Antidepressiva

Optionen
Hallo zusammen,

bei meinem letzten Klinikaufenthalt hat mir die Psychologin geraten, Antidepessiva (Cipralex 20mg) einzunehmen, damit ich meine Gedanken sortieren kann und mich mit meinem Problemen auseinandersetzen kann. Ich habe ja immer nur im Kreis gedacht, konnte kaum schlafen, habe ständig geheult.

Nehme sie jetzt seit 5 Wochen und muss sagen, sie helfen. Ich denke sortierter rutsche nicht wegen jeder Kleinigkeit in ein Loch, schlafe besser und bin offener um mich mit meinen Problemen auseinanderzusetzen. Die Psychologin sagte mir, dass das die Grundvoraussetzung für die Therapie ist.


Ihr seht ich mache kleine aber stätige Vortschritte um mein Leben wieder genießen!!!

Lieben Gruß Andrea
«1

Antworten

  • Liebe Andrea,

    es ist gut, sich mit seinen Problemen auseinanderzusetzen, denn sonst könnten sie irgendwann Oberhand gewinnen. Toll, dass Du dir Hilfe geholt hast!! Somit bist Du auf dem richtigen Weg. Wenn Antidepressiva zur Unterstützung dabei (vielleicht ja auch nur vorübergehend) eingesetzt werden, ist das eine gute Sache. Vielleicht brauchst Du sie ja auch irgendwann gar nicht mehr.
    Ist Deine Behinderung eigentlich dauerhaft oder kann sich daran noch etwas ändern/bessern? Kleine Schritte können ja auch zum "Ziel" führen.
    Auf jeden Fall drücke ich Dir feste die Daumen.

    Ganz liebe Grüße


  • Hallo Zornroeschen,

    an meiner Lähmung wird sich wohl so wie es bis jetzt ausschaut nichts ändern, aber ich gebe auch da die Hoffnung nicht auf.

    Aber durch die Therapie und mit der wie ich hoffe, vorübergehnden Hilfe der Antidepessiva wird sich sicher viel in meinem Leben zum positiven verändern.

    Bin der Meinung, nur was man begreifft und versteht und in einem gewissen Maß annimmt kann man verändern. Und das versuche ich jetzt!!!!

    Lieben Gruß Andrea
  • Hallo isa,
    es ist auf jeden fall gut sich mit der Sache auseinander zu setzen.

    Ich hab 3 Monate gar nichts gewußt.
    Das war ein Absturz ohne Netz und doppelten Boden.
    Erst als klar war das es nicht einfach nur Schmerzen sind und ich
    nicht eben mal eine OP machen lasse und alles war nur ein Albtraum.
    Ich hatte nichts mehr was mir wichtig war und der Kampfgeist den ich vorher hatte lies mich auch im Stich so dachte ich zumindest.

    Vom Arzt bekam ich einen Aktenordner und wurde nach Hause geschickt
    Untersuchen oder irgenwas anderes Wollte keiner.
    Es sollte ja alles in 6 wochen in Ordnung sein so meinte zumindest der Arzt.

    Da hab ich meine Begabung eingesetzt "Schmerz abschalten"
    damit der Kopf frei wird aber ohne Medizin.
    Das hab ich als Kind oft gemacht und ist nichts für Anfänger.
    Wenn es nicht gegangen wäre hätte ich auch Tabletten genommen.


    Das hat erstmal gut geholfen damit ich wenigstends für den Anfang einen Plan machen konnte.

    Ich nahm mir ein Heft und schrieb alles auf manchmal Nächte weise was mir in den Kopf kam alles wirres Zeug erstmal ohne Sinn bis irgendwann alles weniger wurde.
    Dann hab ich mir alles vorgelesen und die Antworten auf der nächsten Seite untergebracht und vorne wegestrichen wenn Sie gelöst waren.

    Ich lese ja gerne Viel und alles was ich finde und darum schreib ich auch gern
    dann fällt es nicht schwer.
    Mein Mann hat immer gesagt ich weis zwar nicht was das werden soll aber du weist schon was Du machst.

    Das hat schon etwas gedauert.
    Dann hab ich irgendwann die Idee gehabt das ich nicht allein sein kann mit dem ganzen Kram und hab im Internet geforscht über alles was ich wichtig fand.
    Und so hab ich auch diese Seite gefunden.
    Und schneller als ich Dachte war auch der Kampfgeist wieder da.

    Karin war die jenige die mir das erstemal recht gab mit meiner Überlegung
    und Frage dazu.

    Das war für mich der Funke der mir wohl gefehlt hat.
    Ich machte einen Plan was ich nicht kann und was gemacht werden mußte.
    Und setzte meinem Mann vor die Nase was anders werden würde damit ich hier bleiben kann.
    Die Alternative für mich stand aber fest wenn nicht wäre ich hier weg.
    Und würde mein Leben allein meistern.
    Aber erstmal traute mir keiner was zu und zweifelten daran das ich das
    schaffe.
    Mein Mann zog die Augen hoch und sagte Abwarten.
    Die Kinder meinten das wäre nicht mein Ernst ich hätte den Biss verloren
    das mit der OP wäre die Rettung die ich nicht wollte so meinten sie.

    Alles nicht wahr und heute fast 4 Jahre danach und viele Probleme und Sorgen weniger
    hab ich es doch umgesetzt und keiner sagt mehr was.
    Im gegenteil heute fragen sie was macht MyHandicap denn so?

    Ha, und ihr werdet es nicht glauben gestern kam sogar von meinem einen Sohn
    warum ich mich nicht in einem Basketballverein anmelden würde😀

    Da muß man erst seinen Bock wieder aufziehen und wände einreißen damit es einer glaubt.

    Meine Oma hat immer gesagt es ist nicht schlimm zu fallen wichtig ist wieder auf zu stehen.
    Der Weg dahin ist egal.

    Wenn du es vergräbst dann kommt es wieder hoch leider unerwartet und wenn du daran arbeitest ist es irgendwann immer kleiner und auch nicht mehr so wichtig.
    Weil du es bewältigen kannst.
    Is wie eine Küche die man aufräumt (Frühjahrsputz).

    Gruß
    Herbi

    Viel Glück wünsch ich Dir






  • Hallo Andrea!

    Ich habe nach dem Verlust meiner 6 J. alten Tochter sehr viel mit Kasetten und später CD mit Sugestion und Bachblüten gearbeitet.

    Das hat mir sehr geholfen.

    Eine liebe Tante von mir,war un kurzer Zeit vor mehr als 30 Jahren gelähmt.Es wurde alles versucht und getan.Keiner konnte die Ursache finden.Als sie anfing sich abzufinden,ließ die Lähmung nach und ist bis heute nicht zurückgekehrt.

    Ich wünsche Dir so sehr,das sich auch Deine Lähmung wieder auf und davon macht.

    Wir waren sehr froh,als es meiner Tante plötzlich wieder besser ging.Das dies bis heute angehalten hat,hätte niemand vermutet.

    Lieben Gruß und Zuversicht schickt Dir SENDRINE 😀
  • isa01 schrieb:
    Hallo zusammen,

    bei meinem letzten Klinikaufenthalt hat mir die Psychologin geraten, Antidepessiva (Cipralex 20mg) einzunehmen, damit ich meine Gedanken sortieren kann und mich mit meinem Problemen auseinandersetzen kann. Ich habe ja immer nur im Kreis gedacht, konnte kaum schlafen, habe ständig geheult.

    Nehme sie jetzt seit 5 Wochen und muss sagen, sie helfen. Ich denke sortierter rutsche nicht wegen jeder Kleinigkeit in ein Loch, schlafe besser und bin offener um mich mit meinen Problemen auseinanderzusetzen. Die Psychologin sagte mir, dass das die Grundvoraussetzung für die Therapie ist.


    Ihr seht ich mache kleine aber stätige Vortschritte um mein Leben wieder genießen!!!

    Lieben Gruß Andrea



    Hallo Andrea,

    das war ein guter Rat der Psychologin.

    Ich nehme seit meinem zweiten Schlaganfall auch Antidepressiva und muss sagen, das mir das sehr geholfen hat.

    Und wenn endlich mal eine Therapeutin gefunden wird, die Hausbesuche macht, kann ich auch mit einer Therapie anfangen.

    Ganz besonders freu ich mich, das es bei Dir in kleinen Schritten voran geht.

    Du schaffst das.

    LG Kerstin
  • isa01 schrieb:
    Hallo Zornroeschen,

    an meiner Lähmung wird sich wohl so wie es bis jetzt ausschaut nichts ändern, aber ich gebe auch da die Hoffnung nicht auf.

    Aber durch die Therapie und mit der wie ich hoffe, vorübergehnden Hilfe der Antidepessiva wird sich sicher viel in meinem Leben zum positiven verändern.

    Bin der Meinung, nur was man begreifft und versteht und in einem gewissen Maß annimmt kann man verändern. Und das versuche ich jetzt!!!!

    Lieben Gruß Andrea



    Hallo liebe Andrea,

    wow, das ist genau der richtige Ansatz. 😉 Du machst das schon richtig. Nimm Dir ein Ziel nach dem anderen vor. Erst der Kopf, dann das Leben mit Rolli und dann baust Du Dir ein neues richtig schönes Leben auf. Paß mal auf, wenn Du Dein Trauma überwunden hast und der Rolli Dich nicht mehr beherrscht, sonder Du den Rolli, dann wirst Du sehen das Dir ganz viele Türen offen stehen. Dann findest Du auch wieder neue Aufgaben die Dir Spaß machen und auch Arbeit mit der Du Dich wohl fühlst. Du hast in einem anderen Thread geschrieben, daß Du Dich langweilst und Dich nach einer Aufgabe sehnst. Das ging mir ganz genauso als ich berentet wurde. Damals hatte ich nur gelegentlich eine Rollstuhlversorgung und wirklich angepaßt war dieser alte Stuhl auch nicht. Als ich dann meinen Argon bekam, öffnete der mir Tür und Tor. Ich sehe meinen Rolli als wieder gewonnene Mobilität nicht als Mobilitätsbremse und bin seit dem überhaupt nicht zu bremsen. Erst seit ich diesen Rolli habe, habe ich ein wirklich erfülltes Leben das mich glücklich macht. Ich bin mir sicher, daß wird bei Dir irgend wann auch so sein.

    Deine Hoffnung solltest Du Dir bewahren. Sie bringt Dich vorwärts. Sie treibt uns alle an.

    Lieben Gruß
    Karin
  • Hallo ihr Lieben,

    ich danke euch für eure Worte, die mich nur darin bestätigen, dass ich den richtigen Weg gehe. Es ist (entschuldigt den Ausdruck) schön zu wissen, dass ihr ähnliches erlebt habt und dadurch gut nachvollziehen könnt wie ich mich fühle. Bin ja erst am Anfang meines Weges, aber ihr seid für mich positive Beispiele dafür, dass ich es auch schaffen werde egal wie lange es dauert. Wie heißt es so schön " Der Weg ist das Ziel".

    Ich bin so froh, dass ich durch einen Zufall auf diese Seite gekommen bin. Durch eure Ratschläge, Unterstützung ect. fällt es mir leichter, meine Ziele in die Tat umzusetzen.

    Es ist einfach so Wahnsinnig viel auf einmal, was da auf einen zukommt, dass es eigentlich unmöglich ist es alleine zu schaffen. Bin dankbar, dass ich eine so tolle Familie habe die mich immer unterstütz aber auch meine Abstürze zu spüren bekommen. Jetzt habe ich ja auch noch das Gerichtsverfahren vor mir. Auch das liegt mir noch ziemlich im Magen. Bin bis jetzt noch nicht zur Ruhe gekommen (Fernseh, Zeitung) alles sehr anstrengend. Weiß aber das es wichtig ist, darauf aufmerksam zu machen, was Ärzte zum Teil mit Menschen machen und da ist die Öffentlichkeit natürlich das beste Sprachrohr. Trotzallem, muss ich mich um mich kümmern und das mache ich jetzt.


    Lieben Gruß Andrea
    ela.JPG 917.6K
  • Hallo Liebe Andrea,

    ja Du bist auf dem richtigen Weg. 😉 Es ist auch normal, daß Du auf Umwegen Deinem Ziel entgegen läufst. Hauptsache Du verlierst Dein Ziel nicht aus den Augen. Deine Auseinandersetzung mit der Gerichtsverhandlung wird Dich noch einmal so richtig auf wühlen und runter ziehen. Sie ist aber wichtig, sehr wichtig sogar. Wenn ein Urteil gefallen ist, Du eine offizielle Bestätigung für das Fehlverhalten der Ärzte hast, wirst Du einen Schlußstrich ziehen können. Erst danach wirst Du Dich richtig davon abgrenzen können. Du wirst sehen, wenn Du diese Gerichtsverhandlung hinter Dir hast, wird es Dir viel, sehr viel besser gehen.

    Deine Familie ist toll. Sie müssen in letzter Zeit bestimmt viel mit Dir durchmachen. Aber das sie zu Dir halten zeigt, daß sie Dich lieben und an Dich glauben. Das schweißt zusammen. Wenn Du so weit bist, das Du wieder vorwärts blicken kannst, wird Deine Famlie enger zusammen gerückt sein als je zu vor. Dann wird die Erinnerung an diese schwere Zeit eine positive Erinnerung sein. Da bin ich mir ganz sicher.

    Das Du einen Weg gefunden hast, über Deine Erlebnisse zu reden, damit tust Du wieder genau das richtige. Es ist egal welches Medium Du dafür benutzt. Hauptsache Du redest und schluckst es nichr runter.

    Du bist auf dem richtigen Weg. Du hast sehr viel Kraft. Du wirst Deinen Weg schon gehen. Ich bin sehr stolz auf Dich.

    Lieben Gruß
    Karin
  • Liebe Karin,

    Danke!!!


    Lieben Gruß Andrea
  • bili
    Optionen
    Liebe Andrea,

    ich möchte dir kurz meine Erfahrung zu den Antidepressiva erzählen:
    habe die nur kurz genommen so 4 Wochen nach meinem Unfall in Kombination mit
    anderen Schmerzmitteln wegen der Phantomschmerzen,
    Ich bin Gott dankbar dass ich keine miesse Stimmung hatte sondern sehr starke
    Phantomschmerzen die bis heute anhalten sind, jeden Tag.
    Die Tableten habe ich sehr schnell abgesetzt da ich gemerkt habe mich komisch
    zu benehmen als würde aus meiner Persönlickeit ein anderer Mensch dadurch werden,,,,klar die
    stellen einen ruhiger usw...aber die Abhängigkeit ist auch schnell da .Ich finde so lange
    ich von Tableten abhängig war so war ich kein Freier Mensch , es war eine
    Art Seelengefängniss für mich.ich wollte mich frei bewegen und weltweit reisen ohne dran zu denken
    wieder das Zeug nehmen zu müssen und ob man es überall im Ausland bekommt.
    So habe ich es radikal abgesetzt und ja ich hatte Entzugserscheinungn ganz ganz schlimm danach aber
    nach 3 Wochen war alles vorbei und ich bin sehr froh nie wider so was eingenommen zu haben.

    Wie du meinen Beiträgen entnehmen kannst bin ich gläubig und der Glaube an Jesus Christus und tägliches lesen
    in der Bibel sowie beten und besuch von Gebetsstunden habe ich einen Weg gefunden Frieden und Ruhe im Herzen zu
    bekommen trotz aller Umstände.

    hier sende ich dir ein paar Verse aus der heiligen Schrift die ich selber ermunternd finde:

    Der Herr hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind. (Psalm 145, 14)

    Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. (Matthäus 11, 28-30)

    Jesus sprach zu seinen Jüngern: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Matthäus 28,18

    ich bin der Herr, dein Arzt. 2.Mose 15,26

    Rufe mich an am Tag der Not; ich will dich erretten, und du wirst mich verherrlichen! (Ps 50,15)



    Alles gute für dich

    bili
  • Es freut mich das diese Tabletten anderen Menschen helfen können. Ich selbst habe furchtbare Erfahrungen damit gemacht.

    Für mich sind Mittel wie Risperidon, Seroquel ect Sedierungen - ich schlafe dann bis zu 20h am Tag, verliere jegliche Gefühl für Raum und Zeit und kann kaum denken. Und bisher haben wir nichts gefunden was mir helfen kann meine schwankende Stimmung in den Griff zu bekommen.


  • Hallo Billi!

    Habe gerade Deinen Beitrag gelesen und es wurde mir richtig warm ums Herz.

    Gleichzeitig ist mir eingefallen,das ich heute trotz Glauben abhängig bin von Medikamenten.

    Manchmal kann man aus Verzweiflung heraus auch was übersehen.So bei mir.
    Ich bin seit Jahren auf bestimmte Medikation eingestellt und komme nie mehr los.
    Das mein Körper reagiert und nicht immer positiv,bemerke ich besonders dann,wenn wiedermal ein anderes mit gleicher Wirksamkeit an mich gegeben wird.
    Auch wirst Du nicht aufgeklärt,was viele Medikamente noch alles entziehen,wie Mineralien und Vitamine ect.
    Irgendwann im Leben kommt der Großteil der Bevölkerung in eine Abhängigkeit von Medikamenten,ob man will oder nicht.Der Glaube hilft mir heute mit diesem Umstand umzugehen.In verhindern konnte er dadurch nicht.
    Immer wieder sind wir Verführungen ausgesetzt und diesen zu Wiederstehen,dazu braucht es Größe.Ich gebe zu hatte diese damals nicht und hoffe deshalb darauf,das Gott mich daher trotz meines Fehlers weiter begleitet und meinen Weg mit Menschen kreuzt wie Dich,die mir ein Stück Vorbild sind.
    Wünsche Dir einen wunderschönen Tag
    Gruß
    SENDRINE 😀
  • Hallo Zusammen,

    eine Abhängigkeit von Medikamenten muß nicht immer gleichbedeutend mit einer Dorgenabängigkeit oder Sucht gedeutet werden. Auch wenn es körperliche Entzugerscheinungen beim Absetzten gibt oder man merkwürdig auf ein Medikament reagiert, heißt das noch lange nicht, daß man süchtig war. Insulinpatienten sind z.B. auch Abhängig von ihrer Medizin. Sie können nicht ohne ihre Spritzen leben. Totzdem würde man niemals auf die Idee kommen, so jemanden als Abhängig oder Süchtig zu bezeichnen. Wer Cortison über länger Zeit genommen hat, kann es niemals von heut auf morgen absetzten und er bekommt Entzugserscheinungen, wenn er das Medikament Schritt für Schritt über längere Zeit reduziert, ohne daß eine Sucht dahinter steckt. Der Körper gewöhnt sich an die Zufuhr von außen und stellt seine eigene Cortisolproduktion ein. Die Nebennierenrinde muß allmählich wieder lernen, diese Aufgabe selber zu übernehmen. Daher diese Entzugssymptome. Doch von Sucht spricht man dabei nicht.

    Psychopharmaka wirken im Gehirn und verändern dort bestimmte ablaufende Prozesse. Medikamente der Traumatherapie ermöglichen z.B. das das Gehirn das erlebte vergessen kann. Manchmal kann nur so Platz für eine Traumatherapie geschaffen werden, weil das erlebte diese Region des Gehirns blockiert. Erst der frei gewordene Platz im Gehirn ermöglicht ein Aufarbeiten dieser schlimmen Erlebnisse, die ohne die modernen Medikamente im Gehirn geblieben wären und dies blockiert hätten. Auch ein Gehirn kann sich an diese Medizin gewöhnen, doch so lange sich die Gedanken nicht 24h mit der Einnahme dieses Medikaments beschäftigen, sollte man auch da nicht von einer Sucht reden. Es gibt Erkrankungen die vorübergehend oder auf Dauer eine medikamentösen Therapie brauchen, jeder muß für sich selber entscheiden ob dies für ihn Notwendig ist und sollte dabei nie vergessen, daß die Nebenwirkung einer Erkrankung oftmals schlimmer oder sogar gefährlicher ist, als die Nebenwirkung des Medikaments, daß man nimmt. Psychopharmaka, zu denen aus Antidepressiva gehören, sind sehr schwer zu dosieren und nicht jedes Medikament ist für alle Menschen gleich gut geeignet. Manchmal ist es wie die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen und man muß wochenlang suchen, bis man die richtige Dosierung, die richtige Kombination oder das richtige Mittel gefunden hat. Deshalb bitte nicht zu schnell aufgeben und nicht voraussetzen, daß das, was dem einem selber geholfen oder nicht geholfen hat, nun für alle gilt.

    Lieben Gruß
    Karin


  • Hallo!

    Ich selbst setze gar nichts voraus.Bringt auch nicht allzu viel,da wir nicht alle gleich sind.

    Wegen Sucht,bin ich teils Karins Meinung.Ich nehme nun seit vielen Jahren ein Medikament das den Opiaten zugeordnet wird.

    Mein Gedanke ist manchmal,was ist,wenn die Kasse irgendwann beschließt,wird nicht mehr bezahlt.Zurzeit wechselt immer wieder wenn ich mein Rezept einlöse eine Verpackung eine andere ab.
    Ich merke sehr schnell,wenn ich mal die Einnahme vergessen habe und das fühlt sich nicht sehr gut an.Für mich ist es Sucht und so empfinde ich es auch.Aber eine Alternative hab ich nie kennengelernt.

    Gruß
    SENDRINE
  • Hallo Sendrine,

    ich sehe das eher als Abhängigkeit, nicht als Sucht. Du nimmst dieses Morphin nicht weil Du High sein möchtest, sondern weil Du starke Schmerzen hast. Ob und wie schnell man auf ein Weglassen dieser Medikamente mit körperlichen Symptomen reagiert, hängt stark vom Medikament, der Dosierung, der Einnahmedauer und dem eigenen Körper ab. Ich nehme seit drei Jahren ein sehr hoch dosiertes Morphium. Trotzdem spüre ich keine Entzugssymptome, wenn ich es einmal vergesse zu nehmen. Ich merke das nur daran, daß ich wieder starke Schmerzen habe. Vor einem halben Jahr vergaß ich einmal beim Richten meiner Pillendose (Wochenration) das Morphium dabei zu tun. Es war Sommer und meine Beschwerden etwas besser als zur Zeit. Entzugssymptome bekam ich erst nach drei Tagen. Da wußte ich warum ich die Tage davor stärkere Schmerzen hatte als vorher. Mehr als zwanzig Jahre lang nahm ich bei Bedarf, dann wieder mehere Wochen oder Monate regelmaßig oder überhaupt nicht, ein Schmerzmedikament, das einen ähnlichen Wirkmechanismus hat wie Morphium, aber noch auf normalem Rezept verschrieben wird. Auch diesem Medikament wird ein gewisses Abhängigkeitspotential nachgesagt. Ich konnte es immer von jetzt auf gleich absetzten, ohne jemals irgend welche Entzugssymptome gehabt zu haben.

    Wenn Du Dich ohne dieses BTM Medikament vor Schmerzen nicht bewegen kannnst, dann ist es absolut in Ordnung, daß Dein Körper sich daran gewöhnt hat. Wenn Du einmal damit aufhören möchtest, es zu nehmen, dann geht das nur pö a pö stationär in einem Krankenhaus. Dort schleicht man es aus oder ersetzt es durch ein anderes, weniger für Dich belastendes Medikament und therapiert so lange die Entzugssymptome, bis Du es wieder ohne dieses Morphium schaffst. Dieses Abgewöhnen braucht der Körper, weil Du es schon so lange Zeit wegen Deiner Schmerzen genommen hast. Dieser körperliche Entzug ist aber nicht mit dem Vergleichbar, mit dem die Junkies auf der Straße zu tun haben.

    Ich verstehe Dein Bedürfnis nach Unabhängigkeit. Man muß immer dafür sorgen, daß genügend von dem Stoff verfügbar ist. Aber das ist bei Kerstin mit ihrem Macumar genauso, wie bei Schmusi mit ihrem Asthmaspray oder einem Diabetiker mit seinem Insulin. Wir sind halt krank und müssen unsere Krankheiten therapieren und pflegen, damit es uns gut geht.

    Gruß Karin
Diese Diskussion wurde geschlossen.