Wer hat Erfahrung mit Botox bei Spastik?

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Ich habe eine links betonte Tetraspatik und bin dadurch natürlich sehr eingeschränkt was das Gehen betrifft. Meine Frage wäre nun, ob jemand von Euch vielleicht auch eine Spastik hat und ob dieser Jemand schon mal Botox ausprobiert hat und dadurch eine Verbnesserung des Gangbilds oder ganz allgemein eine Erleichterung was das Gehen betrifft erzielt hat. Vielen Dank an alle die mir da eventuell weiter helfen können. Liebe Grüße Beate

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  • Cappo
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    Hallo Bonnerin,

    habe eine heimparese (halbseitenlähmung) rechts nicht von geburt an und als die ersten geh versuche folgten ging der fuß immer in einen spitzfuß über (nennt man das so?) also bei durchgestreckten knie zog ne spastik in den fuß/sprunggelenk und sorgte dafür das ich nicht auftreten konnte da der fuß dann nur auf der aussenkante aufgesetzt hat, hoffe das soweit verstanden wurde, bei mir wurden 3 botoxspritzen in den unterschenkel gegeben in verschiedenen muskeln da drin bitte nicht fragen welche und auch die menge weis ich nicht. Das ganze war alles andere als schmerzfrei wenn ne nadel in den muskel geht aber zu dritt haben die mich ganz gut gehalten. 🥺
    Das ergebnis war zwar nicht wie erhofft aber die spastik hat dadurch erheblich nach gelassen aber es wurde ein tonus (google hilft) erzeugt der sich aber leichter ausbremsen lies. Im großen und ganzen hat es bei mir geholfen aber botox verflüchtigt sich halt wieder, dauer glaub ich 3 monate (?) kommt auch auf die menge an und wurde bei mir auch nicht mehr gemacht weil ich in der zeit gelernt hab die muskeln einigermaßen zu steuern.
    Hoffe dir mit meinen erfahrungen ein wenig geholfen zu haben.

    mfg
    Cappo
  • Hallo Bonerin,

    sei herzlich willkommen im Forum.

    Ich habe eine Tetraparese- Hemiparese / links` komplett und eine inkomplette Tetra- Lähmung beider Beine mit Spastik komplett linksseitig, Neigung zu Spitzfuß linksseitig.
    In 2003 bekam ich eine Behandlung- Botex, leider war wie durch Cappo bereits beschrieben der Erfolg nur kurzfristig ca. 9 Wochen.

    Dann folgte Tetrazepan, Tramadol kombiniert mit Oxygesic. Hielt leider nur 1 Jahr. Dann bekam ich Oxycodon darüber hinaus zusammen mit Naloxon als Kombinationspräparat oder Tilidin ( Ersatz ), brachte auch nichts und seid 2005 bin ich BTM - Trägerin / Schmerzpumpe - Katheter LWS.

    Dies ist das;
    http://www.medhost.de/schmerzen/medikamente-schmerzpumpe.html
    http://www.navigator-medizin.de/schmerztherapie/die-wichtigsten-fragen-und-antworten-zu-schmerz/spezielle-schmerztherapie-verfahren/schmerz-pumpe.html

    Nach ca. 6 Monaten war ich gut eingestellt und habe so mit eine sehr hohe Lebensqualität erreicht für mich ganz persönlich. Ich wünsche dir gute Besserung und eine Schmerz arme Zeit, Mfg Lyn 😉
  • Hallo Beate,

    einer unserer Mitarbeiter lässt sich auch mit Botox behandeln. Ich werde ihn über Deine Anfrage informieren.

    Bis dahin findest Du hier einen kleinen Einblick in seine Behandlung: http://blog.myhandicap.de/3263.html?&tx_ttnews[pointer]=1&tx_ttnews[tt_news]=3246&tx_ttnews[backPid]=3262&cHash=661b838839
  • Liebe Beate,
    ich habe HSP mit deutlicher Spastik in beiden Beinen. Botox ist in unserer SHG schon oft angesprochen worden.
    Hier kannst Du verschiedene Erfahrungen (positiv und negativ) nachlesen: In der Suche einfach "Botox" eingeben.
    www.hsp-selbsthilfegruppe.de
    Selbst habe ich Botox noch nie ausprobiert. Ehrlich gesagt, ich verspreche mir nix davon; dauerhaft ohnehin nicht und für ein paar Wochen vielleicht besser gehen können – dafür würde ich mir den Stress nicht antun)!
    Dein Arzt muss die Kostenübernahme bei der Kasse beantragen und dies kann ja bereits die erste unüberwindbare Hürde sein, (der Erfolg ist mehr als fraglich und die Töpfe der KK werden immer leerer). Und bitte sei vorsichtig bei der Wahl des Arztes, der Dir ggfs. das Botox spritzt. Du solltest das nur von einem Arzt machen lassen, der sich mit Deiner Erkrankung und dieser Behandlungsmethode auch wirklich gut auskennt. Die Gefahr besteht, dass der falsche Muskel gespritzt wird und dann hast Du noch mehr Probleme als vorher (denn der Wirkstoff ist ja gespritzt). Er bleibt drei bis vier Monate aktiv. Wenn es "daneben" geht, kannst du dann in dieser Zeit noch schlechter laufen. Ein Arzt mit Erfahrung kennt nicht nur den Muskel, sondern kann auch beurteilen, ob eine solche Behandlung bei deiner Erkrankung überhaupt vertretbar ist. Stellt sich ja auch immer die Frage, wie lange ein möglicher Erfolg anhalten würde und ob sich Kosten, Aufwand und Risiken lohnen (bitte nicht falschverstehen). Wenn ich weiß, dass ein "Erfolg" bestenfalls nur für ein paar Wochen anhält, käme es für mich persönlich ohnehin nicht infrage.
    In einem anderen Thread von Dir habe ich gelesen, dass Du dich überwiegend nur noch auf den Knien bewegst?! Darf ich Dich fragen, an welcher Krankheit Du leidest?

    freundliche Grüße
    vom Zornröschen

  • Hallo Beate,

    Justin hat ja sachon angekündigt, dass ich etwas zu meinen Erfahrungen mit Botox schreibe und das es dazu auch einen Beitrag im MyHandicap Inside-Blog gibt, den du hier findest: http://blog.myhandicap.de/3263.html?&tx_ttnews[pointer]=1&tx_ttnews[tt_news]=3246&tx_ttnews[backPid]=3262&cHash=661b838839 .

    Ich selbst habe eine Cerebralparese, die vor allem linksbetont ist und das Bein betrifft. Diese Spastik führt dazu, dass ich aufgrund der zu hohen Muskelspannung Einschränkungen beim Laufen habe (keine allzu langen Strecken zum Beispiel). Um das Gehen zu erleichtern und zu verbessern, mache ich regelmäßig Krankengymnastik und habe auch schon Botox ausprobiert. Hierzu kann ich dir folgendes berichten:

    Der Arzt: Du solltest dir – wie Zornröschens chon gesagt hat – einen Arzt suchen, der regelmäßig Botox-Behandlungen macht. Solche Ärzte findest du etweder in spezailisierten Praxen, aber vor allem in Kliniken. Dazu würde ich dir raten, einen Termin in der neuroorthopädischen Sprechstunde zu machen, weil bei Spastiken häufig neurologische Faktoren eine Rolle spielen. Auf die schnelle habe ich bei dir in der Nähe folgende Einrichtung in Düsseldorf gefunden: http://medcity1-duesseldorf.de/detail/index/id/198/Praxis/Neuro-Centrum-Duesseldorf.htm . Da ich dein Krankheitsbild nicht kenne und auch keinen direkten Rat geben kann und möchte, wer dich am besten behandeln kann, speche darüber doch mal mit deinem Arzt. Er kann dir sicher sagen, wer für Botox-Behandlungen geeignet ist.

    Die Behandlung:: Der Arzt spritzt das Botox in die betreffenden Muskeln. Meistens sind das mehrere Einstiche, um das Medikamenet gut zu verteilen. Dabei zeiht sich der Muskel zusammen, was sich wie ein Krampf anfühlt. Das ist nicht angenehm, du musst aber auch absolut keine Angst haben, weil es auch nicht wirklich schmerzhaft ist. Das ist aber auch individuell verdchieden. Ich würde den Arzt bitten, die Einstichstelle vorher mit einem kühlenden Mittel einzusprühen. Bei mir war es dadurch wesentlich weniger schmerzhaft.

    Die Wirkung:: Bei mir hat das Botox insgesamt ca. 3 Monate angehalten. Die ersten 1-2 Tage wirst du eine etwas stärkere Verspannung spüren, die sich wie ein Muskelkater anfühlt. Schon am dritten Tag merkt man, wie die Spannung deutlich nachlässt. Mein Beinb hat sich selten so entspannt angefühlt. Diese Sitaution verstärkt sich in den kommenden Wochen und das Gefühl wird immer besser. Nach etwa 6 Wochen lässt die Wirkung sehr langsam nach und nach 3 Monaten ist nimmt die Verspannung wieder zu. Dann könntest du erneut Botox spritzen lassen.

    Die Chance: Die große Chance besteht darin, dass du in den 3 Monaten, in denen das Botox wirkt, dein Bein durch Physiotherapie deutlich verbessern kannst. Da der Widerstand geringer ist, kann dein Therapeut besser dehnen und du gewinnst an Bewegungsfreiheit. Dann kannst du eine Situation erreichen, die auch dann noch besser ist, wenn das Botox nicht mehr wirkt. Deshalb finde ich es als Ergänzung zur Physiotherapie eine gute Sache – wenn es in deinem Fall vom Arzt befürwortet wird.

    Wichtiges zum Schluss:: Meiner Erfahrung nach ist Botox nicht die Zauberformel. Man darf es sich nicht als die Lösung aller Probleme vorstellen. Es ist eine Chance – nicht mehr und nicht weniger. In der Behandlung von Spastiken wird es schon rund 15 Jahre eingesetzt, die Langzeitwirkung ist aber noch nicht hundertprozentig erforscht. Deshalb bitte unbedingt mit deinem Arzt sprechen und all deine Fragen klären.

    Ich möchte dich gerne noch hinweisen, dass es auch Medikamente gibt, die die Muskelspannung absenken. Ich habe selbst gerade eines verschrieben bekommen und es wirkt wirklich gut. Deshalb ist wahrscheinlich eine Kombination aus Physiotherapie, Medikament und evtl. Botox hilfreich, um deine Situation zu verbessern. Spreche deinen Arzt doch einmal darauf an.

    Ich wünsche dir gute Besserung. Wenn du Fragen hast, schreibe mir gerne eine E-Mail an: philipp.jauch@myhandicap.de. Ich helfe wir gerne weiter!

    Viele Grüße,
    Philipp
  • Hallo Cappo

    Tut mir leid, dass es Dich so übel getroffen hat. Botox wird noch nicht lange zur Behandlung der Spastik eingesetzt. Wenn Du möchtest, erkläre ich gerne, wie es biochemisch/physiologisch funktioniert.

    Botox ist ein Gift eines Bakteriums und als Gift lähmt es zuerst die Atemmuskulatur. In stark verdünnter Lösung wird es in der Medizin nicht nur in der "plastischen/Schönheits" Medizin eingesetzt. Leider hilft es nur bei Spastizität einzelner spastischer Körperteile. In Deinem Fall müsste man soviel spritzen, dass es dann wieder als Gift wirkt. Bei Dir könntest Du aber erwägen, ob Du zum Beispiel *nur* die Arme behandeln würdest. Ich denke, dass würde Dein Leben enorm erleichtern.

    Die Injektion von Botox hält 3 Monate an. Dann muss es wieder direkt in den Muskel gespritzt werden. Ein Versuch ist es wert.
    Alles Gute und viele Grüsse

    Heinz Süsstrunk
  • Hallo!!

    Ich wurde 2x mit Botox behandelt und es hat mir leider nicht so viel gebracht, wie ich mir erhofft hatte. Deshalb habe ich einer weiteren bzw. längeren Behandlung nicht mehr zugestimmt! Aber vielleicht war ich auch zu ungeduldig...
    Ich denke, einen Versuch ist es allemal wert.
    Ich wünsche Dir, dass Du eine Entscheidung triffst, die "gut" für Dich ist!!

    Ganz liebe Grüße
    Mel
  • Ehrlich gesagt würde ich dir empfehlen einen Spezialisten dafür zu fragen, weil du somit die beste Antwort bekommen wirst. Ich wollte immer eine Faltenbehandlung, aber wüste nicht wo und wie, daher habe ich online nach einer guten Chirurgie gesucht und fand auf diesem URL, das die Musenhof Kliniken eine Hyaluron Faltenbehandlung anbieten.

    Nebenbei bieten sie auch andere chirurgische Eingriffe und so auch Botox Behandlungen. Daher würde ich dir empfehlen sie für mehr Infos zu kontaktieren und sicherlich werden sie dir mit deinem Problem weiterhelfen.

    Hoffe, dass ich dir hilfreich war und viel Glück dabei!

    Mit fruendlichen Grüßen
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