Befinden wir uns in einer Sackgasse? Ich will daraus und arbeiten, aber....

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Hallo zusammen,

scheinbar engagiert sich dieses Portal vollkommen sozial für Menschen, die Handicaps haben. Ich habe leider auch eines.. Depression, Angstzustände und Essstörungen... Mir mangelt es auch an Ausdauer und guter dauerhaften Konzentrationsfähigkeit. An dieses Leben musste ich mich nun mit meinen 23 Lebensjahren gewöhnen und machte auch mal eine Erstausbildung zum Mediengestalter in einem BFW mit aber musste sie abbrechen, weil ich zu tiefst gemobbt wurde.. Die Ämter wollen mir auch nicht so helfen, weil sie mir zur Zeit das rote Licht gaben.. Ich sei zu instabil aber ich will nun Steuerfachangestellter werden, weil ich denke, dass das ein sicherer Job mit nicht so stressreicher Belastung ist. Erst Anfangs 2010 sei wieder was möglich aber ich will jetzt schon einen beschützten Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt haben und unabhängig von ALG 2 sein. Weitere Details könnt ihr hier entnehmen: http://www.sozialhilfe24.de/forum/hartz-iv-4-u-25/arge-erkennt-meine-notlage-nicht-an-8439-2.html#post59130 . Momentan ist's bei mir echt verzwickt. Was mache ich nun am besten, sodass ich so einen beschützten Arbeitsplatz bekomme, welcher mich erstmal stabilisiert und stärkt? Körperliche Hemmnisse habe ich ja nicht aber langsam verliere ich die Hoffnung darauf.. Warum gibt es hier in Deutschland kein soziales Netzwerk, wie in der Schweiz? Dort gibt es viele Unternehmen, die bevorzugt Menschen mit Handicaps einstellen aber hier? Hier bleibt man auf der Strecke, weil man nicht so arbeiten kann, wie 'ne rational-denkende Gewinnmaschine fürs Unternehmen.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir helfen könnt.

Liebe Grüße
MontyLow

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  • MyHandicap User
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    Hallo MontyLow,

    gern versuchen wir dir zu helfen. Dazu müsste ich noch wissen: Hast du einen Schwerbehindertenausweis?
    Allgemein ist es sicher nicht so leicht, einen "geschützten" Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bekommen ohne formal bestätigte Voraussetzungen. Wir werden unsere Experten auf deine Anfrage aufmerksam machen.

    Viele Grüße,
    Iris MyHandicap Redaktion
  • MyHandicap User
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    Hallo Iris,

    nein, leider befinde ich mich derzeit noch nicht im Besitz so eines Ausweises. Wo kann man sich aber so einen erstellen lassen und welche Unterlagen werden hierfür benötigt? Ich würde mich sehr darüber freuen, eine beschütze Ausbildung / Umschulung nach SGB IX zu machen und danach in so einen beschützten Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sozialversichert aktiv zu sein. Kann man mit so einen überhaupt seinen Lebensunterhalt bestreiten? Es wäre echt lieb, wenn sich euer Experte sich auch mit meinen Fall bezüglich des anderen Forums auseinander setzen würde.

    Liebe Grüße.
    MontyLow

    P.S.: Ich bin 23 und komme aus dem Landkreis Rosenheim.
  • MyHandicap User
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    Hallo MontyLow,
    danke für die Zusatzinfo. Ich habe unsere Experten informiert. Ich hoffe, der ein oder andere wird sich schon morgen melden.

    Viele Grüße,
    Iris Redaktion MyHandicap
  • MyHandicap User
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    Dankeschön Iris.

    Am besten wäre es, wenn sich ein Netzwerk von Menschen für Handicaps entwickeln könnte ( wie bei Xing oder so ), welches direkt für uns Arbeitsplätze schafft.. Allein wenn man daheim Internet hat, kann man auch hier extern für Firmen arbeiten. Ich selbst habe ein Netzwerk für die Medienindustrie in Entwicklung aber mir fehlt hierbei es an der technischen Umsetzung und das notwendige Kapital. Ideen habe ich immer, Menschen zu beschäftigen und auch mich.. Selbst in der Schweiz sollte so ein ähnliches Netzwerk bestehen, wie ich mal gehört habe.. Bei mir bringt es selbst leider gerade nicht das Geld rein, sodass ich davon leben kann und das Überleben scheint bei mir dank meinem verdammten Handicap nun durch die ARGE fraglich in Gefahr zu stehen. Sie möchte in Zukunft meine Wohnung nicht bezahlen und nun muss ich mit nur 9 Euro im Monat leben. Das kann kein Mensch aber wer wird nicht auf Grund seiner Krankheit von der ARGE schikaniert? Ich will davon weg und genau dahin, wie ich's schon beschrieben habe.

    Iris? Ich geb' dir mal aus Vertrauen meine Kontaktdaten zum weiterleiten oder so..

    Liebe Grüße.
    MontyLow

  • MyHandicap User
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    MontyLow schrieb:Wo kann man sich aber so einen erstellen lassen und welche Unterlagen werden hierfür benötigt?

    Dazu empfehle ich Dir diesen Link:

    http://www.myhandicap.de/schwerbehindertenaus_info.html

    Wenn Du sonst noch Fragen hast, immer her damit 😀

    Lieben Gruß,

    Tom
    MyHandicap
  • MyHandicap User
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    Hallo Tom,

    vielen Dank. So einen beantrage ich mal aber ist er auch wirklich nützlich oder doch eher ein Hemmnis zum Anstreben einer Arbeitsstelle? Ich probiere jedenfalls mein Glück.

    Akut wird es nun, dass die ARGE mir zwar den normalen Regelsatz von 359 Euro zahlen will aber nicht die Kosten meiner Unterkunft und Heizung. Diese betragen zusammen 350 Euro... Die Details stehen ja hier: http://www.sozialhilfe24.de/forum/hartz-iv-4-u-25/arge-erkennt-meine-notlage-nicht-an-8439-2.html#post59130 aber mit nur 9 Euro kann ich echt nicht im Monat auskommen und wäre wieder enorm gefährdet, essgestört zu werden. Der Auszug aus der elterlichen Wohnung musste sein, weil sie sich zu einem zur selben Zeit verkleinert hatten, sodass ein Auszug erfolgen musste. In die Obdachlosigkeit möchte ich jetzt echt nicht verwiesen werden aber der Teamleiter der ARGE erkennt es nach SGB II § 22, 2a nicht an, dass der Auszug aus schwerwiegenden sozialen Gründen zustande kommen musste. Selbst mein Vater ist schwer depressiv, hat so einen Ausweis und ist berentet. Meine Eltern wollen mich nicht mehr finanziell / sachlich unterstützen, weil sie die größten Egoisten und Rabeneltern der Welt sind. Sie gingen schon mehrmals auf Reisen, liesen mich allein.. kaufen sich teures Zeug ( so ein großen Fernseher ) und ein Wohnmobil.. Ihre Kinder vergessen sie hierbei und auch meine Schwester erlitt mal durch den ganzen Terror ( psychisch und körperliche Gewalt ) eine enorme Alkoholkrankheit. Bei mir artete es in eine Essstörung, Depression und Angststörung mit Schneiddruck aus.. Genau das habe mich instabil werden lassen und der Arzt der Agentur für Arbeit meinte noch jüngst, ich sei derzeit für eine Umschulung zu instabil.. 6 Selbstmordversuche habe ich bereits wegen meinen Eltern und wegen meiner Depression getätigt, weil ich einfach nicht mehr konnte und wollte.. Was mache ich jetzt nur? Warum erkennt die ARGE nicht meine Krisen an.. was soll jetzt mit mir passieren? Obdachlosigkeit? So verzweifelt war ich lange nicht mehr und das zieht mich in meiner Depression noch weiter runter, obwohl ich doch nur glücklich leben und arbeiten will. Es ist echt alles derzeit verzwickt. Ich bitte um dringende Hilfe. Iris kennt bereits alle Daten, die für die weiteren Experten relevant wären. Ganz so detailreich kann ich leider nicht werden, weil ich tierische Angst habe, dass die ARGE noch gemeiner zu mir wird und mich weiter schikaniert.

    Vielen Dank.
    MontyLow.

    P.S.: Ich habe mich gerade an die Prof. Hermann Auer Stiftung gewendet... Ich kann einfach nicht mehr... *wein*
  • MyHandicap User
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    Hallo MontyLow,

    sind es tatsächlich 9 Euro im Monat oder täglich? Die Grundsicherung hierzulande ist natürlich wesentlich höher als nur 9 Euro im Monat - davon kann man gar nicht leben. Du hast natürlich die Möglichkeit, dagegen gerichtlich vorzugehen. Mit einem guten Rechtsanwalt für Sozialhilfe, der mittels eines Beratungsgutscheins vom Amtsgericht bezahlt wird (also für dich kostenlos), und - wenn es zu einer Anklage kommt - der Prozesskostenhilfe kommen Dir keinerlei Kosten auf.

    Vielleicht wurden aber auch Deine Eltern miteinbezogen. Da jeder unter gewissen Umständen einen Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben außerhalb des Elternhauses hat, kann Dir dann auch der volle ALG-2-Regelsatz zustehen. Dafür braucht man aber die Bescheinigung eines gerichtlich anerkannten Psychiaters. Du kannst aber auch die finanzielle Unterstützung Deiner Eltern gerichtlich durchsetzen - nur zu Deiner Information.
  • Hallöchen zusammen,

    puuh, endlich habe ich es zum großen Teil geschafft, doch nun meine Wohnung seitens der ARGE finanziert zu bekommen. Jemand von der ARGE war bei meinen Eltern und dieser Mitarbeiter hatte diese gefragt, wie genau der Umzug stattgefunden ist und ein Attest wurde dazu gelegt. Dieses Attest bescheinigt es, dass ich unmöglicherweise auf die Wohnung meiner Eltern verwiesen werden kann. Meine Eltern, bzw. mein Vater und ich leiden an Depressionen. Meine Mutter hingegen ist nun auf mich krach sauer, weil sie ja auch von der ARGE zwecks Unterhalt angeschrieben wurde. Seit dem ist das Verhältnis zu meiner Mutter gleich Null. Das tut echt hammer weh aber nun ja, es ging hierbei um die Existenssicherung meiner Person. Derzeit befinde ich mich aber in so einer einjährigen Maßnahme, die psychisch kranken Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigten soll. Praktika erfolgen auch und es ist auch was geboten. Mit meinen Hausarzt und Nervenarzt spreche ich oft darum, wie es nun mit mir realistisch weitergehen kann. Eine Umschulung / Erstausbildung hatte ich letztes Jahr noch angefangen aber diese musste auf Grund meiner Gesundheit abgebrochen werden. Mit einem Notendurchschnitt von 2,3 hatte ich diese verlassen müssen. Der Grund warum ich abgebrochen wurde war: Meine Mitschüler mobbten mich aufgrund meiner Behinderung so sehr und erfanden irre Behauptungen ala ich sei auch ein potenzieller Amokläufer, etc. obwohl ich keinen Menschen was antun könnte. Sie taten alles, um mich aus dieser Erstausbildung zum Mediengestalter rauszuquetschen. Mit Erfolg für sie und das tangiert mich bereits immer noch so sehr. Bei mir hat sich seit meiner gestörten Kindheit eine massive Persönlichkeitsstörung entwickelt. Ausdauer, das Konzentrieren bei der Arbeit und die Aufnehmen von neuen Informationen fällt mir enorm schwer und die Angststörungen machen sich bei mir immer noch sehr bemerkbar. Ich will aber zurück ins Arbeitsleben und würde bevorzugen, dauerhaft in einem Betrieb angestellt zu werden. Neulich kam ich auf die Idee, Bäcker zu werden aber auch hierfür braucht man eine gute Auffassungsgabe und Konzentration. Wie gelange ich aber zu einer geschützten Arbeitsverhältnis, welches unbefristet ist? Werden solche Stellen auch seitens des Staats finanziell unterstützt? Es darf sich hierbei aber nicht um so einen Ein-Euro-Job handeln!.

    Auf eure Antwort freue ich mich.

    Liebe Grüße.
    MontyLow
  • Hallo MontyLow,

    Respekt, du hast einen ganz schön voll gefüllten Rucksack mit Dir herumzutragen. Deshalb würde ich Dir wünschen, vorrangig passende Hilfe bei der Bewältigung deiner psychischen Probleme zu bekommen und in Anspruch zu nehmen. Eine möglichst stabile psychische Verfassung ist wichtig, um solide die weiteren Schritte zu einer Integration in den Allgemeinen Arbeitsmarkt anzugehen. Eine ersten wichtigen Schritt hast du dazu unternommen, indem du eine gewisse Öffentlichkeit suchst.

    Dein Wunsch nach einem beschützten Arbeitsplatz im Allgemeinen Arbeitsmarkt kann ich - aus deiner Geschichte heraus - gut verstehen, trotzdem wird es ihn so nicht geben. Es gibt eine ganze Menge an Unterstützung bei Erlangen und zur Einarbeitung in einem Arbeitsplatz, er gibt auch dauerhafte Unterstützungsmaßnahmen z.B. für Schwerbehinderte, aber den Begriff und die Tatsache eines beschützten Arbeitsplatzes gibt es nur im sogenannten 2. Arbeitsmarkt. Wir alle kennen Menschen, die im Ersten Arbeitsmarkt arbeiten und trotzdem den Eindruck erwecken, dass es sich um einen geschützen Arbeitsplatz handelt, dies kann aber nicht ohne weiteres auf deinen Wunsch des Einstiegs übertragen werden.

    Viele Grüße

    Michael


  • Hallöchen Michael,

    danke für deine Antwort. Gut, ich sehe wieder am Ende des Tunnels ein kleines Licht leuchten. Ein paar Probleme habe ich noch zu bewältigen aber ich weis nicht, in wie weit meine Konzentrationsstörung und geminderte Auffassungsgabe ( Informationen ) behebbar ist. Mein Hausarzt meinte, dass ich mit diesen Problematiken zu leben habe. Heute besuche ich meinen Nervenarzt und schildere ihm meine Problematik. Derzeit bewerbe ich mich für eine Ausbildung zum Bürokaufmann in einer Klinik. Ernorm krass finde ich es nur, dass solche betrieblichen Ausbildungen ( in Form einer Umschlung ) nur 2 Jahre andauern, denn ich brauche selbst meine Zeit, um mir alles zu merken und Leistungsdruck kann ich selbst nicht so ertragen. Ich will aber nicht auf Grund meiner Behinderung Einstiegshemmnisse erfahren und vor allem möchte ich nicht auf Grund meiner Behinderung gekündigt werden. Wann ist eigentlich Zeit, um einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen?

    Ahja, 2. Arbeitsmarkt? Darüber wünsche ich mir weitere Informationen. Vor allem was kann man dort machen? Was muss ich dazu mitbringen und wie schaut es mit der Vergütung aus?

    Du meintest auch: „Wir alle kennen Menschen, die im Ersten Arbeitsmarkt arbeiten und trotzdem den Eindruck erwecken, dass es sich um einen geschützen Arbeitsplatz handelt, dies kann aber nicht ohne weiteres auf deinen Wunsch des Einstiegs übertragen werden.“ Ohne Weiteres? Was muss ich dafür tun, um so einen Einstiegswunsch übertragen zu bekommen?

    Auf deine Antwort freue ich mich schon.

    Liebe Grüße.
    MontyLow

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