Rehasport und Herzinsuffizienz

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Ist Rehabilitationssport für Herzkranke in einem Verein auch bei Herzinsuffizienz geeignet? Es liegen Beschwerden bereits bei körperlicher Ruhe vor!

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  • Hi

    Das würde ich mal deinen Kardiologen fragen ,ich selbst bin Herzinsuffiziens Stufe 4
    Ich kann da garnix machen und bin froh das ich lebe.


    Gruß Tierchen

  • Hallo Zemog,

    das hängt von dem Grad der Herzleistungsschwäche ab, davon wie gut Du Dich im Griff hast, wieviel Erfahrung Du mit Deiner Herzinsuffienz und dem Sport hast. Grundsätzlich kann man immer Sport treiben wenn man sein Herz nicht überfordert. Für Tierchen heißt das warscheinlich, schon ein Spazierang ist Sport genug, andere können Fahrrad fahen oder Schwimmen gehen. Ganz wichtig ist, Dein Vorhaben mit einem Kardiologen zu besprechen und die Vereinsfreunde von Deinem Handicap zu unterichten.

    Wenn Du als Herzkranker im Verein Sport machst, solltest Du vorher die Grenzen Deines Körpers kennen gelernt haben und einschätzen können was Du kannst. Die Gefahr beim Sport in der Gruppe ist, daß man schnell mal mehr tut als einem gut tut. Vor allem wenn es sich nicht um Ausdauersportarten handelt. Da brauchst Du eine gute Selbsteinschätzung und eine gute Disziplin, damit Dein Herz keinen Schaden nimmt. Es geht aber, wenn Du nicht zu krank bist.

    Ich habe einen angeborenen Herzfehler, der auch nach einer Korrektur OP noch Präsenz zeigt. Außerdem neige ich zu Anstrengungsasthma. Trotzdem mache ich sogar Wettkampfsport. Ich nehme an Handbikemarathons teil. Würde aber nie mit jemanden um die Wette fahren oder versuchen mich an die Spitze vor zu arbeiten oder so schnell wie möglich fahren. Ich fahre gleichmäßig das schnellste Tempo, daß mir gut tut und lasse mich von anderen Fahrern, die mich überholen, nicht beeindrucken. Wenn ich merke, daß ich nicht fit bin, breche ich den Marathon ab, anstatt mich ins Ziel zu quälen.

    Gruß Karin



  • Lieber Zemog,

    Bis vor kurzem galt das Dogma, dass bei einer so schweren Herzinsuffizienz, wie sie bei Dir vorzuliegen scheint (Klassifikation NYHA IV = Beschwerden auch schon in Ruhe), jegliche körperliche Aktivität möglichst zu vermeiden sei.

    Mittlerweile gibt es nun einige Untersuchungen, die positive Erfahrungen mit bestimmten Formen des Intervalltrainings auch bei Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz belegen. Bereits nach wenigen Wochen können gegebenenfalls gewisse positive Effekte erreicht werden. Selbstverständlich muss die Basistherapie, das heißt die Betreuung durch einen Hausarzt beziehungsweise einen Kardiologen und eine adäquate medikamentöse Versorgung, zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein.

    Im Rahmen der kardiologischen Rehabilitation finden verschiedene Formen eines Trainings statt. Beispielhaft seien hier Ausdauerbelastungen von 5 x 15 min pro Woche bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz angeführt. Sowohl Ergometertraining als auch Muskeltraining der Extremitäten sind denkbar.

    Dies bedeutet eine Abkehr von den strikten Vorgaben, dass Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz jegliche Belastung dringend vermeiden müssen.

    Natürlich kann zu starkes Training für Dich auch gefährlich werden. Aus diesem Grund darf eine solche Reha vom nur nach intensiver vorheriger Besprechung mit Deinem behandelnden Arzt beginnen. Ich würde Dir empfehlen, Deinen Hausarzt einmal darauf anzusprechen.

    Mit den besten Wünschen für Deine Gesundheit


    Dr. Frederik Mader

    Facharzt für Allgemeinmedizin
    Sportmedizin - Chirotherapie
    Qualifiziertes Mitglied im Berufsverband der Coloproktologen Deutschlands (BCD) e. V.


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