Wo gehöre ich dazu?

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Hallo!

Da ich in über 20 Jahren mit Handicap nicht herausgefunden habe wohin ich eigentlich gehöre, schreibe ich hier, um eure Meinung dazu zu hören.

Ich hatte mit 15 Krebs, dadurch behielt ich eine Peronäuslähmung und eine künstliche Hüfte zurück. Durch viele Operationen - durch Komplikationen, laufe ich heute an einer Krücke und brauche für lange Wege den Rolli.

Mein Problem ist, ich weiß einfach nicht, welches meine Welt ist. Ich kann nicht ohne Hilfsmittel laufen, bin nicht so belastbar und sportlich (was so ungemein wichtig scheint), sitze aber auch nicht dauerhaft im Rolli. Dadurch hab ich das Gefühl, da auch nicht dazu zu gehören.
Ich bin nicht amputiert oder Querschnitt ... Ich kenne keine Menschen um mich herum die ein ähnliches Handicap haben.
Mit gesunden kann ich nicht mithalten, bin daher viel alleine, kann nicht einfach durch den Wald spazieren oder joggen gehen, wandern oder sporteln, nicht lange sitzen, hab Schmerzen.

Dadurch bin ich auch nicht sooo selbstbewusst und mutig obwohl ich es gerne wäre.

Was kann ich denn tun um meinen Platz zu finden?

Wie geht ihr damit um?

Ach ja, ich lebe alleine und bin in Rente.

Über eure Antworten würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank!
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Antworten

  • MyHandicap User
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    Amputiert sein ist auch nicht damit gegessen, dass man zu einer "definierten Gruppe" dazugehört. Fast alles löffelt man selbst aus, Probleme die man hat, die hat man persönlich. Es geht da allen gleich: jeder hängt direkt drin. Der Stress findet unmittelbar hier statt. Nicht in der Gruppe oder abgefedert sonstwo. Auch wenn man etwas hat, das viele haben, fühlt man sich damit oft sehr sehr allein.

    So gibt es viele alte Leute mit Osteoporose, Arthrose und Knochenschmerzen. So viele, dass sich die Frage nach der Seltenheit gar nicht stellt. Trotzdem gibt es nicht selten sogar Suizide deswegen, von der Depressionsrate gar nicht zu reden. Daraus kann man auch erkennen, dass Häufigkeit und Nicht-Alleinsein mit einer Diagnose kein Rezept für Glück ist.

    Behindert in der Gesellschaft ist man auch immer allein. Geh in ein Cafe, in einen Naturfreundverein, ins Hallenbad, an ein Quartierfest - wohin Du schaust sind da Leute, die weder wissen, was Deine spezielle Behinderung mit sich bringt wie dass sie über Amputierte oder Hirnverletzte Bescheid wissen. Also gehts auch hier allen gleich: jeder muss seinem Umfeld, den neuen Bekannten, irgendwann 1:1 verklickern was Sache ist. Kommunikation ist das A und O, auch wenn es eben schwierig ist, es geschickt hinzukriegen. Und als Behinderter ist man als Einzelner direkt im Zugzwang, es Nichtbehinderten irgendwie zu erklären.

    Aber man könnte den Anschluss zu anderen aktiv suchen. Das kann schwierig sein, es braucht ev. etwas Mut und Ideen und glücklichen Zufall. Es ist am besten, Du schaust Dich und Deine konkreten Bedürfnisse an und gehst von dort aus weiter. Erstmal hast Du >20 Jahre einen Knochenkrebs hinter Dir. Das freut mich sehr und Dich hoffentlich auch, das ist ja trotz Komplikationen super 😀 What does not kill me makes me stranger, sage ich da. Du bist mobil, und das ist auch sehr gut. Also was machst Du denn so? Was möchtest Du machen? Gruppenreisen, gemütlich Schwimmen, Kartenspielen, Kinder hüten?
  • Hallo swisswuff,

    danke für deine Antwort.

    Ich stimme dir zu. Die Probleme hab ich. Natürlich gehört man nicht zwangsläufig zu einer bestimmten Gruppe. Doch wenn ich z.B. im Netz stöbere um Kontakte zu knüpfen, stoße ich oft auf bestimmte Gruppen die gemeinsam etwas unternehmen. Das sind dann schon meist "Rollis" oder "amputierte" oder "Gehörlose" etc.
    Mein Bruder ist Gehörlos. Mit ihm hab ich mich darüber unterhalten. Er sagt, dass man als GH den ganzen Tag schauen muss in der Hörenden Welt klarzukommen, dass man in seiner Freizeit keine Lust mehr hat, sich groß mit Hörenden zu beschäftigen (weil es auch anstrengend ist). Entspannend ist es da eher mit ebenfalls Gehörlosen Menschen zusammen zu sein. Das kann ich schon verstehen.

    Vielleicht hab ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich versuchs nochmal mit Beispielen.
    Lange laufen geht wegen der Kraft nicht. Lange Rollifahren nicht, weil ich eben eher ungeübt bin (weil Teilzeitrolli 😀.
    Ich hab nette Freunde (fast alle ohne Handicap). Ich schaffe es aber nicht, meine Bedürfnisse so auszudrücken dass sie so auf mich eingehen können, dass ich auch glücklich damit bin. (Ich will ja nie jemandem zur Last fallen *grrr*) Also bin ich sofort verschreckt, wenn einem das Schieben des Rollis zu viel wird (weil ich nicht mehr kann) und trau mich beim nächsten mal gar nicht mehr was zu sagen.
    Tja, das liebe Selbstbewusstsein!

    Ich suche aktiv Anschluss, gehe in VHS-Kurse, gehe auch alleine in Cafes und bummeln, leg mich ins Grüne und lese, versuche übers Netz Kontakte zu knüpfen etc. Aber es bleibt selten was hängen. Meist bemühe ich mich um Aufrechterhaltung der Kontakte. Doch es kommt wenig zurück. Warum, hab ich einfach noch nicht kapiert.

    Was ich machen will? Künstlerisch gestalten, Skulpturen machen, gemeinsam lachen, weggehen, in Museen, Städtereisen, ans Meer fahren, mit dem Wohnmobil durch die Gegend ziehen etc. Aber ... ohne Moos nix los 😀
    Deshalb versuche ich im kleinen meine Bedürfnisse zu stillen und fühle mich damit eingesperrt.

    Oh je, ich jammer hier ganz schön rum. Das ist sicher nicht Sinn der Sache.
    Eigentlich möchte ich gerne wissen, ob ihr sowas kennt und wie ihr ein glückliches erfülltes Leben lebt.

    Lieber Gruß

    Ich

    PS: Ja, ich bin stolz darauf es (und noch viel mehr) geschafft zu haben. Aber davon kann ich mir nichts kaufen. Ich gehöre nicht zu den "Vorzeigebehinderten", die trotz ihres Handicaps, wundervolle Dinge erreichen und die einen gigantischen Willen haben.
  • Hallo Lichtfunke35,

    Du stellst eine ziemlich schwierige Frage!
    Ich versuche es Dir einmal an meiner... zu erklären! Also ich hatte einen Arbeitsunfall Wirbelsäule teilweise zusammengeschraubt, Lungenfunktion stark eingeschränkt und weiterer solcher Kleinigkeiten! Von außen ist nichts zu sehen da die OP-Narben verhälnismäßig gut verheilt sind!
    Nach dem Unfall Reha udgl. habe ich versucht wieder irgendwie Kontakt zu finden!

    Ich war in einem Chor und habe andere Interessen gehabt! Nach dem Arbeitsunfall habe ich versucht wieder in einen Chor zu kommen!
    Nach ca. einem halben Jahr bin ich rausgeflogen, nun in dem Chor ging es sehr rikoros zu!(Lungeneinschränkung). Ja und so ist man immer mehr ausgegrenzt!
    Nun habe ich nach der Geschichte angefangen mich für Orchideen zu interessieren1

    Was ich simpel damit sagen will Du bist jetzt etwas über 30 J. alt ich vermisse, in Deinen Zeilen den Satz ich habe für das und das Interesse (Hobby). Wenn man einmal von der Kunst Skulpturen absieht!

    Keine Ahnung was Deine Welt ist Tokio Hotel oder die Ärzte.....(Thema Musik z.B.) usw.. Wenn Du dazu etwas sagen / schreiben kannst ist das ein Ansatzpunkt!
    der Ansatzpunkt wo jemand sagen könnte OK die (?) möchte ich doch einmal näher kennenlernen! Dann kannst Du auch Deine Bedürfnisse ausdrücken wenn einmal der Anfang gemacht ist!
    Du musst nicht mit dem Rollstuhl durch Asien :
    http://www.experto.de/menschen-mit-behinderung/barrierefreier-tourismus/asiatische-metropolen-im-rollstuhl-shanghai.html
    Aber es wäre doch einmal ein Anfang wenn Du meinetwegen Dir einmal die Zeit nimmst und am Chat teilnimmst!
    Ich schätze hier gibt es Einige denen es ähnlich geht wie Dir !
    In München gibt es einen Verein Behinderte und ihre Freunde vielleicht gibt es in Deiner Nähe etwas ähnliches Sportverein für Behinderte...!
    Natürlich ist das schwierig ohne Moos .. aber ein / zweimal im Monat muss ich auch raus und wenn es simpel in den Tierpark / Weinfest geht!
    Mein Problem ist das ich etwas älter bin als Du 105 oder so (lach) da sieht Manches etwas anders aus!
    Also versuche hier einmal damit anzufangen (Thema Bedürfnisse zu sprechen) dann klappt es auch sonst! Den Anfang hast Du ja gemacht!

    Viele Grüße
    Stephanus
  • Hallo Stephanus,

    ich musste so schmunzeln als ich das von Tokio Hotel gelesen habe 😀 Das ist selbst für meine 14-jährige Nichte schon wieder out *lach*

    >>Was ich simpel damit sagen will Du bist jetzt etwas über 30 J. alt ich vermisse, in Deinen Zeilen den Satz ich habe für das und das Interesse (Hobby). Wenn man einmal von der Kunst Skulpturen absieht!<<

    Interessen habe ich viele. Aber noch nichts gefunden was mich wirklich fesselt. Leider. Manches was ich gerne tun würde, kann ich nicht und mit den Kompromissen bin ich einfach noch nicht glücklich.
    Ich hab aber Hoffnung eines Tages etwas zu finden was mich dauerhaft interessiert.

    >>Keine Ahnung was Deine Welt ist Tokio Hotel oder die Ärzte.....(Thema Musik z.B.) usw.. Wenn Du dazu etwas sagen / schreiben kannst ist das ein Ansatzpunkt!
    der Ansatzpunkt wo jemand sagen könnte OK die (?) möchte ich doch einmal näher kennenlernen! Dann kannst Du auch Deine Bedürfnisse ausdrücken wenn einmal der Anfang gemacht ist!<<


    Ich mag die verschiedensten Musikrichtungen wie Pop, Rock, Klassik, Meditative, Keltische, Indianische ...
    Ich lese alles was mir in die Finger fällt, von Romanen über Krimi, Weltliteratur, Wissenschaftliches, Naturheilkundliches ...
    Ich Meditiere gerne, beschäftige mich mit spiritueller Literatur und Themen ...
    Das sind aber alles Sachen, die ich alleine tue. Ich habe es mir aneignen müssen (viele Krankenhausaufenthalte etc). Irgendwas sinnvolles will ich ja auch machen!

    Es gibt viele Angebote, da geb ich dir Recht. Dazu muss ich aber den Mut aufbringen und den Ersten Schritt tun. Es aushalten fremd zu sein und in eine, in sich geschlossene, Gruppe zu gehen.
    DAS ist mein Problem. Wo wir wieder beim Selbstbewusstsein sind 😉

    Zum Chatten bin ich einfach noch nicht gekommen. Ich bin ja erst 2 Tage hier und hab noch gar nicht alles lesen können.

    Gute Nacht!
  • MyHandicap User
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    Hallo Lichtfunke,
    Ich finde Du hast ne ganze Menge Mut sonst wärst Du nicht so weit gekommen.
    Aber den haben wir hier eigendlich alle mein ich der eine weniger und der andere mehr
    aber jeder braucht auch Mut sonst kann man das alles nicht schaffen.
    Jeder Tag ist eine neue Herrausforderung für jeden von uns.
    Den Vorzeige Behinderten gibt es nicht das glaubt man nur selber wenn es einem mal nicht gut geht(schöne Ausrede dafür sonst nichts).
    Ich gehör auch noch nirgend wo hin wenn Du so willst.
    Ich hab beide Hüften Kaput und das schon von klein auf seit 4 Jahren noch Artrose in Beiden Hüften.
    Ich hab nie machen können was andere Durften ich gehörte in keine Gruppe und das will ich auch nicht.
    Ich laufe mal(hauptsächlich zu Hause)sieht eher aus wie ein Ewok und dann wieder nicht drausen nur mit Rolli und der hat E-Räder(E-Fix)das hängt davon ab wie gut ich zurecht komme.
    Aber ich bin zufrieden wie es ist und wenn ich irgendwann ganz im Rolli bin ist das auch O.K. Was würdest Du tun in deiner Freizeit wenn du diese Probleme nicht hättest und ganz normal leben könntest schreib doch mal auf was dir einfällt?
    Immer nur daran zu Denken was alles nicht mit Behinderung geht bringt Dich nicht zum Ziel.
    Das ganze leben besteht aus kompromissen mal sind sie klein und auch mal groß aber es findet sich eine Lösung.
    Was hast Du für einen Rollstuhl?
    Gruß Herbi
  • Hallo Lichterkette,

    da hat doch Jemand noch so richtig Humor!
    Ich wohne aber nicht so arg weit weg von der französischen Grenze!
    das heißt da läuft schon einmal France bleu

    http://sites.radiofrance.fr/chaines/france-bleu/
    http://www.radio-liberte.net/

    Die spielen eher einmal Patricia Kaas als eng. Titel!Ich mag aber auch so irische Musik oder auch so Fado! Am liebsten aber griechische Musik!

    Auch wenn wenn Du erst zwei Tage hier dabei bist, vielleicht hast Du ja in den nächsten Wochen Zeit und kannst einmal bei dem Chat dabei sein !
    Wenn Frauen sich über Familie und ihre Kinder unterhalten da können ja Stunden vergehen! Vielleicht findet sich hier irgendwo dazu der Anfang!

    Vielleicht gibt es ja einmal ein Frauentreffen hier?
    http://www.myhandicap.de/forum_ueberblick.html?&tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=1654&tx_mmforum_pi1[page]=1&tx_mmforum_pi1[sword]=lebenshilfe#pid3897

    Ich schätze da ist dann auch etwas mit wenig Moos möglich! Mal so über die Feiertage oder so ....

    Viele Grüße
    Stephanus




  • MyHandicap User
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    Lichtfunke35 schrieb:

    Was kann ich denn tun um meinen Platz zu finden?

    Wie geht ihr damit um?



    Ich habe keinen solchen "Platz", bin auch nicht sicher obs sowas fuer mich in vordefinierter "Euro-Typen"-Version gibt.

    Die "Euro-Typen" waren mal eine spannende Aufteilung der Bevoelkerung in etwa 16 Gruppen, sortiert nach gemeinsamen Einstellungs- und Konsumcharakteristika. Diese "Euro-Typen"-Beschreibungen waren natuerlich eine wichtige Aufteilung fuer alle diejenigen, die hingingen, um bestimmte Produkte mit gezielten Anzeigen, gezielter Werbung, gezielter Platzierung moeglichst oft zu verkaufen. Als ich den Katalog das erste Mal durchblaetterte, wusste ich: die Gesellschaft wird tatsaechlich eingeteilt. Seither ist mir klar, dass es so etwas wie "einen Platz" wirklich gibt.

    Fuer mich funktioniert das Konzept nicht gut. Ich "gehoere" streng genommen auch nirgends direkt "dazu". Ich habe bei der Arbeit Kontakt mit den Arbeitskollegen, was aber selten nach Feierabend zu einem gemeinsamen Getraenk fuehrt. Ich machte schon immer viel Sport - weil ich das wirklich gerne mache - und seit der Behinderung ebenfalls; ich habe aber ausserhalb der Trainings oder Wettkaempfe kaum bis gar keine Kontakt mit Sportkollegen. Ich habe eine Selbsthilfegruppe gegruendet, unsere Gespraeche sind fuer mich sehr wichtig und gut, wir profitieren voneinander denke ich sehr viel. Aber ausserhalb der offiziellen Treffs veranstalten wir keine gemeinsamen Unternehmungen. Ich habe einige weitere Engagements, aber kaum Kontakte, bei denen viel "haengen bleibt". Aber dann habe ich einige Freunde und Kollegen, die ich sehr gut mag, mit denen ich mich regelmaessig treffe, und mit denen ich Dinge unternehme, das Leben bespreche, Filme anschauen gehe. Eher selten treffe ich Verwandte. Ich brauche zwischendurch auch Ruhe und Pause, da bin ich nicht verfuegbar. Ich unternehme gerne auch mal alleine Dinge, wie Wanderungen oder Ausfluege, Ausstellungen oder aehnliches.

    Mit Behinderung gehen viele nichtbehinderte Leute schlecht um. Es nuetzt da auch nichts, zu einer "definierten Gruppe" - z.B. Amputierte - zu gehoeren: die nicht-behinderten Mitmenschen gehen trotzdem damit eher schlecht um. Damit umzugehen ist eine echte kommunikative Herausforderung. Ich bin immer noch damit beschaeftigt, herauszufinden, was hilft, was ein Problem ist, was besser und was schlechter vertragen wird.

    Wenn ich nun "einen Platz" finden wollte, muesste ich mir zuerst eine "Gruppe", eine Art "Euro-Typ", ein Bevoelkerungs-Segment suchen, zu dem ich gehoeren will. Dann muesste ich die Anforderungskriterien erfuellen, das tun, was die Leute in dieser Gruppe alles tun. Und alles das sein lassen, was sie nicht tun. - Ich kann mir gut vorstellen, dass ich auf dem Land bald einmal Kaninchen zuechten wuerde, Holz schnitzen wuerde, Gesangsstunden fuer den Maennerchor nehmen wuerde und dann munter das alles mitmachen, was mir irgendwo noch Spass machen wuerde. Aber ich bin zZt eher Stadtmensch, da sind andere Aktivitaeten angesagt.

    So, etwa, gehe ich damit um.
  • Danke für die "Euro-Typ" Aufklärung. Sie hat mir gezeigt, dass ich den Platz, den ich suche gar nicht finden kann! Hmmm... Ist wirklich interessant, was eine andere Sichtweise bringen kann.

    Vielleicht renne ich einem Phantom hinterher! Wer weiß.
    Wenn ich all das tun müsste, was ich tun sollte - ausgehend von meiner Umgebung - dann wäre ich eine sehr erfolgreiche Karrierefrau. Denn, woraus sollte ich denn sonst meinen Wert ziehen wenn nicht aus dem Erfolg? *Vorsicht schwarzer Humor!* 😀

    Ich danke euch allen dass ihr so lieb seid und mir Stoff zum Nachdenken gebt. Das tut gut und baut echt auf.

    Lieber Gruß
  • So jetzt möchte ich mal Dich fragen wo möchtest du denn dazu gehören? Ich glaube niemand sollte sich über seine Körperlichen Vor oder Nachteile defienieren.
    Ich glaube das man zu allererst mal sich selbst lieben muss,dann wird man auch von
    Anderen geliebt.Ich selbst gehöre mit meinem Handycap auch zu keiner bestimmten Gruppe.Ich fahre auch in Teilzeit einen E-Rolli weil ich nicht mehr weit laufen kann
    Aber einen Tipp kann ich dir geben: nutze den Tag,jeden Tag egal wie geniesse das Leben denn es ist viel zu kurz.
  • eine andere Welt? Die nicht fragt wo gehört man hin sondern die einem so nimmt wie man ist! Gibt es so etwas noch.....?

    ...mal kein Blödsinn...

    Ohne Worte -einfach nur lesen
    Zwei Alternativen
    Was würden Sie tun?.... Sie treffen die Wahl.
    Suchen Sie nicht nach der Pointe -es gibt keine.
    Lesen Sie trotzdem weiter.
    Meine Frage lautet:
    Hätten Sie sich genauso entschieden?


    Bei einem Wohltätigkeitsessen
    zugunsten von Schülern mit Lernschwierigkeiten
    hielt der Vater eines der Kinder eine Rede,
    die so schnell keiner der Anwesenden vergessen wird.


    Nachdem er die Schule und ihre Mitarbeiter
    in höchsten Tönen gelobt hatte,
    stellte er folgende Frage:

    "Wenn keine störenden äußeren Einflüsse zum Tragen
    kommen, gerät alles, was die Natur anpackt, zur
    Perfektion.
    Aber mein Sohn Shay ist nicht so lernfähig wie andere
    Kinder.
    Er ist nicht in der Lage, die Dinge so zu verstehen wie
    andere Kinder.
    Wo ist die natürliche Ordnung der Dinge bei meinem
    Sohn?„
    Das Publikum war angesichts dieser Frage vollkommen
    stumm.

    Der Vater fuhr fort:
    "Ich bin der Meinung, wenn ein Kind so ist wie Shay,
    das geistig und körperlich behindert zur Welt kommt,
    dann entsteht die Möglichkeit,
    wahre menschliche Natur in die Tat umzusetzen,
    und es liegt nur daran, wie die Menschen dieses Kind
    behandeln."


    Dann erzählte er die folgende Geschichte:
    Shay und ich waren einmal an einem Park
    vorbeigekommen, in dem einige Jungen, die Shay kannte,
    Baseball spielten.
    Shay fragte: "Glaubst du, sie lassen mich mitspielen?"
    Ich wusste, dass die meisten der Jungen jemanden wie
    Shay nicht in ihrer Mannschaft haben wollten, aber als
    Vater war mir auch Folgendes klar:
    Wenn mein Sohn mitspielen durfte, dann würde dies ihm
    ein Dazugehörigkeitsgefühl geben, nach dem er sich so
    sehr sehnte, und auch die Zuversicht, trotz seiner
    Behinderung von anderen akzeptiert zu werden.


    Ich ging also zu einem der Jungen auf dem Spielfeld und
    fragte, ohne allzu viel zu erwarten, ob Shay mitspielen
    könne.
    Der Junge schaute sich hilfesuchend um und sagte: "Wir
    haben schon sechs Runden verloren und das Spiel ist
    gerade beim achten Inning. Ich glaube schon, dass er
    mitspielen kann.
    Wir werden versuchen, ihn dann beim neunten Inning an
    den Schläger kommen zu lassen."
    Shay kämpfte sich nach drüben zur Bank der Mannschaft
    und zog sich mit einem breiten Grinsen ein Trikot des
    Teams an.
    Ich schaute mit Tränen in den Augen und Wärme im
    Herzen zu.


    Die Jungen sahen, wie ich mich freute, weil mein Sohn
    mitspielen durfte.
    Am Ende des achten Innings hatte Shays Team ein paar
    Runden gewonnen, lag aber immer noch um drei im
    Rückstand. Mitten im neunten Inning zog sich Shay
    den Handschuh an und spielte im rechten Feld mit.
    Auch wenn keine Schläge in seine Richtung gelangten, war
    er doch begeistert, dass er mit dabei sein durfte, und
    grinste bis zu beiden Ohren, als ich ihm von der Tribüne
    aus zuwinkte.


    Am Ende des neunten Innings holte Shays
    Mannschaft noch einen Punkt.
    In der jetzigen Ausgangslage war der nächste Run
    ein potenzieller Siegesrun, und Shay kam als
    Nächster an die Reihe.
    Würden sie in diesem Moment Shay den Schläger
    überlassen und damit die Chance, das Spiel zu
    gewinnen, aufs Spiel setzen?

    Überraschenderweise bekam Shay den Schläger.
    Jeder wusste, dass ein Treffer so gut wie unmöglich
    war, denn Shay wusste nicht einmal, wie er den
    Schläger richtig halten sollte, geschweige denn,
    wie er den Ball schlagen sollte.


    Als Shay allerdings an den Abschlagpunkt trat, merkte der
    Pitcher, dass die gegnerische Mannschaft in diesem
    Moment nicht gerade auf den Sieg aus zu sein schien, und
    warf den Ball so vorsichtig, dass Shay ihn wenigstens
    treffen konnte.


    Beim ersten Pitch schwankte Shay etwas unbeholfen zur
    Seite und schlug vorbei.
    Der Pitcher ging wieder ein paar Schritte nach vorn und
    warf den Ball vorsichtig in Shays Richtung.
    Als der Pitch hereinkam, hechtete Shay zum Ball und
    schlug ihn tief nach unten gezogen zurück zum Pitcher.
    Das Spiel wäre nun gleich zu Ende.
    Der Pitcher nahm den tiefen Ball auf und hätte ihn ohne
    Anstrengung zum ersten Baseman werfen können. Shay
    wäre dann rausgeflogen, und das Spiel wäre beendet
    gewesen.
    Aber stattdessen warf der Pitcher den Ball über den
    Kopf des ersten Basemans und außer Reichweite der
    anderen Spieler.

    Von der Tribüne und von beiden Teams schallte es:
    "Shay lauf los! Lauf los!"
    Noch nie im Leben war Shay so weit gelaufen, aber er
    schaffte es bis First Base.
    Mit weit aufgerissenen Augen und etwas verwundert
    hetzte er die Grundlinie entlang.
    Alle schrien: "Lauf weiter, lauf weiter!"
    Shay holte tief Atem und lief unbeholfen, aber voller
    Stolz weiter, um ans Ziel zu gelangen.


    Als Shay um die Ecke zur zweiten Basis bog, hatte der
    rechte Feldspieler den Ball ...
    er war der kleinste Junge im Team,der jetzt seine
    erste Chance hatte, zum Held seines Teams zu werden.
    Er hätte den Ball dem zweiten Baseman zuwerfen
    können, aber er hatte verstanden, was der Pitcher
    vorhatte, und so warf er den Ball absichtlich ganz hoch
    und weit über den Kopf des dritten Basemans.


    Also rannte Shay wie im Delirium zur dritten Basis,
    während die Läufer vor ihm die Stationen bis nach
    Hause umrundeten.
    Alle schrien nun:
    "Shay, Shay, Shay, lauf weiter, lauf weiter„
    Shay erreichte die dritte Basis, weil der gegnerische
    Shortstop ihm zur Hilfe gelaufen kam und ihn in die
    richtige Richtung der dritten Basis gedreht und
    gerufen hatte:
    "Lauf zur dritten!" "Shay, lauf zur dritten!"


    Als Shay die dritte Basis geschafft hatte, waren alle
    Spieler beider Teams und die Zuschauer auf den
    Beinen und riefen:
    "Shay, lauf nach Hause! Lauf nach Hause!„
    Shay lief nach Hause, trat auf die Platte und wurde
    als Held des Tages gefeiert, der den Grand Slam
    erreicht und den Sieg für seine Mannschaft
    davongetragen hatte.

    "An diesem Tag",
    so sagte der Vater, während ihm die Tränen übers
    Gesicht liefen,
    "brachten die Spieler von beiden Mannschaften ein Stück wahrer Liebe und Menschlichkeit in ShaysWelt."


    Shay erlebte keinen weiteren Sommer mehr.
    Er starb im folgenden Winter
    und hatte nie vergessen, wie es war, ein Held zu sein
    und mich so glücklich gemacht zu haben und zu sehen,
    wie die Mutter ihren kleinen Helden unter Tränen
    umarmte, als er nach Hause kam!"


    NUN NOCH EINE KLEINE FUßNOTE
    ZU DIESER GESCHICHTE:


    Wir schicken alle Tausende von Witzen per E-Mail durch die
    Gegend, ohne darüber nachzudenken, aber wenn es darum geht,
    Nachrichten in Bezug auf Lebensentwürfe zu verschicken, dann
    zögern die meisten.
    Das Derbe, Vulgäre und manchmal auch Obszöne passiert den
    Cyberspace problemlos, aber die öffentliche Diskussion über
    anständige Dinge wird in unseren Schulen und an unseren
    Arbeitsplätzen nur allzu oft unterdrückt.
    Wenn du diese Nachricht vielleicht weiterleiten möchtest, dann
    kann es gut sein, dass du dein Adressbuch durchgehen und die
    Adressen von denjenigen herausfilterst, die möglicherweise nicht
    die "richtigen" Adressaten für diese Art von Nachricht sind.


    Die Person, von der du diese Nachricht erhalten hast, ist der Meinung, dass
    wir alle dazu beitragen können, die Welt zu verändern.
    Wir alle haben tagtäglich Tausende von Möglichkeiten, die "natürliche
    Ordnung der Dinge" zu verwirklichen. Viele scheinbar triviale
    zwischenmenschliche Kontakte stellen uns vor die Wahl:
    Geben wir ein bisschen Liebe und Menschlichkeit weiter oder verpassen wir
    diese Chance und machen die Welt dadurch ein bisschen kälter?


    Ein weiser Mann sagte einmal,
    jede Gesellschaft sei danach zu beurteilen,
    wie sie ihre am wenigsten gesegneten Mitglieder
    behandelt.


    Möge dein Tag ein Shay-Tag sein !!!

  • Hi,

    mir fällt es schwer dazu was zu sagen, aber ich versuch es mal.....
    Ich habe selbst eine ähnliche Frage grad reingestellt.

    Ich glaube, wir gehören alle irgendwie wohl dazu und jeder von uns ist ein Teil des ganzen, aber die Gesellschaft ist oft überfordert.

    Ach, ich weiss auch nicht.
    Das Thema ist grad doch zu schwer für mich.....

    Gruß Martina
  • Hallo
    Es ist doch egal zu welcher Gruppe gehört ..
    Ich habe eine sehr sehr lange Weile mich gefragt was ich habe ( 21 Jahre ) und nun passe ich irgendwo hin aber irgendwie dann doch nicht .. wobei endlich eine Diagnose zu haben ist wie ein 3ter Lotto Gewinn 😉... nun Ja
    Denn wir sind wir.. wir sind ein Einzelstück; wir haben unsere eigene persönliche Geschichte

    Was ich weiß
    Ich bin eine Frau
    Über 30 ( 31 😉 )
    Mama ( glückliche Mama 3er wunderbarer Girlys)
    Ehefrau
    Assistenzgeberin ( bald )

    Was zu mir gehört:
    der Rolli drinnen und für kurze Strecken
    der E Rolli für weite Strecken
    Schmerzen
    Schübe
    Chronifizierte Borreliose die 1000 Gesichter hat und somit wieder einen ganz indiduellen Pat. macht.

    Aber .. eben ganz indiduell .. ich bin eine Handicap Woman -> seid 3 1/2 Jahren .. rolliqueen 😀 ..*in meiner eMail Adresse* .. aber was anderes bin ich nicht.

    Also ist egal wohin mal hingehören soll; wichtig ist für sich das man weiß wer man ist und ich finde es super das du sehr sehr sportlich bist.
    Sei stolz auf das was geht und sei nicht traurig darüber wenn etwas nicht klappt ..

    Ich freue mich über jede Kleinigkeit; nehme jedes als Besonderheit und wenn es mir nicht gut geht; sehe ich in mein Herz und weiß wieviel ich schon schönes erlebt habe und ich muß nur Geduld haben.



  • Liebe Lichtfunke,
    ich bin auch,in gewisse Weise kein Fisch und kein Fleisch...Kann zwar fast ohne Hilfe laufen und einigenmassen (noch) sehen aber werde ich in allgemeinem sehr unterschiedlich empfundent.Viele Gesunde sagen "um Gottes willen" 😀 andere stufen mich als zu gesund um mir eine Hilfe zu gewähren 😀.

    Ich,durch die Umstände meines Lebens gezwungen, musste immer in der Welt der Gesunden zurecht kommen. Von Akzeptanz zu Ablehnung und Mitleid habe ich alles durch und eins habe ich dabei gelernt: schau zu das du dich ernst nimmst und das tust wozu du Lust hast,was dir liegt und was du machen kannst. Das ist alles.

    [color=]Ich suche aktiv Anschluss, gehe in VHS-Kurse, gehe auch alleine in Cafes und bummeln, leg mich ins Grüne und lese, versuche übers Netz Kontakte zu knüpfen etc. Aber es bleibt selten was hängen. Meist bemühe ich mich um Aufrechterhaltung der Kontakte. Doch es kommt wenig zurück. Warum, hab ich einfach noch nicht kapiert.
    Diese Reaktion kann sehr wohl entstehen wenn du Unsicherhet ausstrahlen solltest oder verspannt und abweisend wirkst. Die Leute denken einfach, das du keinen engen Kontakt wünschst oder wissen einfach nicht wie sie sich verhalten sollen. Solltest du dazu überempfindlich reagieren (wie du mit dem Rollstullfahren beschrieben hast) kann deine Unsicherheit ganz falsch verstanden werden. Da hilft nur eins:REDEN. Zeigen wie es in dir ausschaut und warum es so ist. Du wirst selbst sehen wie sich vieles als Missverständniss erweisst. Nur wenige Menschen konnen in unseren Kopf rein schauen, wenn wir uns nicht klar und deutlich äußern,machen wir die Komunikation auch schwierig.
    Arbeite an deinem Selbstbewustsein und du wirst sehen das nicht alles so schwarz ist wie du vielleicht denkst.
    LG
    Tabathea


  • Hallo!
    Als ich den Beitrag gelesen habe,erkannte ich mich darin wieder.

    Doch eines war in meinem Kopf:"Was will ich,oder zu wem möchte ich gehören?"

    Nein,nachdem was ich erleben und erfahren mußte und durfte,weiß ich,das ich ein ganz kleiner Teil,eines großen Ganzen bin und mein Leben angenommen habe,wie es ist.

    Seit einiger Zeit hat ein kleiner Hund,bei uns einzug gehalten.Ausgerechnet zu mir,da ich immer Angst hatte vor Hunden.Die kleine ist unser Therapeut,sie zeigt uns eine neue Art der Liebe,sie fordert,sie zeigt und sie hat wieder Leben gebracht.
    Nichts ist mehr,wie es vor einem Jahr noch war.
    Wir sind diesen Weg gegangen,da unser Leben an einem Punkt angekommen war,wo wir uns nicht mehr angenommen gefühlt haben.
    Heute ist dieses Gefühl verschwunden,das haben wir der kleinen Hündin zu verdanken.Wir haben neu dazu gelernt und lernen weiter.
    Wo will ich noch dazu gehören? Noch eine Weile zu den Lebenden,das andere wird sich geben.LG SENDRINE 😺
  • surfer
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    Hallo Lichterfunke,

    Ich weiß zwar nicht wo Du wohnst. Aber vielleicht wäre eine Sebsthilfegruppe in deiner Nähe eine Möglichkeit. In München gibt es z.B. die Landesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte. Dort sind weniger die klassischen Behinderungsarten, als vielmehr die weniger offensichtlichen Behinderungen und chronischen Krankheiten vertreten. Bis auf BaWü gibt es überall in den Bundesländern Landesverbände.
    Des weiteren könnte ein Behindertensportverein eine Möglichkeit sein. Schwimmen haben viele im Angebot, aber ein Problem sind die vielen unterschiedlichen Behinderungen, die nach Art und Schwere abgestimmt werden müssen, was bei mir wiederum nicht gepaßt hat.

    Gruß

    Surfer