Rechtliche Frage, darf mich der Staat zur immobilität verdammen?

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Ich habe heute meinen Bescheid bekommen 30 GdB. Wiederspruch is schon in der Mache doch ich hab da noch eine Frage abseits von:

Ich kann mich, gerde zwischen September und Mai im Moment auf Strecken ab 20-30 min (Tagesformabhänig) nur mit Krücken bewegen, wenn es verscheit ist kann ich gar nicht raus, jedenfalls nicht ohne erhebliche Schmerzen und Schmerzmittel (4x 30mg Codein am Tag - mehr darf ich nicht - reichen tuts aber nicht).
Mein Orthopäder weigert sich mir eine Gehilfe zu verschreiben, darf er das?

Und nun mein eigentlichen Problem, ich habe das G beantragt. Und es natürlich nicht bekommen. Ich bin jetzt voll Erwerbsgemindert und damit sehr eingeschränkt. Aufgrund motorischer Ausfälle und auch meiner Psyche halte ich es für unverantwortlich den Führerschein zu machen, wohin muss ich mich wenden um mir das auch ärztlich attestieren zu lassen.

Und jetzt die Kernfrage: Wenn ärztlich attestiert ist das es ich kein Fahrzeug führen darf, darf der Staat mich dann zur Immobilität verdammen? Viele meiner Freunde haben ein G oder sogar aG und können doch Tagesformabhängig was machen. Ich will ja nicht mal ne ICE karte, ich möchte nur nicht Immobiel eingesperrt sein. Regiebahn in den Verkehrsverbünden würde völlig reichen.
Kann ich da irgend etwas tun?

Seid ich den bescheid bekommen habe bin ich nur noch am heulen, vor Verzweiflung. Ich kämpfe weiter... doch gibt es da überhaupt aussicht aus Erfolg?

Ich glaube wenn die mich jetzt immobilisieren werde ich hier eingehen.

Pio

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  • MyHandicap User
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    Hi Pio,

    ich kann dich sehr gut verstehen. bieten lassen musst du dir das natürlich nicht. leg wiederspruch ein lass dir das von deinem hausarzt bestätigen und gehe notfalls bis vors gericht.

    am besten der arzt bestätigt dir das du auf grund deiner "einschränkung" nicht am gesellschaftlichen leben teil zunehmen.

    Ich drücke dir alle Daumen die ich auftreiben kann.



    Lieben Gruß Uli
  • MyHandicap User
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    Hallo Pio!

    Da ich Dein Leid sehr sehr gut kenne,Rate ich Dir sofort einen guten Anwalt für Sozialrecht zu suchen.

    Ich habe 10 Jahre in abständen gekämpft und alles verloren,was irgendmöglich war.VDK hat sich geweigert mir zu helfen,Krankengeld wurde nach erster Rentenablehnung gestrichen,für Ärzte wurde ich Versuchskaninchen,Arbeitsamt fühlte sich nicht zuständig,sozialamt verwies darauf,das ich ja verheiratet bin und dadurch mein Mann aufkommen muß.Bis zu dem Zeitpunkt meiner Erkrankung habe ich immer gearbeitet.Mach nicht den gleichen Fehler wie ich,habe immer an das Gute geglaubt.Aber Bürokratie kennt kein Gut oder Böse,sondern Vorschriften und manchmal leider auch Sturrheit.
    Was Dein Orthopäde macht ist unmenschlich.Frag bei Deinem Hausarzt um Rezept für Krücken oder Stock.
    Ich selbst und mein Mann haben durch große Unterstützung des Vereins MMB-Mobil mit Behinderung und Myhandicap endlich zu einem Lebenswerten Gefühl zurückgefunden.Unsere Kasse hüllt sich nachwievor in Schweigen uns bei der Bezahlung der für uns sicheren Krankenfahrstühle zu unterstützen.Anrufe werden nicht entgegengenommen.Mail wird nicht beantwortet.Alleine ist man Machtlos.
    Wünsche Dir ganz viel Geduld und Kraft und denke daran,das Du nicht alleine bist.
    Gruß
    SENDRINE 😀
  • MyHandicap User
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    Hallo,
    ich hab da mal ne frage:
    Wenn du so schlecht Unterwegs bist und deine Kraft trotz Medikamente nicht ausreicht
    warum besorgst Du Dir nicht über den Hausarzt einen Rollstuhl damit Du wenigstends draussen deine Kraft sparst?
    Vom Ortopäden bekommst du den nicht.
    Das Risiko in dem zustand irgendwo hinzu schlagen weil dir die Kraft weg bleibt und damit noch die Sache zu verschlimmern ist nämlich groß.

    Ausserdem hättest Du so die Möglichkeit dir deine Kraft besser ein zu teilen.
    Und das mit den Medikamenten könnte ja auch weniger werden.

    Seit ich meinen Rolli habe brauch ich gar keine Medizin mehr.
    Und Krücken find ich nur stolz am falschen platz wenn die Kraft doch nicht reicht.

    Ich hab das vorher auch gemacht 20 Tabletten am Tag damit andere zufrieden sind
    nur ich war es nicht.
    Krücken damit ich laufen konnte und jeder den Eindruck hatte ich kann ja laufen ist schon nicht so schlim.

    Denk mal drüber nach ist mein Rat.

    Das mit dem Führerschein kann denke ich auch nachteile haben.
    Das mit dem Behindertenausweis würde ich einem Anwalt übergeben und wenn Du Dich entschließt das mit dem Rollstuhl zu machen dann sieht das ganze schon anders aus.

    Die Frage ob Du imobiliesiert wirst oder bist liegt eigendlich an dir selbst.
    Du hast es in der Hand wie Weit du kommen willst.
    Und mit einem Rolli wäre das auf jeden fall entspannter und nicht so Kraft raubend.
    Und damit auch wieder Freude an ganz normalen Dingen.
    Und Du hättest die Wahl wann und wie du ihn einsätzt und wann Du ihn brauchst.
    Nicht die andern bestimmen was Du opfern mußt um ein Leben zu haben.
    Du bestimmst den einsatz für ein Leben das du willst.

    Wenn du weist Was Du willst und dein Weg hinführen soll ist es einfacher den andern das Begreiflich zu machen.
    Das ist kein Aufgeben sondern ein anderer Kampf mit andern Mitteln.
    Beweisen mußt Du nur dir selber etwas nicht den anderen.

    Nicht traurig sein Kämpfe um das was du willst.
    Anders kommst Du nicht zum ziel.
    Ich wünsch dir ganz viel Kraft

    Gruß
    Herbi

  • MyHandicap User
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    Hallo Herbi!

    Wenn ich Deine Zeilen lese,dann denke ich in welchem Land lebst Du??Ist das das selbe,in dem ich lebe???

    Mir wurde vor 10 Jahren sogar Rollstuhl verweigert.Dann elektro Rollstuhl,dann später elektro Krankenfahrzeug,dann wieder Krankenfahrzeug und dann wieder.

    Das höchste der Gefühle währe ein Rollator gewesen,den man mir geben wollte,obwohl ich keinen Schritt ohne Schmerzen gehen konnte.

    Dein Ratschlag an Pio finde ich super und wenn Sie die Hilfe evtl. ohne großen Kampf bekommen sollte,spendiere ich ihr sogar Fahrradhandschuhe dazu.Wenn sich Pio wirklich selbst hinterfragen sollte,was ihr helfen würde und sich für Rollstuhl entscheiden sollte,dann braucht sie weitere Ratschläge.Den wenn ich mich Recht entsinne,soll auf dem Rezept nicht einfach Rollstuhl draufstehen.
    Gruß
    SENDRINE 😀
  • Hallo Pio,

    folgendes ist erst einmal ganz wichtig, auf jeden Fall, wie auch schon gesagt wurde, Widerspruch einreichen. Wichtig ist dabei, ab dem Zugangsdatum des Bescheides (Datum des Poststempels auf dem Kuvert) hat man 4 Wochen Zeit um Widerspruch beim zuständigen Versorgungsamt einzureichen. Man ist in der Nachweispflicht, dass man den Widerspruch pünktlich abeschickt hat, also auf alle Fälle das ganze per Einschreiben mit Rückschein absenden.

    Zum zweiten wäre es wichtig, dass man eine ärztliche Begründung im Sinne der Anlage
    zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung vom Hausarzt, oder auch vom Facharzt erstellen lässt. In dieser Anlage ist nämlich genau geregelt, wann man den Buchstaben G oder aG bekommt und genau so wie es da dring aufgeführt ist muss auch die ärztliche Stellungnahme begründet werden.

    Um jetzt nicht den ganzen Beitrag mit dem Text der entscheidenden Passagen unendlich lang und unübersichtlich zu machen, würde ich vorschlagen die genauen Vorschriften kann man herunterladen:

    http://www.gesetze-im-internet.de/normengrafiken/bgbl1_2008_ab/j2412_0010.pdf

    und hier den Blick besonders auf die Seiten 113 - 116 zu richten. Denn da sind die Merkzeichen (Ausnahme RF) geregelt. Die Seiten 113 - 116 würde ich dem Arzt der hier auf jeden Fall mit unterstützen sollte, als Anhaltspunkt aushändigen.

    Wichtig ist, nur wenn die jeweilige Notwendigkeit der einzelnen Buchstaben so begründet wird, wie es dort drin steht, wird man Erfolg beim zuständigen Versorgungsamt haben können.

    Ich hoffe ich konnte damit ein wenig weiterhelfen, wenn es zu verwirrend sein sollte, oder weitere Fragen auftauchen stehe ich gerne zur Verfügung.
  • MyHandicap User
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    Hallo Sendrine,
    steck Dir gerade was quer im Hals.😀
    Da hast Du wohl was Missverstanden wir leben schon auf der selben Erde.

    Das ist nur ein gedankenstoß in eine andere Richtung gewesen
    es ist nicht so zu verstehen das ich das besser finden Würde
    wenn Sie macht was ich schreibe.
    Sondern ganz einfach mal einen anderen Weg betrachten
    kann helfen Entscheidungen zu über denken.

    Euch beide hat man Schickaniert bis zum Anschlag.
    Ich sage nicht das Der weg leichter ist im Zuge von Problemlösung alles Wunderbar.
    Aber Eine möglichkeit von Vielen.

    Ein andere Gedanke ist noch nicht strafbar und ein andere Weg zu mehr
    Mobilität auch nicht.
    Natürlich sollte man sich dann weitere Gedanken machen aber da sind das ja auch keine Heissen Kartoffeln die man fallen lässt.

    Ich hab Euch ja auch versucht zu helfen.
    Und genau so versteh ich ihre Frage auch.

    Ich finde nicht das wir mehr Lebendsquallität haben wenn wir uns an Krücken durch die Gegend schleifen und mit Pillen zu gedröhnt sind nur um auf Dinge zu verzichten die uns das Leben einfacher machen können.
    Das ganze hat ja auch nachteile.
    Spätestends wenn man die Treppe runter geflogen ist sollte doch was nicht richtig laufen und zum Denken anregen.

    Ich hoffe das ihr Durch bekommt was ihr braucht.
    Auch wenn der Weg nicht einfach war oder nicht ist.
    Es hört sich für mich nicht so an als wenn Pio mit ihrer jetzigen Lage so zufrieden ist.
    Abgesehen von dem Ausweis.
    Gruß
    Herbi


  • MyHandicap User
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    Hallo Herbi!

    Ich gebe Dir in allem Recht.

    Mal sehn wie Pio ihre Situation sieht.

    Gruß
    SENDRINE 😀
  • MyHandicap User
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    Pio schrieb:
    Ich kann mich, gerde zwischen September und Mai im Moment auf Strecken ab 20-30 min (Tagesformabhänig) nur mit Krücken bewegen, wenn es verscheit ist kann ich gar nicht raus, jedenfalls nicht ohne erhebliche Schmerzen und Schmerzmittel (4x 30mg Codein am Tag - mehr darf ich nicht - reichen tuts aber nicht).
    Mein Orthopäder weigert sich mir eine Gehilfe zu verschreiben, darf er das?


    Erstmal ist es richt, das sowenig hilfen wie notwendig genommen werden sollte. In dem punkt würde ich einem Rollstuhlfahrer mit Handfunktion auch nie einen E-Stuhl geben. Doch das ist aus rein Körperlicher sicht und hat mit dir nichts zutun, sobald schmerzen ins Spiel kommen kann man nicht mehr mit den massstäben messen.

    Lass dir da nichts einreden hier ist dein arzt auf der falschen spur, alleine die vorstellung er erzählt dir was von wegen gehilfe oder andere unterstützungen gehen nicht aber verschreibt dir gleich schmerzmittel. Würde mir das schrieftlich geben lassen und das zu einem Anwalt tragen, ist ja schon sträflich nachlässtig.

    Wie ich schon in der anderen Post erwähnt habe, such dir einen Anwalt. Es gibt keinen grund das ein Mensch mit vermeidbaren schmerzen leben muss, nicht die geringste rechtfertigung fällt mir da ein. Aber nicht nur damit dir geholfen wird rate ich dir das, viel mehr ist es für jeden (und dich eben besonders) wichtig das du deine Seelischen kräfte nicht verpulverst und wohl möglich daran kaputt gehst.

    Leider ist eins was den behörten als erstes verloren geht, wenns an die kosten übernahme geht und unterstützung, die Menschlichkeit. Hoffe Myhandicap schaldet sich einwenig ein und greift dir unter die Arme. *mit zaunpfal wink*
  • MyHandicap User
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    Hi Leute,

    danke erstmal für die lieben Worte. Erstmal: Wiederspruch is geschrieben und geht morgen ins Amt, persönlich mit Kopie und Eingangsstempel für mich als Beweis.

    Wiederspruch lege ich erstmal ohne Begründung ein, die wird nachgereicht, aber so is die Frist gewahrt. Gleichzeitig steht drin das sie mich im Rahmen ihrer umfassenden Informationspflich über sämtliche Möglichkeiten des Widerspruchs aufklären sollen, hähä.


    Zum Thema Rollstuhl. Die Kleinstadt in der ich lebe ist alles andre als Rollstuhlgerecht. Augsburg auch nicht. Und da is noch etwas anderes: Ich möchte laufen. Das bischen Muskelatur was ich habe muss und möchte ich nutzen, wenn ich mich in den Rollsruhl setzte habe ICH das Gefühl faul zu sein. Denn ich kann ja noch laufen, es tut zwar weh aber das ist mir lieber. Lieber solls es weh tun als das ich mich hilflos fühlen muss, und ich befürchte das würde ich. Ich habe Angst davor im Rallstuhl sitzen zu müssen.
  • MyHandicap User
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    Hallo Pio,
    dann entschuldige mal ich bin NICHT FAUL und hab kein Problem im Rolli zu sitzen.
    Im gegenteil DEIN Druck ist vieleicht noch nicht groß genug zum Umdenken.

    Der Rolli hat nichts mit Faul zu tun oder so was.
    Sondern damit schaffe ich den GANZEN TAG wärent wenn ich laufen Müsste eine 1/4 von dem Hin bekomme.
    Und ich denke da nicht alleine so.
    Andere sind auch im Rolli und wir haben den Weg gewählt weil es
    so zu schaffen ist was anders unmöglich wäre.
    Ich hab den Hund und würde bei uns zu Fuß nicht mal bis zur Ecke kommen.
    Ich hab ne Tochter die mich nur vollgedröhnt erleben würde und einen Mann der
    nicht mal mehr zur Arbeit fahren würde weil er Angst hätte ich würde irgend wo liegen.
    Abgesehen davon das ich jedem vormache das es für jedes Problem eine Pille gibt die das Löst.
    Verantwortung für sich selbst heist nicht sich für andere Auf zu geben.

    Du kannst das ganze auch bei seite schieben und darauf warten bis es Dich richtig erwischt und Du ganz daneben liegst.
    Dazu ist es ja deine Wahl.

    Wenn DIR die Ausreden aus gehen sag bescheid.

    Entschuldige wenn ich so Direkt bin aber was Du da schreibst ist Unsinn.
    Zumal du es nicht mal ausprobiert hast.
    Ich hab vieleicht den Falschen Rolli aber Hilflos bin ich deswegen nicht.
    Ich kann jetzt vieles besser anders aber besser.

    Es ist schade um Dich Du bist Jung und Hübsch und wenn du jetzt noch
    lernst mit dem umzugehen was Du hast wäre es perfekt.
    Ich wohne in einem kleine Kuhdorf hier ist nicht mal die Post
    und ich bin besser dran als Du.

    meine Schwiegermutter denkt wie Du und ist 50 Jahre älter.
    Die Quittung hat sie jetzt bekommen 1 1/2 jahre danach es gehrt nämlich nichts mehr.
    Weil sie Hingeschlagen ist und die ganze rechte Seite ist blau.

    Für wen Opferst Du dich eigendlich auf und setzt dein Leben aufs Spiel?
    Der Einsatz ist zu hoch.

    Gruß
    Herbi



  • MyHandicap User
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    Hallo Pio!

    Genau das habe ich mir gedacht,das dies Dein Gedanken gang ist.Mir wurde auch immer vorgehalten,wie schlecht ein elektro Krankenfahrstuhl währe.

    Wer uns hundert % vertraut und gestützt hat war der MMB in Person der Vorsitzenden.

    Ich durfte in den vielen Jahren meiner Erkrankung genug Erfahrungen sammeln in jeglicher Beziehung und wir haben uns für einen Elektro Krankenfahrstuhl entschieden.

    Ob ich oder auch mein Mann zu faul sind um die Reifen eines Rollstuhls zu bewegen auf unseren Klopfsteinpflastern ist für mich nicht mehr maßgeblich.
    Ich möchte auch wie viele hier noch etwas laufen,aber wo ich das will,möchte ich selbst entscheiden.
    Da ich keine Hilfe erhalten hatte vor vielen Jahren hab ich mir selbst einen Rollstuhl gekauft,auch weil ich in jungen Jahren viel Sport betrieben habe und oft mit dem Fahrrad unterwegs war.Deshalb beneide ich auch Karin,wenn sie von ihren Ausflügen erzählt und hier schreibt.Dann bin ich in Gedanken dabei.Ich dreh mich mit Narun um die eigene Achse (in Gedanken)und ich freue mich riesig mit allen die ihre Mobilität gefunden und auch erhalten haben.Ich möchte auch etwas "Normalität",deshalb nutze ich mein restgehen auf meine Weise.Ich fahre z.B. zum Supermarkt und gehe am Einkaufswagen durch,verstaue das ganze in meinem Cabrio und bevor mich nun meine Kraft verläßt,setze ich mich aufs Gefährt und fahre loß.Das gibt mir ein Lebensgefühl.Radfahren,Rollstuhl fahren,geht gerade noch 10Meter.Mehr reicht meine Kraft nicht mehr.Aber so ist es gut und ich fühle mich wie ein vollwertiger Mensch.Das wünsche ich jedem hier.Gruß SENDRINE 😀
  • MyHandicap User
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    Pio schrieb:
    Zum Thema Rollstuhl. Die Kleinstadt in der ich lebe ist alles andre als Rollstuhlgerecht. Augsburg auch nicht. Und da is noch etwas anderes: Ich möchte laufen. Das bischen Muskelatur was ich habe muss und möchte ich nutzen, wenn ich mich in den Rollsruhl setzte habe ICH das Gefühl faul zu sein. Denn ich kann ja noch laufen, es tut zwar weh aber das ist mir lieber. Lieber solls es weh tun als das ich mich hilflos fühlen muss, und ich befürchte das würde ich. Ich habe Angst davor im Rallstuhl sitzen zu müssen.


    Verstehe dich gut, viele leute in clubs dennen ich als das rollstuhlfahren beibringe sagen als erstes "wenn ich mich in den Rollsruhl setzte habe ICH das Gefühl faul zu sein". Ein Onkel von mir hat schwere diabetis und auf grunde dessen ist er auch schwerbehintert, er konnte zwei jahre nicht raus und kann heute nur schwer vor die tür. Er sagte das mit der Muskelatur auch wie eben das nichts behinteren gerecht ist und er will nicht zur last fallen. Doch das bittere ist, er hatte einfach angst, angst davor nun auch noch das laufen auf zu geben, angst sobald er sich mit abfindet ist alles verloren, angst nicht mehr vollwertig zu sein. Vielleicht bilde ich mir das ja ein aber da ich mal die selben ängste hatte merke ich dies bei anderen schnell. *zwinker* Wer weiss es...

    Das Dragische ist die Ironie in der sache, aus angst was zu verlieren, hat er einfach viel aufgegeben. Die befürchtung im Rollstuhl am leben teil zu nehmen hat ihn dazu gebracht lieber garnicht teil zu nehmen. Also ich habe da immer einen bitteren beigeschmack wenn ich denke, aus angst was zu verlieren, wirds freiwillig hergegeben. *nachdenklich schau*

    Vielleicht sehe ich das ja auch einwenig falsch weil ich eben die freiheit zu tun was man will, als zu hoches gut einschätze. Vielleicht kann ich das schlecht beurteilen weil ich ja schon fast vergessen habe wie es ist mal eben nicht im Rollstuhl zu sitzen. Vielleicht finde ich es aber auch selbst schlimm nicht eingreifen zu können weil ich eben so von meinem weg überzeugt bin das ich dich gerne überzeugen würde. *schulter zuck* Wer weiss es...

    Sag du willst es nicht aber die Agumente kann ich dir alle auseinander nehmen die du gebracht hast:

    1. Muskelatur leidet wenn sie wenig bis garnicht mehr beansprücht wird, du machst an schlechten tagen lieber kaum was als diese mit dem Rollstuhl dich zu bewegen.

    2. Behinteren gerecht, das sind meine lieblingsworte, denn sowas gibts eigendlich nicht, das ist zu individuell und du müsstest mit einem richtigen (so einen wie ich oder andere fitte rollstuhlfahrer in haben) keinerlei probleme haben. Zumal du zwei große sachen vergisst, erstmal kannst du zur not ein paar schitte laufen (kann ich nicht) und es gibt soviele menschen, auch wenn hier ein user gerne von bösen menschen redet, die hilfsbereitschaft ist hoch.

    3. Flaubes gefühl, das ist goldig. Wenn ich das richtig auslege hast du einwenig ein komisches gefühl, bezieht sich das drauf angeschaut zu werden oder auf gefühle die du in anderen wecken könntest. Hier ist die Ironie ja, die menschen dennen du was bedeutest die müssen sehen wie du dich lieber einwenig Quälst.

    4. Hilfslos, das ist mir das liebste, was machst du mit deinen krücken an einem schlechten tag ? wie kommst du 100m wenn dus im regen mal eilig hast, 100m mache ich in weniger als einer halben minute und dann habe ich mich noch nicht mal anstrengen müssen.

    5. Übrigens du bist ja nicht doof und weisst genau was schmerzmittel für auswirkungen haben auf deine nieren usw.

    Die 5 Punkte sind nur wegen den Agumenten aber wenn du sagst nein, reicht mir das vollkommen aber versuch dich nicht zu drücken, steh ruhig dazu das du agnst hast.
  • MyHandicap User
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    @Herbi

    Halt Halt Halt.... Ich will keinen der im Rolli sitzt unterstellen er wäre faul. Ich sagte: Ich käme mir faul vor. Einfach weils ja noch irgendwie geht.


    Ja ich weis, irgendwie. Es gibt Tage da geht es ohn - gerade auf Liverollenspiel. da tuts zwar auch weh aber oft kann ich den Schmerz dort auch mal vergessen. Ich merks erst wenn ich in die Schlacht rennen will und nach einigen ausgreifenden Schritte merke das das nen blöde Idee war.
    Es gibt Tage sa geht es, auch ohne Gehilfe. Und es gibt Tage da geht gar nix. Zum leben zuwenig, zum sterben zuviel wie man so schön sagt.

    Ich habe in Berlin mal an einem Projekt teilgenommen, 2 Tage im Rollstuhl leben. Ich habe seiddem nen mordsrespekt vor euch Rollifahrern, aber auch ne Heidenangst. Ich hab Angst hilflos zu sein.

    Und... ich hab es 2009 schon erlebt. Ich fahre auf ne Veranstaltung, gehe an Krücken zur Entlastung und stelle die zum Aufbau zur Seite. Nur um mir anhören zu dürfen: Wozu brauchstn die dann? oder Was willsten du hier wenn dun Krüppel bist. Auf der einen Seite möchte ich denjenigen eine reinschlagen, auch der anderen Seite mich umdrehen und weinen.

    In letzter Zeit denke ich immer öfter: Macht den linken Nerv im bein einfach Tod, dann ist es vorbei. Dann is hoffentlich der Schmerz weg und ich kann auch das dumme Amt zufrieden stellen.

    *sfz*

    Aber ich will über eure Worte Mal nachdenken.
  • MyHandicap User
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    Hallo Pio,
    Deine Bemerkung über einen Amoklauf (an anderer Stelle) stößt mir übel auf. Muss das sein? Schalte mal ein paar Gänge zurück. Der Staat „verdammt“ Dich nicht zu irgendwas – er hat halt die Pflicht, solche Anträge gewissenhaft zu prüfen. Nach meinem Kenntnisstand ist es bei den Merkzeichen G oder gar aG Voraussetzung, dass Deine Behinderung dauerhaft ist und mind. bereits ein halbes Jahr besteht. Ein eingeklemmter Ischiasnerv oder eine Borderline-Persönlichkeitsstörung rechtfertigen diese Merkzeichen z. B. nicht. Wichtig ist, dass Dein Widerspruch gut begründet ist, denn die Kriterien sind mittlerweile sehr hoch angesetzt und das ist auch gut so, sonst würden demnächst „Hinz und Kunz“ bei jeder kleinen oder nur vorübergehenden Behinderung mit dem Ausweis wedeln und uns z. B. die behindertengerechten Parkplätze wegschnappen. Auch Anwälte oder Sozialverbände übernehmen längst nicht jeden Fall; es wird meist erstmal geprüft, ob überhaupt Aussicht auf „Erfolg“ besteht. Wenn Du keine Rechtschutzversicherung hast und Du die Sache dennoch einem Anwalt überlässt, kann die Sache für Dich sehr teuer werden. Vor dem Sozialgericht kannst Du dich jedoch selbst vertreten, das ist dann kostenlos für Dich. Eine ausreichende Widerspruchsbegründung ist auch wichtig, damit die Klage nicht von Anfang an abgewiesen wird. Es ist auch immer gut, wenn Deine Krankheiten/Behinderungen einen Namen haben; mit V.a.-Befunden kommt man wohl nicht sehr weit und Schmerzen interessierten die auch nicht sonderlich. Du hast auch ein Recht darauf, eine Begutachtung zu verlangen, wenn bisher zur nach Aktenlage entschieden wurde.

    freundliche Grüße

  • MyHandicap User
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    Zornroeschen schrieb:
    Hallo Pio,
    Deine Bemerkung über einen Amoklauf (an anderer Stelle) stößt mir übel auf. Muss das sein? Schalte mal ein paar Gänge zurück. Der Staat „verdammt“ Dich nicht zu irgendwas – er hat halt die Pflicht, solche Anträge gewissenhaft zu prüfen. Nach meinem Kenntnisstand ist es bei den Merkzeichen G oder gar aG Voraussetzung, dass Deine Behinderung dauerhaft ist und mind. bereits ein halbes Jahr besteht. Ein eingeklemmter Ischiasnerv oder eine Borderline-Persönlichkeitsstörung rechtfertigen diese Merkzeichen z. B. nicht. Wichtig ist, dass Dein Widerspruch gut begründet ist, denn die Kriterien sind mittlerweile sehr hoch angesetzt und das ist auch gut so, sonst würden demnächst „Hinz und Kunz“ bei jeder kleinen oder nur vorübergehenden Behinderung mit dem Ausweis wedeln und uns z. B. die behindertengerechten Parkplätze wegschnappen. Auch Anwälte oder Sozialverbände übernehmen längst nicht jeden Fall; es wird meist erstmal geprüft, ob überhaupt Aussicht auf „Erfolg“ besteht. Wenn Du keine Rechtschutzversicherung hast und Du die Sache dennoch einem Anwalt überlässt, kann die Sache für Dich sehr teuer werden. Vor dem Sozialgericht kannst Du dich jedoch selbst vertreten, das ist dann kostenlos für Dich. Eine ausreichende Widerspruchsbegründung ist auch wichtig, damit die Klage nicht von Anfang an abgewiesen wird. Es ist auch immer gut, wenn Deine Krankheiten/Behinderungen einen Namen haben; mit V.a.-Befunden kommt man wohl nicht sehr weit und Schmerzen interessierten die auch nicht sonderlich. Du hast auch ein Recht darauf, eine Begutachtung zu verlangen, wenn bisher zur nach Aktenlage entschieden wurde.

    freundliche Grüße



    Das Stimmt nicht ganz, beim ersten satz, meine güte das ist unter den vorraussetzungen zu entschuldigen das man niedergeschlagen schreibt.

    Was angeht das der Staat gewissenhaft prüft und da kannst du hier gerne die Anwälte fragen im forum, denn das ist nur zum teil richtig. Auch wenn es nicht so sein sollte werden anträge gerne abgelehnt, als ich mir ne auszeit nehmen musste hatte ich alles recht der welt aber wurde abgelehnt und konnte es erst mit einem Anwalt durch fechten. Der hat mir erklärt das es ein recht normales verhalten ist und oft versucht wird damit durch zu kommen, selbst bei leuten die einen gerechtfertigten anspruch haben.

    Borderline-Persönlichkeitsstörung, ist eine schwere form der erkrankung die bewissene folgen auf den körper hat. Das hat nichts, nicht das geringste mit einreden zu tun. Die folgen können das ganze nerven System angreifen. Jemand mit Borderline ohne hilfe zu lassen ist nicht zu verantworten, es wiederspricht allem was ich an menschlichkeit gelernt habe.

    Was Rechtsanwälte angehst, irrst du dich auch. Im Falle von Sozialen anspruches (wovon ich bei pio nach den erzählungen ausgehe) kann beratungshilfe beantragt werden. Die kann seit 2008 auch gegen den Staat geldent gemacht werden. Kosten entstehen dann 10€ für Pio der rest wird die beratungshilfe tragen.

    Sorry Zornröschen *knuddel knuddel knuddel* aber das ist meines wissens eben so, will dich keines weges als böse oder unwissend hinstellen, du verstehst aber hoffendlich das ich das nicht so stehen lassen kann. Wiederspricht einfach meinen erfahrungen
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