"Bist du behindert?"

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scheint ja ein allgemein akzeptiertes Schimpfwort zu sein. Genauso wie "Spasti" usw. (ich guck grad "Die strengsten Eltern der Welt", da war das gang und gebe während einer Auseinandersetzung.

Selbst eine Freundin benutzte es mal, allerdings zu jemand anderen. Als ich sie darauf ansprach, meinte sie:"Das sagt man doch so!"

Der Menschen Dummheit ist unergründlich!😡

Mich regt sowas total auf! Wie seht ihr das?

LG Xandria
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  • Also das Wort Spasti oder Krüppel verwende ich auch nicht - ganz ehrlich. Aber wenn mir jemand sagt "Sie sind ja behindert", dann denke/sage ich "ja" bzw. "na und". Da mir als Schwabe das Wort Nichtbehin-der-ter etwas schwer über die Lippen kommt sage ich manchmal im Vergleich "Normalmensch". Ich kann es drehen und wenden wie ich will bei mir ist fast alles nicht normal. Darin sehe ich aber nichteinmal ansatzweisweise eine Wertung. Ein Nichberhinderter soll erstmal die Hälfte dessen tun was ich in meinem Lebene leiste, dann kann man sich weiter unterhalten. Das klingt zwar ziemlich arrogant aber diese Freihet nehme ich mir.




    edit: wg. Tippfähler
  • Wenn mich einer das fragen würde, würde ich auch "ja" sagen und dann abwarten.

    Was mich stört ist, dass das Wort behindert mittlerweile als Schimpfwort etabliert zu sein scheint.

    Wenn ich das Wort "Türke" in der Art und Weise benutzen würde, würden hier einige auf die Barrikaden gehen.

    Aber bei dem Wort "behindert" sörts keinen?

    Das hat nichts damit zu tun, ob ich als Behinderter gleich viel oder mehr leisten kann als ein Nichtbehinderter.
  • Hallo Xandria,

    ich empfinde das Benutzen dieser Wörter Spasti und behindert genauso unangenehm wie Du. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie die Wörter Behindert oder Spasti in der Jugendsprache auftauchten. Schon damals sah ich keine Sinn darin, einen Gesunden auf diese Art und Weise zu degradieren und fragte mich damals wie heute, was mag wohl ein echter Spasti oder ein echter Behinderter für Empfindungen haben, wenn er das hört. Leider ging die Verharmlosung dieser sogenannten Gossensprache in den letzten Jahrzehnten immer weiter und gar nicht selten kommt es sogar vor, daß Prominente diese oder andere Wörter benutzen, die früher nur in bestimmten sozialen Kreise vorkamen. Ich würde zu gerne einmal wissen, was wäre, würder einer dieser jungen Menschen, die kaum einen Satz ohne "du bist ja behindert" oder "ey du Spasti" sagen können, plötzlich selber eine Behinderung, ja vieleicht sogar eine spastische Behinderung haben, empfinden würden, wenn in ihrer Umgebung ständig auf diese höchst verachtende Weise geredet wird.

    Liebe Grüße
    Karin
  • Hallo, 😛

    ich finde es kommt auf die Satzstellung drauf an.

    Wenn jemand sagt, Du bist ja behindert, dann hört sich das für mich an, wie Du bist ja besch....t.

    Das würde ich auch als Beleidigung ansehen!

    Doch bei Aussagen wie, Als behinderter Mensch hat man es ziemlich schwer, sehe ich das anders.

    Es gibt genug 'Freunde' in meinem Bekanntenkreis die sagen zu mir, das ich eine Behinderung habe, doch sie stehen alle zu mir, was sie mir ganz klar sagen.

    Bei der Bezeichnung Spasti ist das für mich klar eine Beleidigung. Erst kürzlich habe ich dran denken müssen, da ich auch eine spastische Lähmung habe 🥺.
    Doch so etwas erlebt habe ich noch nicht.

    Die meisten Menschen wissen gar nicht was das überhaupt ist, und ich habe überhaupt kein Problem damit was Aufklärung bedarf, da ich ja schließlich auch mal HEP=Heilerziehungspflegerin war.
    Es gibt allerdings immer Leute, die anecken wollen, und da kann ich mich ohne Probleme durchsetzen, was Platz anbelangt im Bus. 😆

    Grüsse von Marianne


  • Ganz klar der Satz "Sie sind ja behindert" klingt wie sie sind bescheuert, halten sie doch ihren Mund, ich nehme sie gar nicht ernst. Das ist eine Beleidigung und auch so gemeint. Aber ob ich selbst dies, wohlwissend dass es so ist, als Beleidigung empfinde ist eine andere Sache. Normal - nicht normal, behindert - nichtbehindert ist für mich eben keine Wertung und das habe ich dann meinem Gegenüber voraus.

    Daher antworte ich dann auch ganz unbeschwert ja stimmt da haben sie recht, das ist eine Lähmung... usw. Manchmal merken die Leute dann was sie für dummes Zeug reden.
    Wenn nicht und ich habe dies schon erlebt, allerdings nicht im näheren Umfeld denke ich mir meinen Teil eben im Sinne "wenn du wüßtest..." Sowas kommt dann auch von Leuten mit denen ich eigentlich nichts zu tun habe, also was soll`s. Bisher bin ich bis auf einmal immer als Gewinner vom Platz gegegangen. Das eine Mal als es nicht so war macht mir allerdings immer noch Probleme.
  • Gerade in Jungend sieht man es, wie runtergekommen die Gesellschaft doch ist. Ich freue mich immer wieder mal Kinder oder Jungendliche zu hören, die sich noch normal unterhalten können und freundlich sind.
  • Es ist schon richtig, daß man sich den Schuh nicht anziehen soll. Ich finde auch nicht, daß unsere Gesellschaft bzw. unsere Jugend heruntergekommen ist. Aber mich machen die oft sehr herablassenden Umgangsformen der letzten Jahe traurig. Das viele, vor allem junge Menschen, gar nicht mehr merken, daß sie mit ihren Redewendungen beleidigend wirken, ist schon ziemlich erschreckend. Ich habe 21 Jahre direkt neben eiem Schulhof gewohnt. Mit welchen Ausdrücken die Kids sich da, vor allem in den letzten zehn Jahren, gegenseitig bewarfen, ohne zu wissen das dies nicht zu den normalen Umgangformen gehört, möchte ich hier gar nicht wiederholen. Auch wenn ich mich von solchen Sprüchen distanziere und nicht beleidigen lasse, erschreckend ist diese Wandlung in der gegenseitigen Kommunikation trotzdem.

    ein Teil meine Pflegekinder bringt diese Sprache auch mit zu mir nach Hause. Ich sage ihnen dann das sich dies nicht gehört und hoffe, daß sie sich von ihrer Zeit bei mir etwas mit nehmen, daß andere Kinder nicht haben. 😉
  • KarinM hat geschrieben:
    Es ist schon richtig, daß man sich den Schuh nicht anziehen soll. Ich finde auch nicht, daß unsere Gesellschaft bzw. unsere Jugend heruntergekommen ist. Aber mich machen die oft sehr herablassenden Umgangsformen der letzten Jahe traurig. Das viele, vor allem junge Menschen, gar nicht mehr merken, daß sie mit ihren Redewendungen beleidigend wirken, ist schon ziemlich erschreckend. Ich habe 21 Jahre direkt neben eiem Schulhof gewohnt. Mit welchen Ausdrücken die Kids sich da, vor allem in den letzten zehn Jahren, gegenseitig bewarfen, ohne zu wissen das dies nicht zu den normalen Umgangformen gehört, möchte ich hier gar nicht wiederholen. Auch wenn ich mich von solchen Sprüchen distanziere und nicht beleidigen lasse, erschreckend ist diese Wandlung in der gegenseitigen Kommunikation trotzdem.

    ein Teil meine Pflegekinder bringt diese Sprache auch mit zu mir nach Hause. Ich sage ihnen dann das sich dies nicht gehört und hoffe, daß sie sich von ihrer Zeit bei mir etwas mit nehmen, daß andere Kinder nicht haben. 😉


    Hallo Karin,

    ich stimme dir zu, vor allem habe ich bei dir das Gefühl, dass du verstehst worauf ich hinaus will. Allerdings muss ich zu 2 Punkten etwas entgegenhalten:

    1. Ich denke schon, dass sich das Niveau der Gesellschaft (und somit auch zwangsläufig das der Jugend - woher soll sie es auch anders kennen) sehr gesenkt hat.

    2. Denke ich nicht, dass es meine Aufgabe ist, mich immer von Dingen, die mich stören, zu distanzieren. Wir sind ja eine Gesellschaft - leben also auch in Beziehung zueinander bzw. in Kommunikation miteinander. Gut, zu 99 % ist es besser sich von Dingen, die einen stören zu distanzieren, weil es die Mühe einfach nicht wert ist. Aber wie soll sich denn jemals etwas ändern, wenn wir Dinge, an die wir uns stören, nicht auch mal zur Sprache bringen?
  • Xandria73 hat geschrieben:
    Gut, zu 99 % ist es besser sich von Dingen, die einen stören zu distanzieren, weil es die Mühe einfach nicht wert ist. Aber wie soll sich denn jemals etwas ändern, wenn wir Dinge, an die wir uns stören, nicht auch mal zur Sprache bringen?


    Ihr Lieben,
    bei mir lag vor kurzem auch ein Brief auf dem Schreibtisch mit der abschließenden Frage: ".... oder arbeiten bei Ihnen nur Spastiker?".

    Danach brauchte ich erstmal einen heißen Tee und etwas Zeit, mich wieder zu beruhigen, wobei ich normalerweise nicht empfindlich bin – scheinbar hatte ich einen "schlechten" Tag erwischt und fühle mich "angepisst". Zum Glück habe ich sehr nette Kolleginnen.

    Ich hab dem Mieter daraufhin einen "entsprechenden" Antwort-Brief zukommen lassen und hoffe, er kaut noch im nächsten Jahr darauf rum und hat deftige "Verdauungsprobleme" damit.
    Für mich ist die Sache jetzt jedenfalls vom Tisch. Trotzdem war es mir ein großes Bedürfnis, auf eine solch unverschämte Beleidigung entsprechend zu reagieren. Als "Sieger" oder "Besserwisser" fühle ich mich aber trotzdem nicht. Bei solchen Kämpfen gibt es keinen "Gewinner", dennoch sollte man seinen Standpunkt klar vertreten, wenn's für den Seelenfrieden nötig und wichtig ist.
    http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=6793
    Grüße von mir
  • Genau das ist es. Man sollte bei Gelegenheit direkt sagen, wenn einem gewisse Dinge stören. Die Gesellschaft ändern können wir nicht, aber unser Gegenüber zum Nachdenken bringen. Es gibt durchaus noch junge Menschen mit denen man reden kann. Wenn wir nur einem einzigen jungen Menschen das Bewußtsein geben konnten, daß er mit seiner Ausdrucksweise durchaus auch jemanden persönlich verletzten kann, wird dieser eine Mensch vieleicht in Zukunft die Worte anders wählen. Dem eigenen Seelenfrieden hilft das auch. 😉
  • surfer
    Optionen
    Hallo Leute,

    Sowas ist in meiner Anwesenheit auch schon passiert.
    Oft genug ist es einfach unüberlegt dahingesagt.
    Es liegt aber nicht nur an der Verrohung, wie Ondata sagt, sondern die Öffentlichkeit weiß immer noch viel zu wenig über Menschen mit Behinderungen.

    Gruß

    Surfer
  • Zornroeschen hat geschrieben:
    Ihr Lieben,
    bei mir lag vor kurzem auch ein Brief auf dem Schreibtisch mit der abschließenden Frage: ".... oder arbeiten bei Ihnen nur Spastiker?".

    Danach brauchte ich erstmal einen heißen Tee und etwas Zeit, mich wieder zu beruhigen, wobei ich normalerweise nicht empfindlich bin – scheinbar hatte ich einen "schlechten" Tag erwischt und fühle mich "angepisst". Zum Glück habe ich sehr nette Kolleginnen.

    Ich hab dem Mieter daraufhin einen "entsprechenden" Antwort-Brief zukommen lassen und hoffe, er kaut noch im nächsten Jahr darauf rum und hat deftige "Verdauungsprobleme" damit.


    Wow! Ich würd jetzt zu gern wissen, was du ihm zurückgeschrieben hast! Kannst du das mal ansatzweise wiedergeben, bitte?

    Zornroeschen hat geschrieben:

    Für mich ist die Sache jetzt jedenfalls vom Tisch. Trotzdem war es mir ein großes Bedürfnis, auf eine solch unverschämte Beleidigung entsprechend zu reagieren. Als "Sieger" oder "Besserwisser" fühle ich mich aber trotzdem nicht. Bei solchen Kämpfen gibt es keinen "Gewinner", dennoch sollte man seinen Standpunkt klar vertreten, wenn's für den Seelenfrieden nötig und wichtig ist.
    http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=6793
    Grüße von mir


    Sehe ich genauso, es gibt bei sowas keine Gewinner, darauf kommt es aber auch nicht an. Ich denke eher, dass es wichtig ist, den Gegenüber mal zum Nachdenken zu bringen.

  • Ich war es ja der das Wort Gewinner einbrachte

    Wenn mir jemand richtig blöd kommt, dann trete ich dem auch auf die Füße und zwar so dass er es merkt. Damit ist die Sache dann vom Tisch, ich fühle mich nicht beleidigt, der Gegenüber hat gemerkt dass es Unsinn war. So habe ich das Wort Gewinner gemeint.

    den Gegenüber mal zum Nachdenken zu bringen

    Das setzt aber eine gewisse Lernfähigkeit oder zumindest Einsicht voraus. Wenn du aber mit Wand von Vorurteilen konfrontiert wirst, dies zum Teil wider besseren Wissens und mit einer ganz bestimmten Absicht, dann ist Schluß mit lustig. Da muß man entsprechend reagieren. Wen du dies auf Grund massiver Drohungen nicht kannst/darfst bist du in einer absoluten never win Situation. Das schlägt einem dann gewaltig auf Gemüt. Dies gilt erst recht wenn es von eigentlich fachkundiger Seite kommt.
  • hallo @ all,

    warum regt sich jeder hier so auf. es ist jugendsprache und die wird es immer geben.
    an alle die hier moral predigen frage ich wer hat in seiner kindheit und jugend nicht auchmal irgendeinen scheiß wie worten gesagt ohne darüber nachzudenken.

    klar ist es nicht gerade gut wenn man sowas hört, aber man kann es auch nur hören wenn man sich den schuh anzieht.
    und wenn sie sich so betiteln wolln ist es ihre sacheu nd es wird keiner daran etwas ändern ausser die zeit die bestimmte ausdrücke wieder auf die out-liste setzt und dann eben andere in macht.

    in diesem sinn, sind wir nicht alle ein bisschen bluna.

    achja an alle neinstimmer, immer kräftig drauf denn jeder sollte sich an seine nase fassen und mal intensiv nachdenken was er schon zu anderen gesagt hat.

    lg
  • Ich glaube nicht das es bei dem Problem, daß hier besprochen wird, darum geht das hier und da mal Kraftausdrücke gefallen sind. Nach meinem Verständnis geht es darum, daß viele junge Menschen heute nicht mal einen Satz sprechen können, ohne sich gegenseitig zu beleidigen oder irgend welche abwertenden Ausdücke und Wörter aus der Fäkalsprache zu benuzten. Die Umgangsformen haben sich geändert und zwar negativ. Das ist etwas völlig anderes als hin und wieder etwas unüberlegtes zu sagen oder einen Kraftausdruck zu benutzen.
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