Angst vor dem nächsten Schub bei MS - was tun?

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Eine nahe Freundin von mir hat vor einem halben Jahr die diagnose MS erhalten. Sie hat grosse Angst vor dem nächsten Schub. Als nahestehnder Mensch möchte ich sie gerne unterstützen. Wie soll ich das angehen?

Antworten

  • Hallo Luciem,
    viele Infos findest auf meiner Homepage WWW.multiple-sklerose-abensberg.de.
    Wenn du Lust hast kannst du mich gerne Anrufen Tel.Nr.steht unter Kontakt.
    Lieben Gruß Christian

    -und es wird alles nicht so HEISS gegessen wie es gekocht wird
  • Hallo Luciem,

    wenn man unvorbereitet mit solch einer Diagnose konfrontiert wird, haben viele Angst, denn die Warscheinlichkeit im Rollstuhl zu landen, ist für viele das Schlimmste, daß ihnen passieren kann. Sie können sich nicht vorstellen, wie das Leben unter solchen Bedingungen weiter laufen kann. Deshalb rate ich in solchen Fällen immer, andere Betroffene kennen zu lernen. Sich von ihnen erzählen und zeigen zu lassen, wie sie den Beginn der Krankheit erlebt haben und wie sie ihr Leben trotz MS und Rollstuhl meistern und genießen. Das Angebot von Christian sollte sie annehmen. Er kann evtl. auch einen persönlichen Kontakt herstellen.

    Das Leben ist schön, so wie es ist. 😉

    Karin


  • Hallo Luciem
    Erst einmal möchte ich sagen das ich es total lieb finde das Du dich auch in die Situation einfühlen möchtest.

    Ich selbst habe auch eine Schuberkrankung ... und natürlich spürt man am Anfang jeden Tag den Schub im Nacken und hat Sorge .. wann kommt er .. wie kommt er .. was ist dann nach diesem Schub ??? ... aber das verängstigt einen nur mehr ..

    Nur eine Lösung wie man den Schub verhindern kann gibt es nun mal nicht .. daher lebe ich jeden Tag mein Leben .. geniesse diesen sehr und was morgen ist .. ist halt morgen .. und meist merke ich es ein - zwei Tage vorher **aber nicht immer** dann erledige ich etwas super mega wichtiges ...**wenn möglich 😉** und dann warte ich einfach ab .. halte durch .. denn im Schub bei mir geht gar nichts ... hab extrem schlimme Schmerzen; penne wie ein Stein und hoffe das der Tag schnell um geht ...

    Und was Du für Sie im Schub oder ohne Schub sein kannst .. ein Freund .. der Sie mag so wie Sie ist .. EINFACH FÜR SIE DA SEIN ... so wie immer

    Also ich kann für mich sprechen das ich seid dem extremen Schub ;der mich in den Rolli befördert hat; mich nicht sehr verändert habe ..
    Ich war schon immer sensibel; bin es ein Hauch nun mehr .. und es macht mich als Mensch nicht weniger oder mehr aus

    Zusammengefasst: mache Ihr die Schubphasen einfacher mit CD; DVS´s; zuhören; trösten .. **kein Mitleid** .. und in guten oder ok Phasen: wie immer .. hab Spass, unternehme das was geht; sie sagt schon wenn etwas nicht geht ...

    viele liebe Grüße
    Marion




  • Hallo liebe Luciem, liebe Community, vielen Dank für die tollen Ratschläge,

    wichtig in diesem Zusammenhang - aus meiner Sicht - könnte noch sein:

    1) Deine Freundin aktivieren, dh. aus ärztlicher(medizinischer), therapeutischer, sozialer (z.b. Kontaktaufnahme zu anderen Betroffenen) Sicht alles tun was ansteht, beziehungsweise diesbezüglich Deiner Freundin dabei zur Seite stehen den passenden Weg zu finden.

    2)Paralell deine Freundin beruhigen: Ihr dabei helfen ihr Leben zu vereinfachen, was Alltagsaspekte betrifft. Den Alltag möglichst stressfrei gestalten. Auch versuchen Ihr zu vermitteln die Sorgen loszulassen, keiner weiss, was passieren wird im Leben, aber Sorgen helfen nicht. Sie schaden aber auch nicht, dass ist ein wichtiger Aspekt, weil wenn ich Angst vor dem nächsten Schub habe und jemand sagt mir, ich muss diese Sorge (Angst) unbedingt loslassen verstärkt das möglicherweise meine Angst nur. Eine Hilfe diesbezüglich kann sein: Versuchen ganz entspannt zu akzeptien, was im Leben geschieht, speziell was im eigenen (emotionalen) Erleben auftaucht. Das könnte man als Loslassen aller persönlicher Versuche und Anstrengungen bezeichnen, etwas (bei sich) erreichen zu wollen. Man beendet den persönliche Kampf mit dem Leben, öffnet sich zärtlich dem Leben und "fliesst" mit dem Leben, ist dem Leben hingegeben. Man liebt und akzeptiert sich dann so wie man ist, mit allem was dazugehört, bedingungslos. Man akzetiert dann auch Ängste und Sorgen ganz liebevoll, ganz sanft und so könnte es sein, dass durch diese liebevolle Annahme und "Umarmung der Ängste und Sorgen" das Loslassen der Ängste natürlich einsetzt. Es könnte eine grundlegende Einstellung entwickelt werden: Das Leben ist nicht gegen mich, sondern es behütet, führt und trägt mich. Aus dieser Einstellung könnte eine reale Erfahrung werden.
    Viele liebe Grüsse,
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