KFZ-Umbau

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Hallo zusammen,

könnt Ihr mir weiterhelfen ?
Mich würde interessieren, wie der Ablauf ist, wenn man sein Auto behindertengerecht umbauen lassen will bzw. muss.

Insbesondere:
Wer kann den Umbau des KFZ anordnen ?
Wer führt den Umbau durch ? Gibt es da spezielle Unternehmen ?
Wie ist das mit den Kosten ? Wer trgät diese ?

Kann ein gehandicapter KFZ-Halter finanzielle Zuschüsse dafür beantragen ?
Wenn ja,wo ?
Welche Voraussetzngen sind für Zuschüsse oder kpl. Kostenübernahme zu erfüllen ?

Inwieweit kann man als gehandicapter KFZ-Halter bzgl des Umbaus und Kostenübernahme auf das Gleichstellungsgesetz des europ. Gerichtshofs zurück greifen bzw. dieses in Anspruch nehmen ?

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir hierzu Infos geben könnt.
Vielen Dank schon mal im voraus.

Liebe Grüße
Tom

Antworten

  • Hallo Thom,
    eine Menge Informationen findest du hier:
    www.autoanpassung.de

    Bei Fragen stehe ich gern zur Verfügung.

    Viele Grüße, Zabri
  • Hallo Tom,

    zu den Zuschüssen kann ich Dir wenig sagen, da ich bei meinem Umbau keine bekommen habe. Mein Kenntnisstand ist Folgender: Wenn Du ein BG Fall bist, Unfall auf dem Weg, während oder auf dem Weg zurück von der Arbeit, dann übernimmt die BG die Kosten des Umbaus und sogar einen Großteil der Anschaffungskosten für ein neues Fahrzeug falls das alte nich tauglich ist oder kein Auto vorhanden ist. Ist man nach einem Unfall Krankenkassen Patient wird es schwieriger, kann man Zuschüsse beantragen, falls man auf das Fahrzeug angewiesen ist um damit zur Arbeit zu kommen. Der Träger ist dann allerdings das Arbeitsamt, nicht die KK. Bei mir war beides nicht der Fall da ich Arbeitsunfähig bin...

    Welche Art von Behinderung hast Du? Solltest Du wie ich im Rollstuhl sitzen kann ich Dir ne menge Tipps zum Umbau selbst geben. Zur Kostenübernahme gibt es hier sichr kompetentere Ansprechpartner...

    LG
  • Hallo Tom,

    je nach Lebenssituation gibt es für solche Kosten verschiedene Kostenträger.

    Das Stichwort heißt Kraftfahrzeughilfe und Kraftfahzeughilfeverordnung.

    Da ich berufstätig bin, war für mich das zuständige Integrationsamt mein Ansprechpartner.
    Dort konnte ich einen Antrag auf Kraftfahrzeughilfe stellen, in dem ich formlos darlegen musste, warum ich ein KFZ brauche, um die Wege Wohnung-Arbeitsstätte bewältigen zu können.
    Es gibt verschiedene Mittel die man beantragen kann, je nach finanzieller Situation kann mann einen Zuschuss bis zu 9000€ für den Erwerb eines Neu-Kfz bekommen, sowie Zuschüsse zu behinderungsbedingten Umbauten etc.

    In meinem Fall als Oberschenkelamputierter (li) habe ich bei Anschaffung eines neuen Kfz (VW Tiguan) die Mehrkosten für ein Automatikgetriebe bzw. DSG (1785€) bewilligt bekommen. Die Kosten für ein Rollstuhlhebesystem mit dem verbundenen Umbau des KFZ i.H.v. 13500€ durch die Firma EDAG wären ebenfalls übernommen worden, das habe ich aber nicht in Anspruch genommen.

    Folgende Seite ist vielleicht noch interessant:

    http://www.reha.com/de/html/anschaffung/kfz-anschaffung-allgemein.php

    Hoffe, geholfen zu haben.
    LG
    Daniel



  • Hallo zusammen,

    warum ich diese Frage gestellt habe ?
    Aus "prophylaktischen" Gründen.

    Ich hatte im Februar 2010 einen Autounfall.
    An einem Sonntag wollte ich mit meinem Auto eine vorfahrtsberechtigte Straße überqueren.
    Ich fuhr an die Kreuzung heran, blickte links und rechts - kein Auto zu sehen - so fuhr ich los.
    Wie ich so in die Kreuzung reinfahre, sehe ich gerade nur noch aus dem Augenwinkel ein sich von links schnell näherndes Fahrzeug.
    Es schien mir so schnell, dass ein abbremsen von mir nichts genutzt hätte um einen Zusammenstoß zu verhindern.
    Deswegen gab ich Gas um einer Kollision zu entgehen.
    Hat leider nichts genutzt. Das andere Fahrzeug fuhr auf meiner Fahrerseite in Höhe der Rücksitze in meinen Wagen.
    Totalschaden, beide Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden.
    Die Polizei kam und nachdem sie beim Unfallgegner alles aufgenommen hatten, wurden meine Daten erfasst.

    Eine Alkoholprobe beim Unfallgegner ergab 1,13 %o - bei mir 0%o.

    Ich habe für die Ordnungswidrigkeit, die ich so begangen habe ein Bußgeld bezahlt und drei Punkte in Flensburg kassiert.
    Gegen den Unfallgegner wurde ein Strafverfahren - wegen Fahrlässigkeit im Straßenverkehr (wg. Alkohol am Steuer) eingeleitet.

    Der Polizist, der meine Daten aufgenommen hat, bemerkte meine Gehbehinderung und sagte mir, daß er meine Einschränkung der Führerscheinstelle melden muss, weil Zweifel bestünden, ob ich überhaupt fähig sei, ein Fahrzeug zu führen.

    Letzte Woche habe ich eine Ladung des Landratsamts (Führerscheinstelle) erhalten.
    Immerhin fast 1 Jahr nach dem Unfall ...
    Eine Bekannte fuhr mit mir zu diesem Termin.

    Nach einem Gespräch mit dem zuständigen Bearbeiter - der nach meinem und dem Eindruck meiner Bekannten doch sehr fair war und mir zu helfen versucht - kam er doch nicht umhin, eine Fahreignungsprüfung zu verfügen.
    Allerdings OHNE meizinisch-psychologiche Untersuchung (sog. Idiotentest), da er aufgrund unseres Gesprächs erkannt hat, da bei mir klar keine geistigen Defizite vorliegen.

    So werde ich wohl demnächst beim TÜV so etwas wie eine praktische Fahrprüfung ablegen müssen.

    Ich weiß nun nicht, ob ich mich nicht trotzdem diskriminiert fühlen muss ?
    Wenn ich bemerke wieviel gesunde Fahrzeughalter besonders verkehrsgefährdend (z. B. drängeln auf der Autobahn) unterwegs sind, andere gesunde Verkehrsteilnehmer häufiger Unfälle verursachen als ich (zwei Unfälle in zehn Jahren), dann ist das schon irgendwie komisch.

    Es grüßt Euch
    Tom


  • Hallo Thom,
    wenn die Fahrprüfung von der Führerscheinstelle angeordnet wurde, wirst du nicht darum herum kommen. Es geht ja auch darum zu prüfen, ob du in der Lage bist ein Auto zu führen. Will die gegnerische Versicherung auch wissen, da sie zahlen müssen, wenn dem Gegner die Schuld nachgewiesen wird.

    Meiner Meinung nach ist es keine gute Idee, vor dem Landratsamt zu argumentieren, dass viele andere Menschen sich verkehrsgefährdend verhalten usw. In deiner Sache geht es um deinen Fall, nicht um die Ungerechtigkeiten im Rest der Welt. Es geht eher darum zu beweissen, dass du fahren kannst.

    Aber noch mal zu deiner Ursprungsfrage: Wenn du einen anpassten Wagen brauchst wegen deiner Behinderung und einen Arbeitsplatz nur mit einem Wagen erreichen kannst, kannst du einen Antrag stellen. Intessant wäre noch die Frage ob du wegen des Unfalls behindert bist und ob der andere Unfallgegner schuld hat. Dann wäre evt. die gegnerische Versicherung Kostenträger für eine Umrüstung.

    Aber da sind noch so viele WENNS und ABERS?

    LG, Fluse
  • Hallo

    In der Fahrerlaubnisverordnung FeV heißt es wer körperlich beinträchtigt ist darf nur am Verkehr teilnehemn wenn Vorsorge getroffen ist, dass niemand gefährdet wird. Die Pflicht zur Vorsorge obliegt dem Verkehrsteilnehmer! Vor gar nicht langer Zeit wurde mir von TÜV gesagt, wenn ich einen Führerschein besitzte und dann das rechte Bein amputiert bekomme darf ich mir einen Automatik-Pkw kaufen, eine Pedalverlegung einbauen und legal damit fahre. "Ich brauche damit nicht zum TÜV". Problematisch wird es wenn irgenwelche Zweifel auftauchen (ein Unfall zählt dazu), dann muß du nachweisen dass du deine Sorgfaltspflicht fahrtüchtig zu sein erfüllt hast. Es liegt also eine Beweislastumkehrung vor. Am einfachsten kannst du deine Sorgfaltspflicht nachweisen durch eine Fahrprobe beim TÜV. Das ist eine einmalige Sache und gilt im allg. auf Dauer. Mit Diskriminierung hat das nichts zu tun. Du schreibst ja selbst:

    Ich weiß nun nicht, ob ich mich nicht trotzdem diskriminiert fühlen muss ?

    Wenn ich mir selbst nicht sicher bin würde ich mich auch nicht diskrimiert fühlen.
    Bei mir ist es allerdings etwas anderst. Ich fahre seit 30 Jahren Auto, mit TÜV Gutachten und mein Vorgesetzter hatte nichts besseres zu tun als zum neuen Personalchef zu rennen wegen "Bedenken ob ich mit einer Freisprecheinrichtung autofahren kann" wohlwissend dass ich 1996 eine Sportpilotenlizenz machte und ein eigenes UL-Flugzeug fliege.
    Selbst das Integrationsamt Karlsruhe tönte ins selbe Rohr, "Stellen sie sich vor sie haben einen Unfall die Versicheung zerreißt ihr Gutachten in der Luft.." Mein Hinweis auf die FeV wurde weggebügelt mit "Das können Sie gar nicht beurteilen und selbst wenn sie Recht haben, spielt das keine Rolle". Also das Prinzip behindert gleich blöd oder zumindest sie können eh sagen was sie wollen, sie werden gar nicht ernst genommen. Seitdem bin ich etwas angesäuert. Der TÜV schrieb dann auch, dass von einer unbegrenzten Gültigkeit (meines Gutachten) ausgegangen wird, es in meinem eigenen Ermessen liegt und keinerlei Zweifel an meiner Fahrtüchtigkeit besteht. Abgesehen davon meine Versicherung hatte keinerlei Interesse an einem neuen Gutachten, meine Versicherung hat noch nie ein Gutachten von mir gesehen - auch das nicht von 1979. Aber "ich kann das ja gar nicht beurteilen..." 😡 😡 😡


    Klaus
  • hallo Tom,

    du wärst dieses Problem umgangen wenn du vorher zu einer sogenannten Fahrtauglichkeitsuntersuchung,ziemlich langes Wort, gegangen wärst.
    Uns hatte man darauf hingewiesen das so etwas im Falle eines Unfalls passieren kann und daher haben wir ein Verkehrsmedizinisches Gutachten anfertigen lassen(Kosten ca. 120,00€) wo genau geregelt ist wie und womit er fahren darf und welche Besonderheiten zu beachten sind( Kennziffern), so darf er PKW mit Automatikgetriebe fahren allerdings nur wenn diese keine Fußfeststellbremse besitzen sondern mit der Hand(ohne das er beim TÜV vorfahren muss), Motorrad nur mit Umbau auf Handschaltung und er muss beim TÜV vorfahren. In der Regel bietet der TÜV auch Beratung bei Fragen zum Umbau und spricht Empfehlungen aus.

    Lg Bonny1
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