke nicht unsicher. Das liegt nicht an mir. Es liegt an meinem Rollstuhl das die Menschen mich oft wie einen hilfsbedürftigen Deppen behandeln.


    Ich bin sicher, diese Erfahrungen haben auch andere "Behindert"e gemacht. 😉

    Gruß Karin
  • Hallo Ihr,

    Karin hat völlig Recht, die Leute behandeln einen definitiv anders wenn man behindert ist.
    Ich habe meine Behinderung seit dem 25. Lebensjahr und da hab ich deutlich gemerkt, was sich alles verändern tut.
    Es lag nicht an mir, denn ich hab immer versucht, das beste draus zu machen, habe auch Arbeiten gemacht wo schon Wetten abgeschlossen wurden, das ich es nicht durchhalte, aber ich hab durchgehalten. Es ist immer wieder ein Kampf, denn man muß immer mehr beweisen, wie einer der nichts hat. Ist nun mal so.
    Und jetzt!
    Wenn ich ein Stellenangebot habe wo ich selbst gleich anrufen kann, ist alles super, der AG ist auch super und stehe ich dann beim Vorstellungsgespräch vor ihm, na dann werd ich fast ausgezogen mit den Blicken, der AG wird deutlich reservierter und im Endeffekt weiß ich was rauskommt.
    So ist der Ablauf beim mir.

    Liebe Grüße Marry
  • Das geht aber nicht nur Menschen mit Behinderungen so.

    Ja, oft ist es ausschlaggebend, aber eben nicht immer!

    Ich kann auch genauso abgelehnt werden, weil ich zu dick bin, oder eben weil ich halt eine Frau bin oder ich habe doch nicht die Qualifikation, die gewünscht ist.

    Ich kenne nicht-behinderte (blödes Wort jetzt) Menschen, die mitunter 2 Jahre erfolglos nach einem Job gesucht haben.

    Ich selbst war auch lange arbeitslos (allerdings zu einer Zeit wo man noch eine kleine Chance hatte, einen Job zu bekommen)und ich merkte auch, dass meine Behinderung (obwohl ich keine anerkannte Schwerbehinderte war und noch nicht bin) oft der Grund für eine Absage war. Einmal wurde mir auch gesagt, dass auch wenn der Kündigungsschutz nicht für mich greifen würde, könnte das ja irgendwann mal der Fall sein.

    Klar ist so was sch....., keine Frage, aber ich möchte einfach mal davor "warnen" alles und jedes was im Leben nicht so gut läuft IMMER auf die Behinderung zu schieben.


    Ich denke mal, dass Menschen, die als Schwerbehinderte anerkannt werden, nicht umsonst eine andere Arbeitsvermittlung haben als nicht behinderte (bei mir gab es damals eine Vermittlung für behinderte Menschen) also wird der Arbeitgeber doch wissen, worauf er sich einlässt, wenn er Leute aus dieser Vermittlung zum Vorstellungsgespräch kommen lässt.

    Egal wie sehr wir uns auch bemühen, wir werden es unserem Gegenüber nicht recht machen können, wenn der uns dazu keine Chance gibt. Egal was der Ausschlag für diese Ablehnung ist. Und das ist die Gesellschaft recht phantasievoll, wenn es darum geht, Gründe um eine Person abzulehnen, zu erfinden.

    Ja, ich weiß, dass es oft oder auch meistens die Behinderung ist, aber nicht immer! Und kann man als Mensch, der anderen nur vor den Kopf gucken kann, immer mit 100%iger Sicherheit sagen, was genau, dessen Grund für die Ablehnung war?

    Ich denke nicht.

    Jedenfalls in meinem Fall kann ich sagen, dass es nicht immer meine Behinderung war, weswegen ich abgelehnt wurde.

    Vielleicht zieht ihr diese Gedanken einfach mal nur in Betracht.

    LG Xandria
  • Hallo Ihr Lieben,

    das Behinderte eine andere Arbeitsvermittlung haben hab ich ja irgendwie schon gehört 😳, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es mehr oder weniger nichts anderes ist wie eine normale Vermittlerin, Unterstützung in jeglicher Hinsicht Fehlanzeige,
    die warten einfach ab, das man selbst mal etwas findet oder die Zeit vom Arbeitslosengeld abläuft, sodass sie einfach nicht mehr zuständig sind. So wo soll man dann noch Hilfe erbeten?? Integrationsfachdienst?? Auch nichts, aber man bekommt zumindest mal einen Anruf ob sich bei mir was getan hat.
    😡 😡
    Ich weiß ja, dass es andere auch sehr schwer haben einen Job zu finden, aber "Gesunde" sind doch einwenig variabler bei der Arbeitssuche, wenn sie denn nicht unbedingt nach ihren Qualifikationen gehen,denke ich.

    Liebe Grüße Marry
  • Ja Merry als Behinderter wird man tatsächlich andersd behandelt, das musste ich vor 5 Jahren erleben in einer Weiterbildungsmaßnahme vom Arbeitsamt REHA.

    Alle Teilnehmer hatten eine leichte Behinderung, man traute uns nix zu mussten ganz leichte Aufgaben machen wie Zeitung zerreisen und wieder ankleben.Wir kammen uns vor wie Kindergartenkinder, sicher dies ist nur ein Beispiel von vielen.

    Aber wenn ich die Dame von der Schwerbehindertenvermittlung frage ob sie denn für mich eine Stelle hätte nur ein Kopfschütteln. Ich glaube die Vermittler in der REHA unterscheiden sich nicht von den anderen.

    Da es so ist das die Menschen mit Handycap schwer vermittelbar sind so habe ich gehört wird vielen das angebot gemacht früh in Rente zu gehen, bzw EU Rente zu beantragen.Aber ich weis nicht was ich davonhalten soll.

    Gut sie sind aus dem Pool raus, können sich noch was dazuverdienen

    Was haltet Ihr davon?

    Ja die Gesellschaft hat in ihren Köpfen immer das bild vom Behinderten dem ewig Hilflosen, der ständig Hilfe braucht, ja das nicht alle so sind dafür gibt es einige Beispiele, die sich was trauen die ihr Schicksal selber in die Hand nehmen.

    Es hat jetzt zwar nix unbedingt mit Arbeit zu tun zeigt aber das man sein Ziel auch schaffen kann, die Autorin Helen Satourius ist für mich zum Vorbild geworden.

    Sie arbeitete als Sekretärin, liebte das Auto fahren und ja und bis sie plötzlich an einem Augenleiden erkrankte erst am Grünen dann am Grauen Star auf beiden Augen.

    Die Ärtzte haben sie aufgegeben, die Ärtzte sagten sie müsse sich mit Ihrer Situation abfinden. Aber das wollte sie nicht, sie entschloss sich Marathon zu laufen, und kam auch in`s Ziel, das wollte Sie erreichen. Hut ab vor dieser Frau.


    Ich bin der Meinung wir müssten viel mehr in den Medien präsent sein, ja wir müssten ebenfalls auf die Straße gehen und um unsere Meinung und um unsere Rechte kämpfen, nur so können wir auch wahrgenommen werden.

  • Liebe Lesley,

    besonders Deinen Satz "Ich bin der Meinung wir müssten viel mehr in den Medien präsent sein, ja wir müssten ebenfalls auf die Straße gehen und um unsere Meinung und um unsere Rechte kämpfen, nur so können wir auch wahrgenommen werden." möchte ich allen ans Herz legen. Aber bitte zeigt nicht wie schwierig das Leben mit Behinderung sein kann, sondern zeigt was wir genauso gut können wie gesunde Menschen. Nur so können wir die Gesellschaft positiv beeinflussen.

    Das was Du bei dieser Weiterbildungsmaßnahme erlebt hast, erlebe ich übrigens auch bei der Suche nach einem Sportverein. So groß wie meine Stadt auch ist, einen Verein der Rollisport anbietet gibt es nicht. Das einzige Angebot an Behindertensport ist Boßeln und da sind nur geistig Behinderte dabei. Ich versuche seit Jahren in einen bestehenden Sportverein hinein zu kommen, doch das was man von mir als ehemaligen Judo-Leistungsportler und Handbiker, der immer noch Marathon fährt anbietet, sind ähnliche Dinge die dem zerreißen von Zeitungpapier gleich kommen. So nach dem Motto, wir lassen die Behinderten mal ein bischen Sport machen. Das ich als Rollifahrer die gleichen Ansprüche und Bedürfnisse habe wie ein Fußgänger habe, können sich die Sportvereine bisher nicht vorstellen. Ich denke bei der Arbeitsvermittlung sieht das ähnlich aus. Am besten steckt man uns alle in Behindertenwerkstätten damit wir nicht auf die Idee kommen, wir könnten auf dem ersten Arbeitsmarkt Leistungen erbringen, die einem gesunden Menschen gleich kommen.

    Das so viele Menschen mit Behinderung in die Frührente gedrängt werden gefällt mir nicht. Gut, ich bin Frührenter, aber als ich mich dazu entschied, lag das nicht an meiner Gehbehinderung, sondern an einer anderen, lebensbedrohlich gewordenen Erkrankung. Hätte ich nur diese eine Krankheit die mich in den Rollstuhl gebracht hat, würde ich warscheinlich heute noch berufstätig sein. Ich finde man sollte jeden Menschen so lange auf dem Arbeitsmarkt halten wie es nur geht. Menschen die noch arbeitsfähig sind, in die Frührente zu drängen belastet nicht nur öffentliche Kassen, es nimmt einem auch die Menschenwürde.

    Lesly, als ich so krank war das es mein Leben bedrohte, habe ich mich lange dagegen gewehrt aus meinem Beruf aus zu steigen. Doch irgend wann sagte ich mir, "Karin wenn du berentet bist, mußt du nicht mehr arbeiten. Du darfst arbeiten!". Erst dann konnte ich mich darauf einlassen meinen Rentenantrag zu stellen. Mittlerweile dürfen Frührentner sogar 400€ monatlich dazu verdienen. Es ist auch nicht mehr so wichtig ob dies im alten Beruf, freiberuflich oder festangestellt geschieht. Die Rentenkasse läßt uns da mittlerweile ziemlich viel Freiraum und seit Anfang des Jahres diskutiert Berlin sogar darüber das Frührnter in Zukunft so viel dazu verdienen dürfen, wie sie zuletzt Brutto verdient haben. Es muß als keiner von der Grundsicherung oder der Rente alleine leben, wenn er das nicht möchte.

    Lieben Gruß
    Karin
  • Hallo Ihr Lieben,

    ich habe schon oft und sehr viel darüber nachgedacht auch Rente zu beantragen.
    Dann sitze ich wieder da und überlege wie es danach weitergeht. Ich will einfach nicht wie eine Oma am Ofen sitzen und Socken stricken 😺 und ich weiß genau dass meine Motivation die ich eigentlich fast immer hatte dann so am Boden wäre, das ich mich einigeln könnte und da helfen dann auch keine lieben Worte.
    Ich brauche einfach die Arbeit für mich um mich wohl zu fühlen, wieder glücklich zu sein, genau das fehlt mir.
    Aufgeben war für mich in all den Jahren nie ein Thema, aber momentan ist so ein Punkt erreicht wo ich mich frage wie es einfach weitergehen soll.
    Bin wirklich ratlos, habe einen ganz schönen Durchhänger.

    Liebe Grüße Marry
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