Schneeflocken

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Schneeflocken

Bald
sehr bald
kommen sie wieder
zart und leise
auf leichter Weise
machen sie sich auf
die Reise.
Filigran
und zerbrechlich
keine wie die andere
und doch
irgendwie gleich.
Kunstwerke
der Natur
und kaum sind sie da
auch schon wieder vorbei.
Lasst sie auf der
Zunge zerschmelzen
auf heisser Haut
zerfliessen.
Lasst sie tanzen
im stürmischen Wind
auf Luftzügen reiten
hinein in eisige Welt.

Mit winterlichen Grüßen, der ja in der nächsten Woche kommen soll
von Sabine

Antworten

  • Hallo,
    meinst du das so wie mit dem Grinch ?
    (bildlich)

    Bei uns hängen nähmlich alle an den Fenstern und warten auf Schnee, der ab heute kommen soll !

    Mal was anderes als immer nur braun grau Weihnacht oder ?
  • lisahund schrieb:


    Schneeflocken

    Bald
    sehr bald
    kommen sie wieder
    zart und leise
    auf leichter Weise
    machen sie sich auf
    die Reise.
    Filigran
    und zerbrechlich
    keine wie die andere
    und doch
    irgendwie gleich.
    Kunstwerke
    der Natur
    und kaum sind sie da
    auch schon wieder vorbei.
    Lasst sie auf der
    Zunge zerschmelzen
    auf heisser Haut
    zerfliessen.
    Lasst sie tanzen
    im stürmischen Wind
    auf Luftzügen reiten
    hinein in eisige Welt.

    Mit winterlichen Grüßen, der ja in der nächsten Woche kommen soll
    von Sabine





    Hallo Sabine,

    herzlichen Dank für das schöne Gedicht.

    Einen schönen Abend .


    Kerstin
  • Das Gedicht von Lisahund ist sehr schön, ich habe Euch hierzu eine Schneeflockengeschichte die mir persönlich sehr gut gefallen hat mitgebracht zum lesen:



    Ludwig Hirsch - Schneeflockengeschichte

    Weißt du noch, letzten Frühling, als ich dich unbedingt haben wollte,
    da hab' ich dir auf deinem Schulweg eine Grube gegraben,
    in die ich aber selbst hineinfiel.
    Voll Mitleid hast du mich geborgen
    und hast mir zärtlich meine gebrochenen Beine geschient.
    Weißt du noch, dieser letzte Frühling, mit seiner grenzenlosen Zärtlichkeit,
    mit seinem grenzenlosen Mitleid

    Weißt du noch, letzten Sommer, als wir uns unbedingt hatten,
    da haben wir bei Nacht und Nebel alle Gondeln Venedigs gestohlen
    und sie bei uns zuhause versteckt.
    Wir haben sie mit diesem aufregenden Rot bemalt
    und sie gegen Gott und alle Carabinieris der Welt verteidigt.
    Weißt du noch, dieser letzte Sommer, mit seinem grenzenlosen Rot,
    mit seinem grenzenlosen Mut.

    Und weißt du noch, letzten Herbst, als da manchmal Mißtrauen in deinen Augenwinkeln aufblitzte
    und du mich in manchem Traum an Stelle von Tontauben Säuglinge schießen sahst,
    da wollte ich alle Blätter, die da lagen, zurück an die Bäume kleben,
    ich wollte die Zeit aufhalten.
    Weißt du noch, dieser letzte Herbst, mit seiner
    grenzenlosen Anzahl von Blättern,
    mit seiner grenzenlosen Ohnmacht.

    Und gestern, da hab' ich dir zum Abschied sieben Schneeflocken
    vor die Tür gelegt.
    In deiner Dummheit hast du sie zu sieben Wassertropfen zertreten,
    das hätte ich dir noch verziehen.
    Aber, daß du nicht gewußt hast, daß diese sieben Wassertropfen
    sieben Tränen von mir waren, das werde ich dir nie verzeihen.
    Ja,
    dieser Winter, mit seiner grenzenlosen Dummheit,
    seiner grenzenlosen Unwissenheit.
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